Badi-Eintritte
Nach dem Feierabend in die Badi: Windisch prüft Abendeintritt

Meistens muss man für einen Badi-Eintritt am Abend gleich viel bezahlen wie für den ganzen Tag. Die Stadt Zofingen zeigt, dass es anders geht. Wie halten es die Badis in der Region Brugg?

Janine Müller
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Was gibt es Schöneres, als nach einem langen Arbeitstag im Sommer dem stickigen Büro zu entfliehen und den Feierabend in der Badi zu verbringen? Nur wird dieses Badevergnügen häufig durch die gleichen Eintrittspreise, wie sie tagsüber gelten, getrübt.

Als eine der wenigen Badeanstalten im Kanton Aargau bietet die Badi Zofingen einen Feierabend-Eintrittspreis an. Statt fünf Franken kostet der Aufenthalt ab 17 Uhr nur noch drei Franken. Für Studenten und Lehrlinge ist der Eintritt ab dieser Zeit gar gratis.

Etwa 10 000 Franken nimmt die Badi mit den Abendeintritten ein. Sie machen lediglich einen kleinen Teil der Gesamteinnahmen aus, die zwischen 110 000 Franken (schlechter Sommer) und 300 000 Franken (guter Sommer), schwanken. «Wir hoffen aber, dass der Abendeintritt für den einen oder anderen Kunden ein Anreiz ist, unsere Badi zu besuchen», sot Käthi Hagmann, zuständige Stadträtin in Zofingen.

Brugg hat Idee verworfen

Eine Umfrage in der Region Brugg zeigt: Keine einzige Badi bietet solche Feierabendpreise an. In der Stadt Brugg hat man sich allerdings schon einmal Gedanken darüber gemacht, die Idee aber schnell wieder verworfen.

Die Begründung: Kurzzeitaufenthalter, darunter vor allem Schwimmer, benützen die Badi vorwiegend am Morgen, über den Mittag und am Abend. «So müssten konsequenterweise zwei oder drei Eintrittspreise pro Tag eingeführt werden», sagt Andrea Pajarola, stv. Stadtschreiber.

Es sei daher preislich nicht so entscheidend, ob sich ein Kunde während einer oder drei Stunden in der Badi aufhält. Sie räumt aber ein, dass ein Feierabendpreis eine kleine Erhöhung der Eintritte generieren könnte. «Durch den niedrigen Preis wird das aber wieder eliminiert.»

Keine Option für kleine Bäder

Windisch hat sich bisher nicht mit einem Feierabendpreis auseinandergesetzt. Die Idee kommt aber gut an. «Die Betriebskommission wird sich vor der nächsten Saison mit dieser Angelegenheit befassen und die Einführung eines Feierabendpreises diskutieren», sagt Marina Krucker von der Abteilung Planung und Bau.

Sie meint, dass die Einführung eines solchen Preises die Badi für Personen, die nach der Arbeit noch eine Abkühlung suchen, attraktiv macht. Krucker ergänzt aber, dass bereits viele Gäste ein Saisonabo haben. Das würde einen Feierabendpreis überflüssig machen.

Ähnlich klingt es von den kleineren Badeanstalten in der Region. In Villigen und Villnachern hält man wenig von einem Feierabendpreis. «Ich finde die Idee zwar gut, für eine kleine Badi wie unsere ist dies aber nicht notwendig», sagt Beat Buchle, Vizeammann Villnachern und Präsident der IG Badi.

Mit den verschiedenen Abos sei man gut bedient, Einzeleintritte seien sowieso eher selten. Auch der Villiger Gemeinderat Peter Gut weist auf die vielen Stammgäste hin, die sowieso ein Abo besitzen.

Darum: «Wir sehen im Moment keinen Anlass, solche differenzierten Eintrittspreise einzuführen.» Die Schinznacher Badi und jene in Auenstein kennen ebenfalls keinen Feierabendtarif.

Die Saison 2015 dürfte für die Badis – ob mit oder ohne Feierabendeintritt – eine erfolgreiche werden. Viele haben bereits jetzt mehr Einnahmen generiert als in der gesamten letzten Saison.

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