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Nach über 20 Jahren: Umiken hat wieder einen Quartierladen

Alles ist bereit: Geschäftsleiterin Filipa Oliveira steht vor ihrem neuen Laden an der Baslerstrasse in Umiken. Die Schaufenster-Beschriftung fehlt noch. cm

Alles ist bereit: Geschäftsleiterin Filipa Oliveira steht vor ihrem neuen Laden an der Baslerstrasse in Umiken. Die Schaufenster-Beschriftung fehlt noch. cm

Die Portugiesin Filipa Oliveira hat im Brugger Stadtteil Umiken das Lebensmittelgeschäft «Sabor Ibérico» eröffnet. Es ist der erste Quartierladen seit über 20 Jahren.

Das Erdgeschoss in der Liegenschaft an der Baslerstrasse 140 in Umiken ist kaum wiederzuerkennen: Die Wände sind neu gestrichen, in den beiden Schaufenstern werden Getränke und Lebensmittel aus Spanien und Portugal feilgeboten. Vorbei ist die Zeit, als alte Leintücher hingen, damit von aussen niemand sehen konnte, was sich im Innern des Lokals abspielt. Nur an der am Gebäude halb hochgezogenen Aussenisolation mit den vergilbten Styroporplatten, die in der Vergangenheit schon mehrmals für Schlagzeilen gesorgt hat, hat sich bisher noch nichts geändert.

Beim Betreten des neuen Ladens steht Filipa Oliveira neben der Kühlvitrine und grüsst freundlich. Vor einer guten Woche hat die 32-jährige Portugiesin den Laden zum ersten Mal geöffnet. Unter dem Namen «Sabor Ibérico» (Iberischer Geschmack) stehen spanische und portugiesische Produkte zum Verkauf. Die entsprechende Schaufensterbeschriftung folgt, sobald die Bewilligung dafür vorliegt.

Bacalhau und frische Brote

Filipa Oliveira ist 30 Autominuten von der portugiesischen Stadt Porto entfernt aufgewachsen. Auf der Suche nach Arbeit kam sie im Jahr 2006 mit ihrem Mann in die Schweiz. Seit wenigen Monaten lebt das Paar in Riniken. Zuvor war es in Villnachern zu Hause. Dass im Brugger Stadtteil Umiken ein Lebensmittelladen fehlt, ist Oliveira schon seit längerer Zeit aufgefallen. Das Lokal an der Baslerstrasse 140 mit Parkplätzen vor dem Haus erachtet sie als idealen Standort, um ihr Projekt mit den iberischen Produkten zu realisieren. «Es sind nicht nur Spanier und Portugiesen, die sich für mein Angebot interessieren, sondern auch immer mehr Schweizer», sagt sie.

In den Regalen finden sich neben Getränken, Putzmitteln und Süssigkeiten viele Grundnahrungsmittel wie Teigwaren oder Reis und die für die dortige Küche typischen Gewürze. Auch Bacalhau – der getrocknete Stockfisch – sowie Käse- und Wurstspezialitäten dürfen nicht fehlen. Noch während des Gesprächs trifft die Lieferung von einer portugiesischen Bäckerei aus Zürich ein mit Pastel de Nata (Puddingtörtchen) und typischem Brot.

Mit Lebensmitteln hat Oliveira bereits in Portugal und in der Schweiz gearbeitet. Das Einhalten von Hygienevorschriften sowie Temperaturkontrollen sind für sie selbstverständlich. Überhaupt sei die gute Qualität der Produkte wichtiger als der schnelle Ausbau des Angebots, etwa mit frischem Gemüse und Obst, betont die 32-Jährige. Sie wolle zuerst von den Kunden erfahren, was sie vermissen, und dann das Sortiment anpassen.

Ex-Gemeindeammann freut sich

Geöffnet ist der Laden von Montag bis Freitag von 8.30 bis 13 Uhr und von 15.30 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 20 Uhr. Gerne würde Oliveira auch sonntags öffnen, um frische Brote verkaufen zu können. Am Wochenende kann sie ausserdem auf die Hilfe ihres Ehemanns zählen, der unter der Woche als Chauffeur arbeitet.

Werner Fässler, der frühere Gemeindeammann von Umiken, erachtet die Ladeneröffnung als positiv für das Stadtquartier Umiken. Er hofft, dass die Bevölkerung das Angebot nutzen wird. In den 1970er-Jahren habe es in Umiken noch zwei Lebensmittelgeschäfte sowie eine Metzgerei gegeben, sagt Fässler. Nach Fertigstellung der «Schlüssel»-Überbauung sei in den 1990er-Jahren jeweils der Migros-Verkaufsbus nach Umiken gekommen. Seit über 20 Jahren gebe es keinen Lebensmittelladen mehr.

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