«Nachlese»
Geschichte der Schinznacher Dorfchronik könnte bald enden – warum immer wieder Redaktionsmitglieder zurücktreten

Das ehrenamtliche Team der «Nachlese» kämpft mit knappen personellen Ressourcen. Gemeinderätin Elisa Landis erklärt, welche Aufgaben potenzielle Mitglieder erwarten.

Maja Reznicek
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Im Mai präsentierten Armin Käser-Lüscher (v.l.), Elisa Landis und Fritz Amsler «Die Nachlese 2020».

Im Mai präsentierten Armin Käser-Lüscher (v.l.), Elisa Landis und Fritz Amsler «Die Nachlese 2020».

Bild: Ina Wiedenmann (16. Mai 2021)

Es ist ein erstes Aufatmen. Noch im Mai war unklar, ob 2021 die letzte Stunde der «Nachlese» geschlagen hat. Seit 1991 wird darin das Geschehen im Dorf jährlich dokumentiert. Die Schinznacher Dorfchronik sei jedoch mit einem dreiköpfigen Team einfach nicht mehr machbar, hielt Gemeinderätin und Redaktionsleiterin Elisa Landis im Frühling fest.

Seit dieser Woche gibt es jedoch kurzfristig Entwarnung. Zumindest für die kommende Ausgabe konnte eine zusätzliche Person gewonnen werden. Landis führt aus:

«Wir haben nun zu viert begonnen, an der ‹Nachlese 2021› zu arbeiten. Wir sind jederzeit offen für neue Redaktionsmitglieder.»

Die Situation ist für die Gemeinderätin nicht neu. Das gleiche Problem habe man bereits 2014 gehabt. Damals trat laut Landis die «alte Redaktion» gesamthaft zurück. Vor zwei Jahren verabschiedeten sich ebenfalls drei Personen.

Ein Thema der 29. Schinznacher Chronik: der Gasthof Bären.

Ein Thema der 29. Schinznacher Chronik: der Gasthof Bären.

Bild: Chris Iseli

Die Gründe für die Rücktritte seien persönlicher Natur. Landis fügt an: «In den meisten Fällen wegen beruflich hoher Belastung.»

Sieben Sitzungen pro Jahr führt die Redaktion durch

Für das Redaktionsteam werden weiterhin zwei bis drei zusätzliche Ehrenamtliche gesucht. Die Aufgaben bestehen gemäss Landis darin, «Themen für Artikel zusammenzustellen und Menschen im Dorf zu finden, die dazu etwas zu sagen haben sowie gerne einen Text für die Nachlese verfassen möchten».

Elisa Landis, Gemeinderätin.

Elisa Landis, Gemeinderätin.

Bild: Ina Wiedenmann (16. Mai 2021)

Je nach Interesse könne auch das Fotografieren von einer Person oder vom ganzen Team übernommen werden. Als Anforderung an die Redaktionsmitglieder nennt Landis insbesondere eines:

«Die Identifikation mit dem Dorf und eine Portion Neugierde, was im Dorf geschieht, sind ganz wichtig.»

Der Aufwand für den ehrenamtlichen Einsatz sei sehr schwierig zu beziffern. Pro Jahr gebe es ungefähr sieben Sitzungen.

Dazu kommen die Vorbereitung rund um die Vernissage der Chronik sowie die Kontakte mit den Autoren, das Besorgen von Fotos beziehungsweise das Erstellen von Bildern. Wer Interesse hat, in der Redaktion mitzuwirken, kann sich unter nachlese@bluewin.ch melden.

Dass sich in absehbarer Zeit noch Freiwillige melden, ist zu hoffen. Sollte das nicht der Fall sein, könnte das das Ende der «Nachlese» bedeuten. Einen Plan B zum Erhalt der Chronik gibt es gemäss Landis nämlich nicht. Die Gemeinderätin merkt an:

«Sollte das Team wieder schrumpfen, wird die Ausgabe 2022 gefährdet sein.»

Dann würde spätestens im Juni 2022 entschieden werden, wie es weitergeht.