Mandach
Nach Wechsel im «Hirschen»: Ex-Pächter teilt gegen Genossenschaft aus

So ganz ohne Nebengeräusche geht der Wechsel im «Hirschen» in Mandach nicht über die Bühne. Der ehemalige Pächter beschwert sich über die Genossenschaft.

Janine Müller
Merken
Drucken
Teilen
eit dem 24. Juli ist der «Hirschen» in Mandach geschlossen.

eit dem 24. Juli ist der «Hirschen» in Mandach geschlossen.

Sandra Ardizzone

Seit dem 24. Juli ist der «Hirschen» in Mandach geschlossen. Der Pächter und seine Ehefrau haben den Vertrag gekündigt (die az berichtete). Die Pächter hätten die Erwartungen der Gäste weder beim Essen noch im Service erfüllen können, hiess es seitens der Wohnbaugenossenschaft, die im Jahr 2014 mit einer Blitzaktion die Dorfbeiz rettete.

Gegen diesen Vorwurf wehrt sich der Ex-Pächter, der bis Ende Juli im «Hirschen» tätig war. «Die Gäste sind zufrieden gewesen», sagt er. «Ich habe aber viele verloren, weil das Gerücht herum ging, dass der ‹Hirschen› schliesst.» Zudem seien die Konsumationspreise von Andreas Krebs, dem Präsidenten der Wohnbaugenossenschaft und neuem Pächter, vorgeschrieben worden. Diese seien teilweise unrealistisch hoch gewesen, was die Kunden abschreckte. Die von der Genossenschaft prognostizierten Umsatzzahlen seien zu hoch angesetzt gewesen und deren Erreichung praktisch unmöglich.

Überhaupt sei er zur Kündigung genötigt worden, sagt der ehemalige Pächter. Dies, obwohl der Vertrag auf drei Jahre festgelegt wurde. «Man wollte mich zur Kündigung drängen, doch dann hätte ich die Pflicht-Anteilsscheine und damit viel Geld verloren», erzählt er. «Zudem wurde mitten im Jahr der Mietzins erhöht.» Das Ehepaar hat in der Zwischenzeit ein neues Restaurant gefunden. Die Übergabe des «Hirschen» hat gestern Dienstag stattgefunden.

Gegen die Vorwürfe, die der ehemalige Pächter gegen die Wohnbaugenossenschaft erhebt, wehrt sich der Präsident Andreas Krebs, obwohl er eigentlich keine Lust auf ein Hickhack hat. Zur Kündigung schreibt er Folgendes: «Der Vorstand hat im Februar 2016 dem Pächter einen Brief zugestellt, in dem wir ihm mitgeteilt haben, dass er das Vertrauen des Vorstands verloren hat und wir nicht mehr hinter dieser Art der Betriebsführung stehen.» Man habe ihm gesagt, dass, wenn er den Betrieb bis Ende April 2016 nicht auf Vordermann bringt, man bereit wäre, über einen frühzeitigen Ausstieg des Vertrages zu sprechen. «Wir befürchteten, dass der Mietzins irgendwann nicht mehr bezahlt werden könnte.» Auf diesen Brief habe die Genossenschaft nie eine Reaktion erhalten. Es habe allerdings ein Gespräch mit einem Gastro-Coach gegeben, der vom Pächter beauftragt wurde, das Restaurant auf Vordermann zu bringen. Dieser Coach gab dann im April bekannt, dass das Pächter-Ehepaar bereit sei, vorzeitig aus dem Vertrag auszusteigen.

Zur Mietzinserhöhung sagt Andreas Krebs: «Aufgrund der höheren Baukosten gab ich bekannt, dass wir den Mietzins erhöhen müssen.» Diese Erhöhung sei dann durch den Anwalt des Pächters als nicht durchsetzbar abgelehnt worden. Die Wohnbaugenossenschaft habe auf die Erhöhung verzichtet. Zu den Vorwürfen, dass die Konsumationspreise vorgeschrieben wurden, meint Krebs: «Weder ich noch der Vorstand haben in der Betriebsführung, beim Konzept oder sonstigen Sachen Vorschriften oder Auflagen gemacht.»

Krebs hofft, diesen Fall möglichst bald ad acta legen zu können. Die Wiedereröffnung des «Hirschen» ist auf den 31. August geplant. (jam)