Brugg

Nach Vandalenakt: Der Schöneggplatz erhält wieder eine junge Linde

Jonas Stucki, stellvertretender Leiter der Abteilung Werkdienst (links), pflanzt die Linde im Beisein von Peter Haudenschild.

Jonas Stucki, stellvertretender Leiter der Abteilung Werkdienst (links), pflanzt die Linde im Beisein von Peter Haudenschild.

Die erste Linde beim Schöneggplatz fiel einem Vandalenakt zum Opfer. Am Dienstag ist – nur wenige Meter entfernt – wieder ein Bäumchen gepflanzt worden. Auch dieses ist ein Geschenk an die Stadt.

«Ende gut, alles gut.» Peter Haudenschild begutachtet die junge Linde, die frisch gepflanzt worden ist am Rand des Schöneggplatzes in Brugg an diesem Dienstagvormittag. Der Standort in der Nähe des Kinderspielplatzes – und nicht weit weg von seinem Haus im Westquartier – gefalle ihm sehr gut, stellt er mit einem Lachen fest.

Noch in diesem Sommer war es Haudenschild ganz und gar nicht ums Lachen: Die erste Linde – ein Geschenk an die Stadt – war mutwillig beschädigt worden. Der gut fünf Jahre alte Baum konnte nicht mehr gerettet werden und musste gefällt werden. «Dieser Anblick tut weh», sagte Haudenschild damals und fragte: «Wer macht so etwas?»

Mit Zug nach Brugg gebracht

Auf die Berichterstattung in der Aargauer Zeitung hätten sich mehrere Personen spontan bereit erklärt, sich an den Kosten für einen Ersatz zu beteiligen, erzählt Haudenschild. Auch der ehemalige Förster Claude Bürkle aus Baden meldete sich und bot unentgeltlich eine rund zwei Meter hohe junge Linde aus seinem Garten an. Das Bäumchen wuchs aus den Samen der riesigen Linde neben seinem Grundstück.

Haudenschild, selber Sohn eines Oberförsters, musste nicht zweimal überlegen und packte die Gelegenheit. Er spricht von einem glücklichen Umstand. Mit dem Zug sowie mit dem Velo samt Anhänger transportierte er die Pflanze nach Brugg. Die Stadt nahm das Geschenk dankend an. Haudenschild freut sich über die «super Reaktion» und das unkomplizierte Vorgehen.

Jonas Stucki, stellvertretender Leiter der Abteilung Werkdienst, hat den neuen Platz vorgeschlagen. Der junge Baum passe zum Gesamtbild des Parks, in die Umgebung mit den älteren Linden, zeigt sich Stucki überzeugt. Auch, hofft er, sei abseits des Fusswegs die Gefahr von Vandalenakten etwas kleiner.

Apropos: Wer die erste Linde beschädigt hatte, konnte – trotz Zeugenaussagen – nicht eruiert werden. Auch wenn die Aussicht erfahrungsgemäss jeweils gering sei, die Täterschaft zu finden, sei es wichtig, solches Tun nicht unkommentiert hinzunehmen, betont Haudenschild. Vielmehr müsse die Bevölkerung sensibilisiert, das Bewusstsein für dieses Problem geschärft werden.

400 Unterschriften gesammelt

Rückblick: Peter Haudenschild, der seit 2014 für die FDP im Einwohnerrat sitzt, schenkte der Stadt den ersten jungen Baum im Namen vieler Unterstützer nach den Diskussionen rund um die geplante Begegnungszone mit Tempo-20-Signalisation auf der Badenerstrasse im Bereich der Liegenschaft City-Galerie. Mit der Umgestaltung, so die Absicht des Stadtrats, hätten die bestehenden Blumenrabatten sowie die vier rund 50-jährigen Linden auf der Seite Neumarktplatz verschwinden sollen.

Haudenschild setzte sich für den Erhalt der «wunderbaren, schattenspenden» Bäume ein und startete auf privater Basis eine Unterschriftensammlung. Auch der Quartierverein Altstadt lancierte eine Petition. Insgesamt kamen rund 400 Unterschriften zusammen.

Meistgesehen

Artboard 1