Vom Weihnachtsmarkt in Adventsstimmung versetzt, wollten Hunderte Menschen anschliessend das Lichtspektakel in der Altstadt miterleben. Wer aber das übliche statische Bild mit Krippe, Esel und Stern von Bethlehem erwartete, wurde überrascht. Für die Kunstschaffenden Andi Hofmann, Maria Bänzinger und Pascal Arnold sollte es nicht beim klassisch Besinnlichen bleiben.

Dafür drängte sich ihre Kreativität beim Erstellen der Bilder zu sehr auf. «Es sollte etwas Neckisches dabei sein», verriet Andi Hofmann in einer Pause. Die drei bedienten die Projektion durchgehend am Laptop und wechselten sich dabei ab. Diese Live-Performance erlaubte Spontanität und sollte auf den Moment abgestimmt sein.

Himmel, Hölle, Glitzerschnee

Über die Fassade des Römerturms zirkulierten sowohl Teufelchen als auch plastische Sterne, was die Animationen kosmisch wirken liess. Im Hintergrund schneite es Glitzer und fanden schnelle bunte Farbwechsel statt.

Auf dem Zifferblatt figurierten Gemälde aus verschiedenen Kunstepochen und Kulturen. Himmel und Hölle verschwammen ineinander. Zudem wurde das treppenartige Dach des historischen Altstadtgebäudes einbezogen. «Obwohl alles so modern wirkt, wurden die Darstellungen durch analoge Techniken hergestellt», erklärt Hofmann.

Für die Künstler ging es unter anderem auch darum, das Konzert des Pop-Ensembles Vindonissa Singers zu unterstützen. Diese sangen besinnliche und trendige hauptsächlich englische Lieder, aktuelle wie auch klassische.

Brugg als Projektpionier

Das Publikum wurde durch Bild und Klang richtiggehend erleuchtet, klatschte mit dem Chor im Takt mit und spendete grosszügig Applaus. Vor und zwischen den Konzerten gab es reichlich Gelegenheit, den Hunger zu stillen.

Die Restaurants der Brugger Altstadt servierten im Freien auf schmucken, speziell vom Brugger Architekten Krishna Menon für den Anlass gestalteten Holztheken einfache Spezialitäten wie Gulasch- oder Gerstensuppe und Lebkuchen. Punsch und Glühwein liessen ausserdem die frostigen Temperaturen vergessen.

Das Prinzip der Lichtprojektion an historischen Altstadtgebäudewänden wird in der aktuellen Adventszeit in Klingnau, Brugg, Rheinfelden und zum Jahreswechsel in Bremgarten getestet. Somit kommt diesen Städten eine Pionierfunktion zu. Bald soll es sich in allen Aargauer Altstädten durchsetzen. In Brugg wurde es hauptsächlich durch privates Sponsoring möglich gemacht.