Windisch

Nachts wird es dunkel auf den Strassen in Windisch

Umgesetzt wird ein Konzept zur Nachtabschaltung der Strassenbeleuchtung.

Umgesetzt wird ein Konzept zur Nachtabschaltung der Strassenbeleuchtung.

Nur gerade 95 Stimmen machen den Unterschied in Windisch: An der Referendumsabstimmung hat das Stimmvolk mit 1390 zu 1295 Stimmen die Reduktion der Strassenbeleuchtung gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung lag bei 63,8 Prozent.

Spätestens auf Oktober dieses Jahres wird in Windisch ein Konzept zur Nachtabschaltung umgesetzt. Eingehalten wird dabei eine minimale Dauer von 1 bis 5 Uhr in der Früh.

Lanciert haben die Diskussion um die Strassenbeleuchtung ursprünglich die beiden EVP-Einwohnerräte Martin Schibli und Ursula Fehlmann mit ihrer Motion im Jahr 2014. Schon der Einwohnerrat Ende Oktober 2015 nahm die Nachtabschaltung nur hauchdünn mit 18 zu 17 Stimmen an. In der Folge kam das Referendum zustande.

«Mit allem gerechnet»

Schibli nimmt das Resultat mit Freude zur Kenntnis. Wenn auch erneut knapp, habe das Stimmvolk den Entscheid des Einwohnerrats bestätigt – quer durch alle Bevölkerungsschichten und Alterskategorien sowie über Parteigrenzen hinweg. Es sei beruhigend zu wissen, dass die Abstimmung im Einwohnerrat offenbar die Stimmung im Volk widerspiegelt habe.

Für ihn sei der Ausgang der Referendumsabstimmung bis zum Schluss völlig offen gewesen, räumt Schibli ein. «Es war sehr schwierig, darüber eine Aussage zu machen. Ich habe mit allem gerechnet.» Für eine Reduktion der Strassenbeleuchtung sprechen nach seinem Dafürhalten ganz sachliche Argumente: Senkung von Energieverbrauch, Energiekosten sowie Lichtverschmutzung.

Anfänglich sei ihm vielleicht nicht ganz klar gewesen, mit wie vielen Emotionen das Thema verbunden sei, wie viele Ängste vorhanden seien. Diese gelte es bei der Umsetzung ernst zu nehmen und es müsse Rücksicht genommen werden auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung, betont Schibli. Es bestehe ein gewisser Spielraum und diesen gelte es auszunutzen – sei es bei der Dauer der Abschaltung oder beim betroffenen Gebiet. In der Folge sei zu beobachten, wie sich das Konzept bewähre und in zwei bis drei Jahren sei dann Bilanz zu ziehen.

Gut, dass Volk letztes Wort hatte

Er hätte selbstverständlich auf ein anderes Resultat gehofft, sagt Philipp Ammon, SVP, der schon an der Sitzung des Einwohnerrats im Oktober 2015 eine Volksabstimmung forderte und in der Folge das Referendum ergriff.

Trotzdem: Auch er wertet es als positives Zeichen, dass der Einwohnerrat offenbar die Bevölkerung repräsentiert. «Es war keine parteipolitische Diskussion.» Der breit abgestützte Entscheid müsse jetzt respektiert und akzeptiert werden.

Wichtig und richtig sei es gewesen, dass bei dieser Frage das Stimmvolk das letzte Wort gehabt habe, ist Ammon überzeugt. Auch in Zukunft werde er sich dafür einsetzen, dass bei emotionalen Themen nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden werde, versichert er.

Gespannt ist das SVP-Mitglied auf die anstehenden Investitionen im Zusammenhang mit der Reduktion der Strassenbeleuchtung, denn: Die technische Umsetzung des Konzepts sei nicht gratis zu haben und gewisse Randbedingungen müssten erfüllt werden, hebt Ammon hervor.

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