Veltheim
Nach Kündigung der Pächter – so geht es weiter beim «Bären»

Obwohl dem Pächterpaar auf Ende Jahr gekündigt wurde, bleibt das Restaurant auch im kommenden Jahr geöffnet. Der Vorstand hat vor, den Gasthof so lange weiterzuführen, bis man eine gute Lösung gefunden hat.

Drucken
Mitten in Veltheim: Das geschichtsträchtige Wirtshaus Bären bleibt auch im nächsten Jahr geöffnet.

Mitten in Veltheim: Das geschichtsträchtige Wirtshaus Bären bleibt auch im nächsten Jahr geöffnet.

Aargauer Zeitung

Die Genossenschaft Bären hat den Pächtern Sandra Zuber und Michael Glasow gekündigt. Als Grund nennt die Genossenschaft die kontinuierlich zurückgehenden Umsätze. Zwei Monate noch bewirtet das Pächterpaar die Gäste. Nach der grossen Silvesterparty kommt dann der Abschied.

Dass die Umsatzzahlen nicht gestimmt haben, bestritt Sandra Zuber nicht: «Wir haben die geplanten Umsätze nie erreicht. Seit letztem Mai aber hat sich die Situation weiter verschlechtert.» Die Kündigung kam für das Pächterpaar wohl auch nicht aus heiterem Himmel: Seit längeren wurde es im Dorf gemunkelt. Und dass die Zahlen nicht gut standen, war sowieso klar.

Auch wenn Sandra Zuber und Michael Glasow den «Bären» nach Sylvester verlassen: Das Gasthaus wird Ende Jahr nicht geschlossen. Das Ziel der Genossenschaft, das 1999 zur Rettung des Gasthauses gegründet wurde, ist weiterhin, das Restaurant als Treffpunkt im Dorf zu erhalten. Zurzeit sei man aber nicht auf Pächtersuche, sagte Genossenschaftspräsident Alfred Schaffner. Er präzisierte später gegenüber der AZ seine Aussage: «Der ‹Bären› wird per Ende Jahr nicht geschlossen. Der Vorstand der Genossenschaft wird ihn weiterführen und gleichzeitig nach einer guten Lösung suchen.» (AZ/JAM)

Genossenschaft sicherte Weiterbestand

Dank der Genossenschaft Bären gibt es in Veltheim das Restaurant überhaupt noch. Die Genossenschaft wurde mit 100 Mitgliedern im Februar 1999 gegründet als Widerstandsbewegung gegen die Absichten des Kantons, im «Bären» ein Durchgangszentrum für maximal 40 Asylbewerber zu realisieren. Initiiert wurde damals die Aktion von Werner Däster und Engelbert Konecek. So wurde der Weg frei, den damals verwaisten «Bären» mit Eigenmitteln und einer Bankhypothek von der Waadt-Versicherung zu kaufen.

Auch die Ortsbürgergemeinde Veltheim zeichnete ein grösseres Darlehen. In den Gründungsstatuten wurde festgehalten, dass die Genossenschaft bezweckt, den Betrieb des Gasthauses zu gewährleisten. Von 1981 bis 1988 wurde der «Bären» als alternative Genossenschaft geführt und war ein bekannter Hippie-Treffpunkt. Die Waadt-Versicherungsgesellschaft kaufte dann die Liegenschaft 1996 an der Versteigerung. Heute zählt die Genossenschaft 140 Mitglieder. Die fünf Wohnungen über dem Restaurant mitten im Dorf sind vermietet. (jam)

Aktuelle Nachrichten