Brugg

Nach der Fusion: Es fehlt eine halbe Million Franken

Die Finanzen der Einwohnergemeinde Brugg, im Bild ist das Stadthaus zu sehen, geraten laut Prognose nächstes Jahr langsam in Schieflage.

Die Finanzen der Einwohnergemeinde Brugg, im Bild ist das Stadthaus zu sehen, geraten laut Prognose nächstes Jahr langsam in Schieflage.

Das Budget 2020 der Einwohnergemeinde Brugg umfasst erstmals den künftigen Stadtteil Schinznach-Bad. Das hat vorläufig negative Auswirkungen.

Am 1. Januar 2020 fusioniert die Stadt Brugg (11 130 Einwohner) mit der Gemeinde Schinznach-Bad (1350 Einwohner). Dadurch wird die Verwaltung in Schinznach-Bad aufgelöst. Künftig ist die Stadt Brugg für Schinznach-Bad zuständig, was sich nun auch im vorliegenden Budget 2020 widerspiegelt.

Bei der Erfolgsrechnung der Einwohnergemeinde Brugg schlägt der betriebliche Aufwand (ohne Abschreibungen) mit 58,8 Millionen Franken zu Buche. Die Abschreibungen belaufen sich auf 4,9 und der betriebliche Ertrag (ohne Steuerertrag) auf 19,8 Millionen Franken. Insgesamt ist ein Steuerertrag von 36,8 Millionen Franken budgetiert.

Somit resultiert aus der betrieblichen Tätigkeit ein Verlust von 7,1 Millionen Franken. Im Finanzplan 2020 für die fusionierte Gemeinde war ein Minus von 5,8 Millionen vorgesehen. Das Ergebnis aus der Finanzierung fällt zwar mit 6,6 Millionen Franken rund 1 Million höher aus als im Budget 2019 der Einwohnergemeinde Brugg und im Finanzplan 2020.

Dennoch zeigt das daraus resultierende operative Ergebnis, dass die Finanzerträge den normalen Betrieb und die nötigen Abschreibungen nicht zu decken vermögen. Für ein ausgeglichenes Budget fehlen 499 400 Franken.

Der Kanton zahlt keinen Zusammenschlussbeitrag

Diese finanzielle Schieflage im Budget 2020 hat auch damit zu tun, dass im ausserordentlichen Bereich entgegen der Finanzprognose – neben der Zusammenschlusspauschale von total 800 000 Franken – keine weiteren Zusammenschlussbeiträge vom Kanton zu erwarten sind. Der Grund: In Schinznach-Bad sind die Normsteuererträge in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen und liegen nun über dem Kantonsdurchschnitt.

Beim Nettoaufwand sind im Budget 2020 für die allgemeine Verwaltung 5,8 Millionen Franken vorgesehen. Die Kostensteigerung von 1 Million Franken gegenüber dem Vorjahresbudget ist grösstenteils fusionsbedingt. Mit anderen Worten: Der Personalaufwand bei der Stadtverwaltung ist höher und der Betriebs- und Unterhaltsbedarf steigt infolge Zuwachs der Anzahl Verwaltungsgebäude.

Fusionsbedingt steigen auch die nach Einwohnerzahl berechneten Beiträge an die regionalen Organisationen. Im Vergleich zum Vorjahr fällt im Bereich Bildung die grösste Kostensteigerung an: von 11,8 auf 13,6 Millionen Franken. Auch diese Zunahme sei grösstenteils fusionsbedingt durch die steigende Anzahl Schüler, Klassen und Schulliegenschaften begründet, heisst es in der entsprechenden Botschaft.

Weitere Gründe sind höhere Auslagen beim Schulgeld, dem Besoldungsanteil Lehrpersonen, ICT-Budget der Schule sowie im Bereich der Neuorganisation der Tagesstrukturen. Im Gesundheitsbereich steigen die Kosten für ambulante und stationäre Krankenpflege unter anderem aufgrund von Tarifanpassungen überproportional an. Höhere Aufwendungen fallen im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe sowie bei den Restkosten für Sonderschulen, Heime und Werkstätten an.

Tieferer Steuerfuss für Einwohner von Schinznach-Bad

Die Steuererträge der natürlichen Personen von 29,7 Millionen Franken basieren auf einem Steuerfuss von 97%. Dieser Satz ist für Brugg unverändert. Für die Gemeinde Schinznach-Bad galt bisher ein Steuerfuss von 107%. Von juristischen Personen wird ein – gegenüber dem Finanzplan 2020 geringerer – Steuerertrag von 4,5 Millionen Franken erwartet. Budgetiert sind Quellensteuern von 1,7 und Sondersteuern von 0,9 Millionen Franken.

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