Brugg
Nach tödlichem Unfall: Sicherheit an Unglücksort wird erhöht

Der tödliche Unfall macht die Bewohner des Altersheims betroffen. Nun werden bei der Akkord-Baustelle ab sofort neue Sicherheitsmassnahmen getroffen. So wird die bisherige Anlieferungsstelle in der Fröhlichstrasse nach Norden verschoben.

Matthias Hausherr
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Die Anlieferungsstelle soll vorübergehend von der Kreuzung Fröhlichstrasse/Süssbachweg in der Bildmitte nördlich verlegt werden.

Die Anlieferungsstelle soll vorübergehend von der Kreuzung Fröhlichstrasse/Süssbachweg in der Bildmitte nördlich verlegt werden.

Matthias Hausherr

Ein Augenschein an der Fröhlichstrasse, wo vergangenen Freitag bei der Grossbaustelle des neuen Pflegetrakts ein älterer Herr tödlich verunglückt ist, zeigt, dass der Todesfall das Quartier stark beschäftigt. In den Vormittagsstunden sind viele ältere Leute an der Fröhlichstrasse unterwegs in die Stadt, zur Apotheke, zum Einkaufen oder zum Spazieren.

Die meisten von ihnen mithilfe von Rollatoren. Einige ältere Leute in Rollstühlen wagen sich recht nahe an die Baustelle, um durch das Gitter das Treiben zu beobachten. Das Alterszentrum Brugg bietet mit einem Pflegeheim sowie einer Alterssiedlung insgesamt Platz für über 100 Bewohner. Wer sich an der Unglücksstelle trifft, hält kurz an und kommt sofort auf den schrecklichen Unfall zu sprechen.

Der Verunglückte, ein Bewohner der nahen Alterssiedlung, war auf dem Rückweg von der Stadt von einem Betonmischer erfasst worden, der beim Losrollen den 81-Jährigen mit Rollator nicht gesehen hatte. In den Gesprächen mit den An- und Bewohnern des Zentrums kommt auch sehr schnell der Unglücks-Lastwagenfahrer zur Sprache. Die Anteilnahme an der sehr belastenden Situation des Lastwagenfahrers ist gross. Zwei ältere Frauen sprechen von einem stets zuvorkommenden Lastwagenfahrer, der die Bewohner höflich über die Strasse bat.

Vorübergehende Sofortmassnahme

Laut Hans Bürge, Geschäftsleiter der Stiftung Gesundheit Region Brugg, die für das Bauprojekt Akkord des neuen Pflegetrakts verantwortlich ist, fand am Montagmorgen eine Sitzung zum Sicherheitskonzept der Baustelle statt. Daran beteiligt waren das Baumanagement, vertreten durch die Firma Gross, sowie das ausführende Bauunternehmen Jäggi AG.

Als Sofortmassnahme, um die Sicherheit der Anwohner zu erhöhen, soll ab sofort die bisherige Anlieferungsstelle für Lastwagen gesperrt und weiter nördlich an die Fröhlichstrasse verlagert werden. Dadurch will man verhindern, dass Anwohner die Lastwagen wie bisher im toten Winkel passieren müssen, wenn sie vom Süssbachweg herkommen.

Die sofortige Sperrung der Anlieferungsstelle ist jedoch nur vorübergehend. Im weiteren Verlauf des Bauprozesses kann nicht gänzlich auf die bisherige Anlieferungsstelle verzichtet werden. Sobald der Baubetrieb es wieder verlangt, die alte Anlieferungsstelle in Betrieb zu nehmen, wird dies laut Hans Bürge mit zusätzlich begleitenden Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. Wie diese begleitenden Sicherheitsvorkehrungen aussehen werden, wird man sich zu einem späteren Zeitpunkt beraten müssen.

Senior mit Rollator von Lastwagen in Brugg überrollt und getötet
3 Bilder
Der Unfall hat sich bei der Baustelle an der Fröhlichstrasse in Brugg ereignet.
Das 81-jährige Unfallopfer verstarb noch an der Unfallstelle.

Senior mit Rollator von Lastwagen in Brugg überrollt und getötet

Kapo AG

Aufstieg nicht Rollator-gängig

In den Gesprächen mit An- und Bewohnern des Alterszentrums zeigt sich, dass die bisherigen Sicherheitsvorkehrungen meist als «genügend sicher» beurteilt wurden. Zu Beginn des Baubetriebs wurde am südlichen Ende der Baustelle, wo auch der Unfall passierte, extra ein neuer Fussgängerstreifen angelegt, um Passanten auf die andere Strassenseite umzuleiten und sie so von der Anlieferungsstelle fernzuhalten.

Der mit Beton angelegte Aufstieg aufs Trottoir ist aber teilweise durch die Abnützung oder Witterung sehr brüchig geworden. Wie eine Bewohnerin erzählt, kann sie diesen Aufstieg mit dem Rollator nur umständlich überwinden. Sie müsse sich dazu umdrehen und rückwärts auf das Trottoir steigen. Eine Verbesserung dieser Situation wird daher auch trotz der Verlagerung der Anlieferungsstelle nötig sein.

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