Schulpflege

Nach Knatsch: Wie es mit der Schule Windisch jetzt weiter geht

Von links: Isabelle Bechtel, Susanne Looser und Ernesto Hitz.

Von links: Isabelle Bechtel, Susanne Looser und Ernesto Hitz.

Nach turbulenten Jahren scheinen die Schulpflege und Schulleitung Windisch auf gutem Weg zu sein – Aufholbedarf ist aber da, wie ein Gespräch mit den Verantwortlichen zeigt.

Zwei turbulente Jahre liegen hinter der Schule Windisch. Das Gstürm in der Schulpflege belastete die Schulleitung sowie die Lehrpersonen, sorgte für grosses Misstrauen in der Bevölkerung und der Politik gegenüber dem Gremium (die AZ berichtete). Inzwischen wurde einiges neu aufgegleist, Isabelle Bechtel, Präsidentin der Schulpflege, versandte am Mittwoch einen Brief mit positiven Nachrichten.

Die Schulpflege: So arbeitet das Gremium jetzt

Nach dem unerwarteten Rücktritt von Thomas Haller Mitte Februar – er war nur einige Monate Mitglied der Schulpflege – wurde Mohamed Saleh neu ins Gremium gewählt. Entsprechend ist die Schulpflege jetzt wieder handlungsfähig. Präsidentin ist Isabelle Bechtel, das Vizepräsidium hat Amir Nuredini inne. Weiterhin dabei ohne Ressort, aber mit Stimmrecht, sind Zeynep Karavus und Suad Maliqi. Sie haben Ende letztes Jahr Beschwerde beim Kanton gegen den Ressortentzug eingereicht. Das Verfahren ist gemäss Rechtsabteilung der Gemeindeabteilung noch nicht entschieden. Der beigezogene Mediator hat sein Mandat per Ende Mai beendet.

Die Schulleitung: So läuft die operative Führung

Aufgrund der Unstimmigkeiten wurde an der Schule Windisch die Schulleitungskonferenz eingeführt. Diese fällt gemeinsam die Entscheide und koordiniert die Abläufe in der Schule. Die Teamleitung der Schulleitungskonferenz, Susanne Looser,  tauscht sich einmal wöchentlich mit der Schulpflegepräsidentin sowie dem Schulverwaltungsleiter aus, einmal im Monat stösst der zuständige Gemeinderat Bruno Graf dazu. Looser hat zudem die Schulleitung des Schulhauses Chapf inne. In den vergangenen Monaten konnten die vier offenen Schulleitungsstellen besetzt werden. Die Zusammensetzung sieht so aus: Nicole Kaspar (Dorf), Kathleen Raths (Rütenen), Joelle Schlittler (Kindergarten), Reto Geissmann (Dohlenzelg) sowie Christoph Alder (Bezirksschule). Zudem ist Fabia Wey für das Qualitätsmanagement der ganzen Schule zuständig. Darin enthalten ist das langfristige Schulentwicklungsprojekt «Kompetenzorientiert Beurteilen». Als Mitglied der Schulleitungskonferenz erleichtert sie so den Start für alle Schulleitenden.

Stellenbesetzung: Entwarnung für neues Schuljahr

Sämtliche offenen Stellen für das Schuljahr 2020/21 konnten besetzt werden. Im April hat Valentin Blum zudem die Arbeit als Schulsozialarbeiter aufgenommen.

Schulverwaltung: Ein neues, zentrales Organ

Nachdem der Einwohnerrat Windisch Ja gesagt hatte zu einer Neuorganisation der Schulverwaltung hat nun Ernesto Hitz als Leiter vor einigen Wochen seine Arbeit aufgenommen. Vorerst stundenweise, denn noch ist er bis Ende Juni an der Schule Wohlen tätig. «Wir versuchen, die vielen Fadenenden, die aufgrund der Vergangenheit entstanden sind, zu finden und wieder zusammenzufügen», sagt er.

Die Herausforderungen: Hier besteht Aufholbedarf

Eminent wichtig sind in der nächsten Zeit das Klären von Zuständigkeiten und Kompetenzen. «In der Organisation müssen wir uns noch finden», sagt Hitz. Es gelte, eine Struktur aufzubauen, die stimmig für alle ist. Dafür werden sich Schulpflege, Schulleitungskonferenz und die Schulverwaltung in eine Klausur begeben. «Wir wollen das neue Schuljahr geklärt angehen», sagt Isabelle Bechtel. Vorangetrieben wird zudem das Informatik-Projekt. Aufgrund der Coronakrise musste die Schule die Defizite in diesem Bereich überstürzt angehen. Heisst: Seit dem Lockdown arbeitet die Schule mit Office 365. «Das war ein Kraftakt», sagt Hitz. Die Ersatzbeschaffung der Geräte hat Verzögerung und dürfte erst im Sommer 2021 erfolgen. Die Zeit wolle man gut nutzen, um genau zu klären, wie das Konzept optimal umgesetzt werden kann.

Planmässig unterwegs ist die Schulleitungskonferenz bezüglich neue Ressourcierung und dem neuen Lehrplan. Bechtel betont, dass die Schule Windisch nun wieder gut aufgestellt und Ruhe eingekehrt ist. «Das Gefüge mag zurzeit noch etwas labil sein», sagt sie, «aber wir wollen das Vertrauen wieder aufbauen.» Hitz ergänzt, dass es dafür sichtbare Handlungen und vor allem auch Zeit brauche. Im Herbst steht dann die Kantonale Qualitätskontrolle an, die man vom Sommer 2019 verschoben hat. Nicht etwa, um einer schlechten Bewertung aus dem Weg zu gehen, sondern um die Chance zu haben zu zeigen, wie die Entwicklung vonstatten geht, wie Susanne Looser sagt.

Meistgesehen

Artboard 1