Seit der Wahl des neuen Altersheim-Vorstands am 16. April geht es mit dem Haus Eigenamt in Lupfig wieder aufwärts. Unter dem Strich werden sieben von acht Freigestellten im Altersheim weiterarbeiten.

Bereits vor einem Monat holte der interimistische Geschäftsführer Hanspeter Müller die Pflegedienstleiterin Christiane Serve in die Geschäftsleitung zurück. Mit Erfolg, wie er sagt: «Dass wir im Moment erneut alle Betten belegt haben, ist auch ein grosses Verdienst von Frau Serve.»

Nach den überraschenden Freistellungen am 23. Februar mussten einige Stellen mit Temporärverträgen kurzfristig besetzt werden. In der Zwischenzeit habe die neue Geschäftsleitung die Anforderungsprofile überprüft und gewisse Anpassungen vorgenommen, damit Überschneidungen oder Doppelunterstellungen vermieden und ein optimaler Ablauf garantiert werden, so Müller. Mit den Freigestellten seien diese Woche Gespräche geführt worden. Eine Person habe sich für einen anderen Weg entschieden.

Acht Entlassungen im Altersheim Eigenamt: Eine Mitarbeiterin erzählt.

Ende Februar 2015: Acht Entlassungen im Altersheim Eigenamt. Eine Mitarbeiterin erzählt im Beitrag von Tele M1.

Neuer Vertrag mit Probezeit

Aufgrund von geringfügigen Anpassungen und neuen Zielsetzungen erhalten die Rückkehrenden einen neuen Vertrag mit einer Probezeit. Das Team im Haus Eigenamt sei in den letzten Monaten auf harte Proben gestellt worden und man müsse allen Zeit lassen, wieder Vertrauen in den Vorstand und in die Geschäftsleitung zu finden, betont Hanspeter Müller. Und: «Alle Mitarbeitenden sind motiviert und sehen wieder eine Zukunft. Wir sind auf einem guten Weg, den man behutsam, strukturiert und offen gehen muss.»

Was hat sich sonst noch geändert? Die Führungsstrukturen und Handlungsfelder sind klar definiert. Müller präzisiert: «Es gibt eine deutliche Trennung von Strategischem auf der Vorstandsebene und dem Operativen, für das die Geschäftsleitung zuständig ist.»

Mussten Angestellte entlassen werden, damit die Freigestellten zurückkommen können? «Es wurden nur Personen entlassen, die entweder eine Temporäranstellung haben oder von denen man sich in der Probezeit trennt, also nicht wegen der Freigestellten», erklärt der Geschäftsführer.

Altersheim-Streit in Lupfig: Darum hatte Fredi Bärtschi hat genug vom Vorstand (Tele-M1-Bericht vom März 2015).

Darum hatte Fredi Bärtschi hat genug vom Vorstand (Tele-M1-Bericht vom März 2015). Er forderte, dass die gekündigten Mitarbeiter sofort wieder eingestellt werden.

Ausserordentliche GV am 17. Juni

Die neue Vorstandspräsidentin Ursi Berger aus Birrhard ist auch zuständig fürs Ressort Personal. Zur Rückkehr der Freigestellten will sie keine Stellung nehmen. Nur so viel: «Das ist eine operative Tätigkeit, die die Geschäftsleitung zu verantworten hat.»

Der Altersheim-Vorstand habe sich an der Sitzung konstituiert und die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung besprochen, so Ursi Berger weiter.

«Nun sind wir daran, die ausserordentliche Generalversammlung zu organisieren mit den Themen Jahresrechnung 2014 und Budget 2015, die an der letzten GV zurückgewiesen wurden.» Stattfinden wird sie am Mittwoch, 17. Juni, in der Turnhalle Lupfig.

Werden rechtliche Schritte gegen den alten Vorstand geprüft, weil durch den Eklat grosser finanziellen Schaden entstanden ist?

Berger sagt dazu: «Es gibt nicht den oder die Verantwortlichen. In der Vergangenheit wurde vieles nicht optimal gehandhabt und daraus ist dann diese Situation entstanden, die eskalierte.» An der bevorstehenden GV wolle der neue Vorstand das Vertrauen der Mitglieder gewinnen und eine klare Auslegeordnung schaffen, auf der man aufbauen könne und die nachvollziehbar sei.