Nachruf
Elisabeth Müller-Stebler: Sie war die treibende Kraft im Schinznacher Kirchenzentrum

Am 13. Juni verstarb die 99-jährige Elisabeth Müller-Stebler. Ein Nachruf von Seelsorgerin Elisabeth Lindner.

Elisabeth Lindner
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Elisabeth Müller-Stebler verstarb mit 99 Jahren.

Elisabeth Müller-Stebler verstarb mit 99 Jahren.

Bild: zvg

Vor allem in der Aufbauzeit des katholischen Kirchenzentrums Schinznach-Dorf hat Elisabeth Müller mit vielen anderen zusammen Grosses geschafft. Aus dem Nichts wurde etwas aufgebaut. Es war ihr ein Herzensanliegen, dass zwischen den Katholiken eine Gemeinschaft entsteht – ein schwieriges Unterfangen im reformierten Gebiet. Aber sie war eine von denen, die durchgetragen hat über Jahrzehnte, auch auf kirchenpolitischer Ebene, als Kirchenrätin im Kirchenrat der römisch-katholischen Kirche im Aargau von 1979 bis 1990.

In den 70er-Jahren kam Diakon Zuber als erster katholischer Seelsorger nach Schinznach und hat den Ruf nach Gemeinschaft aufgegriffen. Mit Leib und Seele haben viele nach und nach die Gemeinschaft zum Wachsen und Blühen gebracht. Da gab es Basare, Papiersammlungen und Fahrdienste für die Katholiken zu ihren Gottesdiensten.

Elisabeth Müller mittendrin mit ihrem guten Herzen und mit ihrer treibenden Kraft. Das hat ihr zwar nicht nur Freunde gemacht im Dorf, wo die Umzonung des Grundstücks für ein katholisches Zentrum erkämpft werden musste. Aber auch ihre Mitstreiter im Kirchenzentrum hatten es nicht immer ganz leicht mit ihrer Art.

Bis zuletzt war Elisabeth Müller verbunden mit dem Kirchenzentrum

Auf der anderen Seite: Genau ihre starke Persönlichkeit brauchte es, damit sich die Dinge entwickeln konnten. 1975 wurde mit Fronarbeit ein Pavillon am Krummenland 1 errichtet und so konnte der Gottesdienst und die Feste im eigenen Raum gefeiert werden. Zehn Jahre dauerte es, bis auch der Bau des Kirchenzentrums und der Kirche 1994 unter der Leitung von Diakon Isidor Hodel geschafft war. Auch das wurde wieder möglich, weil jeder und jede Einzelne das einbrachten, was sie konnten.

Elisabeth Müller mit ihrem Mann Moritz waren neben ihrem zeitlichen grossen Einsatz grosszügige Sponsoren. Wir verdanken ihr eine Glocke, die Krippenfiguren und vieles mehr, von dem die Rechte nicht wusste, was die Linke tat. Bis zuletzt war Elisabeth Müller verbunden mit dem Kirchenzentrum, nahm teil an Seniorentreffen, wurde, als sie es nicht mehr selbst organisieren konnte, mitgenommen nach Lourdes und Einsiedeln und blieb offen für Neues.

Mit grosser Dankbarkeit und Bewunderung schauen viele zurück auf ihr Wirken und sagen «Vergelt’s Gott».

Zvg