Birrhard

Nach langwieriger Standortsuche und viel Kritik – Birrhard bekommt eine Aushubdeponie

Mit dem Aushub soll entlang der A1 (im Hintergrund) ein Lärmschutzwall entstehen.

Mit dem Aushub soll entlang der A1 (im Hintergrund) ein Lärmschutzwall entstehen.

Seit 2014 wird in Brugg nach einem Deponiestandort gesucht. Übrig bleibt nun das Gebiet Steibode in Birrhard. Vor der Ablagerung von sauberem Aushub entlang der Autobahn A1 muss laut Kanton allerdings der Kies abgebaut werden. Damit sollen die Ressourcen geschont werden.

Die Schaffung von Deponien für sauberen Aushub beispielsweise vom Bau von Ein- oder Mehrfamilienhäusern, ist eine regionale Aufgabe. Seit April 2014 ist der Regionalplanungsverband Brugg Regio mit einer Arbeitsgruppe daran, in Abstimmung auf die Gesamtregion einen geeigneten Deponiestandort zu finden. Für mehrere mögliche Standorte wurden Gestaltungskonzepte erstellt und in einem Schlussbericht beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) eingereicht.

Als potenzielle Standorte für die Aufnahme in den kantonalen Richtplan mit Gemeinden und Landeigentümern diskutiert wurden, gab es auch Kritik. Besonders heftig war der Widerstand in Bözen (Deponie Förlig) und gegen eine Deponie zwischen Umiken und Villnachern.

Auch bei einem Projekt in Lupfig zeichnete sich trotz intensiver Gespräche keine Lösung ab. Übrig bleibt für Brugg Regio noch ein Standort in Birrhard. Der Regionalplanungsverband erachtet das Gebiet Steibode – zwischen Autobahn und Wohnquartier – als geeignet.

Lärmschutzwall für das benachbarte Wohnquartier

Die Grundeigentümer sind mit dem Vorhaben einverstanden und der Gemeinderat Birrhard unterstützt die weiteren Abklärungen. «Entlang der Autobahn A1 würde mit dem sauberen Aushub ein Wall gestaltet, was den Anwohnern künftig auch als Lärmschutz dienen wird», sagt Ulrich Salm, Vorsteher der Arbeitsgruppe Deponieplanung Brugg Regio und Gemeindeammann von Veltheim.

Der Deponiestandort in Birrhard wurde mit den kantonalen Fachstellen, dem Fachplanungsbüro Ilu AG und der privaten Investorengruppe der Terractus AG eruiert. Diese Aktiengesellschaft, die als Betreiberin der geplanten Deponie vorgesehen ist, besteht aus den drei Aktionären: Umbricht AG, Samuel Amsler AG und der Merz Gruppe. Auf Antrag von Brugg Regio soll der Standort im kantonalen Richtplan festgesetzt werden.

«Die weitere Planung für die Festsetzung der Aushubdeponie Steibode in Birrhard kam 2019 auf Grund der vom BVU verlangten Abstimmung mit dem Rohstoffversorgungskonzept RVK 2020 ins Stocken», heisst es im Jahresbericht 2019 von Brugg Regio. Auf Nachfrage der AZ sagt Sprecher Giovanni Leardini vom BVU: «Da sich der Standort in einem Gebiet mit grösseren Kiesvorkommen befindet, soll zur Schonung der Ressourcen vor der Ablagerung von Aushub der Kies abgebaut werden.»

Das Richtplanverfahren mit Mitwirkung kann starten

Daher sei das Vorhaben auch an das gesamtkantonale RVK 2020 gebunden. Dieses gelte als Grundlage für die Aufnahme von neuen Materialabbaugebieten in den Richtplan. «Ende April wurde das RVK 2020 vom Regierungsrat verabschiedet», fährt Leardini fort. Somit stehe einem Start des Richtplanverfahrens mit der dreimonatigen Mitwirkung nichts mehr entgegen. Über die Standortfestsetzung entscheidet danach der Grosse Rat.

Nach erfolgtem Richtplaneintrag wird laut dem BVU-Sprecher in der Nutzungsplanung von Birrhard eine Materialabbau- und Deponiezone auszuscheiden sein. Im Raum Birrfeld befinden sich auf Grund der geologischen Voraussetzungen weitere mögliche Materialabbaustellen. Der Steibode ist eine davon.

«Darum wird das bisherige Gesamtabbaukonzept für das Birrfeld von 2009, das einen zeitlich koordinierten Abbau vorsieht, vorgängig der Teiländerung der Nutzungsplanung von Birrhard zu aktualisieren sein», sagt Leardini zum weiteren Vorgehen. Erst im Baubewilligungsverfahren – dem dritten und letzten Verfahrensschritt – werde dann über den Abbau- und Auffüllbeginn entschieden.

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