Hausen

Nach einigen Jahren Verzögerung: Bagger stehen bereit für das Wohnhaus «Romeo»

In Hausen schafft die Stiftung Domino mit ihrem Neubau Platz für 25 Wohn- und 22 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.

Spatenstich: Stiftungsratspräsident Peter Müller steht in Hausen mit einem Megafon in der Hand und mit gelbleuchtendem Bauhelm auf der Wiese und ruft laut den Namen des neuen Wohnhauses: «Romeo». Passend zur nicht mehr aktiven römischen Wasserleitung, die unter der Landreserve – direkt neben dem Wohnhaus Domino – durch verläuft. «Romeo» auch weil das neue Gebäude für 25 Wohn- und 22 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung im Westen an die Römerstrasse grenzt. Zudem passe «Romeo» vom Wortklang her zu den bestehenden Gebäuden «Mikado» in Windisch und Wohnhaus «Domino» in Hausen.

Fünf Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnhauses stehen am Montagmorgen auch auf der Wiese, sie halten die einzelnen Buchstaben in die Höhe. Daneben warten zwei Bagger, um mit dem Bau loszulegen.

Der Kanton verfügte ein dreijähriges Moratorium

Zuerst wird allerdings Humus abgetragen, damit die römische Wasserleitung durch die Kantonsarchäologie freigelegt und kartiert werden kann. Gemäss Baukommissionspräsident Peter Schmidlin sollen die Arbeiten der Kantonsarchäologie rund drei Wochen dauern. Danach kann mit dem Aushub begonnen werden. «Schon das Mikado entstand unter der Ägide der Firma Metron Architektur AG, der Kreis schliesst sich», sagte Peter Schmidlin anlässlich des Spatenstichs.

Die Metron Architektur AG hatte den Architekturwettbewerb für das neue Wohnheim 2014 gewonnen. «Als wir 2014 gewannen, war die Freude gross», erinnerte sich Projektleiter Nico Abt. Doch dann verfügte der Kanton ein dreijähriges Moratorium. In dieser Zeit wurden alle Wohn- und Beschäftigungsplätze im Aargau überprüft. In den drei Jahren Pause seien Bedenken aufgekommen, ob das Projekt weitergehe, so Nico Abt.

Im Jahr 2018 erhielt die Stiftung Domino grünes Licht für das Vorprojekt. Ende 2019 genehmigte der Stiftungsrat das Bauprojekt, im Januar 2020 erfolgte die Baueingabe und danach die Baubewilligung durch die Gemeinde. «Nach zwei Jahren intensiver Planung stehen wir nun da», sagt Nico Abt erfreut und bedankt sich für die gute Zusammenarbeit.

Der Neubau kostet 13 Millionen Franken

Gebaut wird für 13 Millionen Franken ein dreigeschossiger Wohnteil mit einem angegliederten Atelierflügel. Im Haus «Romeo» wird Platz geschaffen für vier Wohngruppen mit
20 betreuten Wohnplätzen, eine Wohngruppe mit fünf Wohnplätzen und integrierter Beschäftigung. Im Atelier werden 22 Arbeitsplätze bereitgestellt. Zudem verfügt das Wohnhaus über 34 unterirdische Parkplätze. Das Gebäude wird in Hybridbauweise erstellt. Der Kern und die Geschossdecken sind aus Beton, die Fassade und das Atelier werden aus Holz gefertigt. Im Juni 2021 soll der Rohbau stehen, ein Jahr später soll das Haus bezugsbereit sein.

Eigentlich hätte der Spatenstich im Rahmen der grossen Festivitäten zum 40-Jahr-Jubiläum über die Bühne gehen sollen. Das Fest wurde zunächst verschoben und schliesslich ganz abgesagt: «Ich bin froh und glücklich, dass wir immerhin ein kleines Fest miteinander feiern können, den Spatenstich für das neue Wohnhaus in Hausen», sagt Peter Müller, der Ende Jahr von seinem Amt zurücktritt.

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