Brugg

Nachbarschaftshilfe: Brugg ermittelt den Bedarf von Palliativversorgung

Dieter Hermann leitet das Projekt der Stadt.

Dieter Hermann leitet das Projekt der Stadt.

Die Prophetenstadt wolle eine Pionierrolle einnehmen, hiess es bei der Kick-off-Veranstaltung im September 2018, zu der Hospiz Aargau, Palliative Aargau sowie die Spitex Region Brugg AG und alle Haushaltungen der Stadt Brugg eingeladen waren.

Im Süssbachsaal anwesend waren damals zirka 45 Personen. Die Absicht war: In der Stadt soll ab sofort ein engmaschiges Netzwerk für gute Palliativversorgung aufgebaut werden. Die etwas sperrige Projektbezeichnung «Palliative Care in der Stadt Brugg» wurde inzwischen in «MitMenschen helfen» umbenannt.

Das Ziel, ein Netzwerk für eine gut funktionierende, freiwillige Nachbarschaftshilfe zu bilden, ist gleich geblieben. Freiwillige, die sich am Projektaufbau beteiligen wollen, werden weiterhin gesucht. Der Brugger Stadtrat hat das Thema in seinen Leitsätzen 2019–22 aufgenommen.

Gibt es einen Bedarf?

Da heisst es: «Das Projekt ‹Palliative Care› prüfen und lancieren.» In diesem Zusammenhang erfolgte im Dezember in der Stadt Brugg eine Bedarfsabklärung über einen im «General-Anzeiger» beigelegten Fragebogen. Hier ging es um die Fragen: «Gibt es einen Bedarf? Will die Bevölkerung von Brugg dieses Projekt überhaupt?» Der Fragebogen konnte bis Ende 2019 anonym ausgefüllt und retourniert werden.

Laut Projektleiter Dieter Hermann vom in Brugg ansässigen Hospiz Aargau war der Rücklauf bis dato schleppend. «Gut 50 Fragebögen wurden retourniert und ich habe die Hoffnung, dass noch weitere in dieser Woche eintrudeln werden», sagt er auf Nachfrage der AZ. Die Rückmeldungen sind laut Hermann positiv und enthalten oft weitere Anregungen, was man sich von dem Projekt in der Umsetzung erwünscht oder erhofft. «Vielfach wird auch konkrete Hilfe angeboten.»

Am Donnerstag werden die eingegangenen Fragebögen ausgewertet und eine Voranalyse daraus abgeleitet. «Danach erfolgt eine weitere Sitzung aller Gremien, wo wir die nächsten Meilensteine bestimmen und Eckpfeiler abstecken wollen», fährt der Projektleiter fort.

Im letzten Jahr wurde viel Basisarbeit geleistet

Im Budget 2018 hatte die Stadt Brugg einen einmaligen Betrag von 5000 Franken für die Gründung eines Forums Palliative Care der Stadt Brugg eingestellt. Ein Gesuch für einen weiteren Beitrag im Jahr 2019 sei beim Stadtrat nicht eingegangen, sagte Stadtschreiber Yvonne Brescianini vor einem Jahr auf eine entsprechende Anfrage der AZ.

Dennoch sagt Projektleiter Dieter Hermann nun: «Wir haben ein recht aktives Jahr hinter uns. Klar ist es nicht immer so speditiv gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben, da die Umsetzung des Projekts im Ehrenamt funktioniert und die involvierten Personen noch andere verpflichtende Hüte aufhaben.»

Was die Politik betrifft, liegt das Projekt MitMenschen helfen in der Zuständigkeit von CVP-Stadtrat Jürg Baur, verantwortlich für die Ressorts Soziales, Gesundheit und Alter. Drei Gremien (Öffentlichkeit, Koordination, Fachgruppe) leisten aktuell Basisarbeit für das Projekt MitMenschen helfen, im Hintergrund wirkt ein Kernteam. «Das Jahr stand unter dem Fokus der Grundlagenschaffung und Vernetzung», präzisiert Hermann. Derzeit laufe ausserdem die Ausarbeitung für eine Bildmarke (Logo), «damit wir neben der Wortaussage auch ein optisches Wiedererkennungsmerkmal haben».

Im Budget der Stadt sind 15'000 Franken eingestellt

Im Herbst 2018 rechneten die Projektverantwortlichen mit zwei Jahren Aufbauarbeit. «Da alle Personen ehrenamtlich, also der Idee folgend freiwillig mitmachen, haben wir ja schon einige gute Seelen, die das Projekt vorantreiben», lautet Dieter Hermanns Fazit zum Stand der Freiwilligensuche.

Aus der Bevölkerung hätten die Projektverantwortlichen schon einige Personen generieren können. Das soll nun, falls die Bedarfsanalyse dies ergibt, speziell beworben werden. «In der Hinterhand haben wir aber schon einige Personen, die Nachbarschaftshilfe anbieten oder anbieten wollen, wenn das Projekt in der breiteren Bevölkerung anläuft», sagt Hospiz-Geschäftsführer Dieter Hermann.

Innerhalb des Kantons Aargau ist die Stadt Brugg laut Hermann mit der Projektumsetzung am weitesten vorne. «Es gibt andere Gemeinden, die die Idee aufgegriffen haben, aber auch sie haben die gleichen Anfangshürden zu überspringen wie wir», hält Dieter Hermann fest. Brugg wolle nach wie vor eine Vorreiterposition einnehmen, «auch um den Wert und das Prestige der Region zu steigern». Im Budget 2020 der Einwohnergemeinde Brugg ist ein Betrag von 15'000 Franken für dieses Projekt eingestellt.

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