Hausen

Nach hohen Investitonen: Gemeinderat will Steuerfuss um 7% erhöhen

Die Doppel-Mehrzweckhalle mit Gemeindesaal und neu gestaltetem Dorfplatz wurde 2019 eingeweiht.

Mehrzweckhalle

Die Doppel-Mehrzweckhalle mit Gemeindesaal und neu gestaltetem Dorfplatz wurde 2019 eingeweiht.

Die Verschuldung der Gemeinde Hausen dürfte per Ende 2021 rund 4600 Franken pro Einwohner betragen. Um in Zukunft wieder unter den kantonalen Richtwert von 2500 Franken pro Einwohner zu kommen, greift die Exekutive zu einer drastischen Massnahme.

Zu erwartende Mindereinnahmen als Folge der Coronapandemie und aussergewöhnlich hohe Investitionen in den vergangenen Jahren (Stichwort: neue Mehrzweckhalle) haben unter anderem Auswirkungen auf den Finanzhaushalt der Gemeinde Hausen. In einer am Donnerstag verschickten Medienmitteilung des Gemeinderats heisst es, dass nächstes Jahr der Steuerfuss um 7% auf 106% erhöht werden soll. So sieht es das Budget 2021 vor, über das die Stimmbürger noch zu entscheiden haben.

Die progressive Entwicklung einiger gebundenen Kosten in den letzten vier Jahren sowie die angespannte Situation beim Steuerertrag in den Jahren 2019 und 2020 lasse für eine finanzpolitische Korrektur keinen weiteren Aufschub zu, schreibt der Gemeinderat. Eine Analyse und anschliessende Klassifizierung der Aufwandspositionen in gebundene und ungebundene Kosten haben genutzt werden können, um ein möglichst «schlankes» Budget 2021 zu erstellen.

Fiskalertrag sinkt trotz Steuerfusserhöhung

Die Rede ist von 95% gebundenen (12,55 Mio. Franken) und 5% ungebundenen Ausgaben (595'100Franken).Bei weiteren Einsparungen für ungebundene Kosten müssten langfristig Qualitätseinbussen im Service public sowie in der Vielfalt kultureller Aktivitäten in Kauf genommen werden; zudem würde die Arbeitgeberattraktivität nachlassen, argumentiert die Exekutive (Stichwort: erhöhte Fluktuation).Das Budget 2021 rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 112'400 Franken. Beim operativen Aufwand von 13,14 Mio. Franken sind Minderkosten von netto 327'700 Franken gegenüber dem Budget 2020 (13,47 Mio. Franken) enthalten; dies vor allem infolge der stagnierenden oder rückläufigen Kosten im Transferaufwand (Zahlungen an Bund, Kanton, Gemeinden und
Zweckverbände). Laut Gemeinderat vermindert sich der Fiskalertrag im Vergleich zum Vorjahr – trotz Steuerfusserhöhung – um 54'000 Franken.

Ab dem Budget 2022 soll wieder ein ausgeglichenes Budget vorgelegt werden. Ob hierfür weitere Kürzungen in den ungebundenen Kosten vorgenommen werden müssen, ist nicht klar. Auf einen zusätzlichen Verzicht von Dienstleistungen im Service Public möchte der Gemeinderat vorerst verzichten.

Schuldenabbau für die künftigen Generationen

Die Gemeinde plant für das Jahr 2021 mit Nettoinvestitionen im Gesamtbetrag von 880'000 Franken (Budget 2020: 1,27Mio. Franken). Die Kosten für den neuen Strassenkredit Hauptstrasse/Soorematt fallen dabei mit 750'000 Franken am deutlichsten ins Gewicht. Mit einer Selbstfinanzierung von 820'000 Franken können die Nettoinvestitionen zu 93,18% mit eigenen Mitteln finanziert werden. Für den Rest muss Fremdkapital beschafft werden.

Durch die zu erwartenden Fehlbeträge der Budgets 2020 und 2021 wird die Verschuldung voraussichtlich weiter ansteigen und dürfte per Ende 2021 rund 4600 Franken pro Einwohner betragen. In seiner Finanzstrategie hat der Gemeinderat deshalb als eines der Ziele festgehalten, dass in den nächsten Jahren der Abbau derVerschuldung zentral sei, um für die künftigen Generationen wieder genügend Investitionsspielraumzu schaffen.

Dies dank massiv weniger investiver Ausgaben und Mehrerträgen bei den Steuereinnahmen. Der Aufgaben- und Finanzplan zeige mit diesen Voraussetzungen ab 2023 eine laufende Verbesserung der Finanzlage auf (Schuldenabbau). Ab dem Planjahr 2030 sollte so der Richtwert für die Nettoverschuldung von 2500 Franken pro Einwohner in der Gemeinde Hausen wieder unterschritten werden. 

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