Effingen
Nach fast 15 Jahren: Bald steht die bekannte Bruderhöhle wieder offen

Die Felsen werden gesichert – voraussichtlich im Februar finden für eine Woche die Sanierungsarbeiten statt.

Michael Hunziker
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Wegen Einsturzgefahr musste der Zutritt zur Bruderhöhle verboten werden.ZVG/Urs Frei

Wegen Einsturzgefahr musste der Zutritt zur Bruderhöhle verboten werden.ZVG/Urs Frei

ZVG/Urs Frei

Rund 15 Jahre lang durfte die Bruderhöhle nicht mehr betreten werden. Wegen Einsturzgefahr. Schon bald aber soll der öffentliche Zugang wieder hergestellt sein. Voraussichtlich am 20. Februar beginnt die Sanierung des beliebten Ausflugsziels mitten im Wald im Gebiet «Wideregg» zwischen Effingen und Zeihen. Dauern werden die Tätigkeiten rund eine Woche.

Verantwortlich für die Sanierung ist die spezialisierte Firma Gasser Felstechnik AG aus Lungern im Kanton Obwalden. Primär werden die Felspartien an der Oberfläche gesichert, um die Erosion zu stoppen, erklärt Ruedi Degelo, Leiter Felssicherung. Die Sicherung erfolge mit Felsnägeln und einer Drahtnetzabdeckung.

Als Herausforderung bezeichnet Degelo den hohen Zerlegungsgrad der mürben Felsen. «Wir müssen mit grosser Vorsicht arbeiten, damit nicht im Zuge der Ausführung ein grösseres Paket ungewollt wegbricht und den Charakter der Höhle verändert.»

Besonderes Augenmerk gerichtet werde ebenfalls auf den zentralen Bereich, den Vorbau, der die beiden Eingänge trennt. Dieser werde von aussen auf verdübelt, fährt Degelo fort. «Die Bohrung wird im Kernbohrverfahren ausgeführt. Dadurch gibt es keine Erschütterungen.»

Die Installationen erfolgen auf dem oberliegenden Waldweg, erklärt Degelo. «Alle Gerätschaften sind tragbar. Vor Ort wird am hängenden Seil respektive auf Plattformen gearbeitet. Die Bohrarbeiten erfolgen mit Hand- und Lafettengeräten.»

Andreas Thommen, Gemeindeammann in Effingen, hofft, dass die Arbeiten unfallfrei verlaufen und am Ende beim Höhleneingang möglichst wenig vom technischen Eingriff zu sehen ist. Die sanierte Bruderhöhle – die wieder wie früher über einen Grillplatz verfügt – soll zu einem Treffpunkt werden für Jung und Alt, «wo insbesondere auch Familien und Kinder ein eindrückliches Naturerlebnis haben». Geachtet werden müsse darauf, dass kein Abfall liegenbleibe und das Fahrverbot beachtet werde, sagt der Ammann.

Er selber habe die Bruderhöhle nur kurz erlebt, als sie noch zugänglich war. Aber viele Einheimische hätten von tollen Festen und romantischen Stelldicheins berichtet, sagt Thommen. Als Kind habe er tagelang die Höhlen beim Zeininger Bönifelsen erkundet.

«Dieses besondere, abenteuerliche Naturerlebnis bleibt einem das Leben lang in Erinnerung und ich möchte unseren Kindern in Effingen gerne solche Eindrücke ermöglichen.» Sowieso wäre es schön, wenn die Kinder wieder mehr in den Wald zum Spielen gingen.

Wunsch kam aus der Bevölkerung

Rückblick: Bei der idyllisch liegenden Bruderhöhle hatten sich Felsen gelöst. Auf Anweisung der kantonalen Stellen musste der Zutritt verboten werden. Aus der Bevölkerung wurde der Ruf laut, das Ausflugsziel wieder zu öffnen. So liess der Gemeinderat abklären, welche Massnahmen getroffen werden müssen.

Das Wald-Grundstück befindet sich im Eigentum der Ortsbürgergemeinde Effingen. 2015 genehmigten die Ortsbürger den Gesamtkredit von 55 000 Franken für die Sanierung. Die Einwohnergemeinde beschloss, sich an den Kosten mit einem Beitrag von maximal 25 000 Franken zu beteiligen. Mehrere tausend Franken kamen bei einer Spenden-Aktion zusammen.

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