In einem Fitnesscenter im Raum Brugg sind kürzlich gleich zwei Portemonnaies aus abgeschlossenen Garderobenschränken gestohlen worden, erzählte ein Betroffener. Er vermutete, dass der Dieb eine Art Universalschlüssel verwendet haben kann, da keine Einbruchspuren festzustellen waren. Ein anderer Mann schilderte, dass ihm vor ein paar Monaten am gleichen Ort das Portemonnaie abhandengekommen war. Ärgerlich, da waren sie sich einig, seien neben dem Verlust von Bargeld vor allem die Umtriebe mit den Ausweisen und Bankkarten.

«Solche Vorfälle sind eine absolute Ausnahme», sagt jetzt die Leiterin des betroffenen Fitnesscenters, die über langjährige Erfahrung in der Fitnessbranche verfügt. Weitere Diebstähle seien – das habe auch eine Rücksprache bei Mitarbeitern und früheren Leitern ergeben – keine bekannt.

Einem der erwähnten Besucher seien die Wertgegenstände abhandenkommen, als er diese für kurze Zeit auf dem Bänkli in der Garderobe liegen liess, während er unter der Dusche stand, führt die Leiterin aus. Der Betroffene habe eine verdächtige Person beobachtet und sofort die Polizei verständigt. Diese konnte den Täter tatsächlich ausfindig machen. Im Fitnesscenter hat er nun Hausverbot.

Leiterin: «Das war sehr merkwürdig»

Beim Vorfall, bei dem die Wertsachen aus den abgeschlossenen Kästchen verschwunden sind, habe nicht genau eruiert werden können, was sich abgespielt habe, hält die Leiterin fest. Auch die Abklärungen, ob es solche Universalschlüssel gebe, hätten zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt. Kurz: «Das war sehr merkwürdig.»

Trotz Einzelfällen hat das Fitnessstudio gehandelt. «Wir führen neben den regelmässigen, fixen Hygiene-Checks neu häufiger zusätzliche Kontrollrundgänge durch», sagt die Leiterin. Ebenfalls werde verstärkt ein Auge geworfen auf den Empfangsbereich sowie die Check-ins und Check-outs. «Auch weisen wir vor allem unsere Neumitglieder darauf hin, dass sie ihre Wertsachen während der Trainings immer im abgeschlossenen Garderobenschrank aufbewahren und nie offen herumliegen lassen sollen.» Mit den bestehenden Kästchen würden übrigens sehr gute Erfahrungen gemacht, fügt sie an. «Das System ist einfach und sicher.»

Weitere Massnahmen seien schwierig umzusetzen, gibt die Leiterin zu bedenken. Eine permanente Überwachung – ob durch eine Person oder eine Kamera – sei keine Option im sensiblen Garderobenbereich.

Die Leiterin appelliert an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen, ruft dazu auf, die nötige Vorsicht walten zu lassen und verdächtige Beobachtungen umgehend den anwesenden Mitarbeitern zu melden. Bei verdächtigen Personen oder konkreten Vorfällen kann eine Verwarnung oder – wie im Fall des gefassten Diebs – ein Hausverbot ausgesprochen werden.

Es herrscht eine eher familiäre Atmosphäre

Das Fitnesscenter werde – im Gegensatz zu den öffentlichen Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbädern – ausschliesslich von Mitgliedern besucht, ergänzt die Leiterin. «Es herrscht eine eher familiäre Atmosphäre, viele kennen einander.»

Trotzdem: «Gauner kann es überall geben», ist sie sich bewusst. «Als Betreiber ist es an uns, für die grösstmögliche Sicherheit zu sorgen für unsere Mitglieder.»