Der Hoflädeli-Diebstahl in Lupfig hat kürzlich hohe Wellen geworfen. Ein dreister Dieb klaute das Geld aus der Kasse eines Selbstbedienungshoflädelis und bediente sich auch noch an der Ware.

Dreister Dieb im Hofladen

Dreister Dieb im Hofladen in Lupfig.

Immer wieder bedienen sich die Leute im Hofladen der Familie Hartmann aus Lupfig und zahlen zu wenig. Dieser Dieb übertrifft aber alles.

Für die Landwirtin eine ärgerliche Sache. Zum Glück war der Selbstbedienungsladen videoüberwacht. Mittels Suche auf Facebook konnte der Täter ausfindig gemacht werden. Das Geld allerdings zahlte er nicht zurück, die betroffene Bauernfamilie erstattete Anzeige.

Entlarvter Hofladen-Dieb zahlt Geld nicht zurück: «Wir sind sehr enttäuscht»

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Per Facebook suchten Jürg und Corinne Hartmann aus Lupfig den Mann, der in ihrem Hofladen Geld und Lebensmittel gestohlen hatte. Er meldete sich telefonisch – und bot an, das Geld auf dem Hof abzuarbeiten. Jetzt hat der Dieb eine Anzeige am Hals.

Eine Umfrage der AZ unter einigen Landwirten im Bezirk Brugg zeigt: Solche Ereignisse sind die Ausnahme. Und: Für die Landwirte lohnt sich der Aufwand, einen Hofladen zu betreiben. So sagt Mike Mathys vom Schryberhof in Villnachern: «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich der Aufwand lohnt. Es geht nicht nur um den Einkauf im Hofladen, sondern auch darum, dass die Kunden auch auf die weiteren Angebote unseres Landwirtschaftsbetriebs aufmerksam werden.»

Der Hofladen des Schryberhofs habe einige Stammkunden, immer wieder würde aber auch Laufkundschaft aufgrund der Lage des Betriebs den Weg ins Hoflädeli finden. Verkauft wird Wein, Obst, Gemüse, Brot und weitere hausgemachte Spezialitäten. Allerdings: Einen Selbstbedienungsbereich hat die Familie Mathys nicht. Genauso wenig wie einen speziellen Schutz gegen Diebe, «da bisher noch nie etwas Negatives passiert ist», wie Mike Mathys betont. Der Hofladen ist an sechs Tagen in der Woche geöffnet.

Selbstbedienung gibt es beim Walternhof in Bözen nur bei den Blumen. Auf dem Blumenfeld können die Kunden die Pflanzen selber schneiden. «Bestimmt wird dort nicht immer zu 100 Prozent bezahlt», meint Landwirt Philipp Heuberger. Trotz allem sei er überzeugt, dass es viele Leute gebe, die ihre Blumen bezahlen und die Arbeit wertschätzten.

Im Walternhof integriert ist ebenfalls ein Hofladen. Seit 2008 verkauft die Familie nebst Gemüse, eigenem Rapsöl, Trockenfrüchten, Teigwaren, Honig auch Blumen – vom Strauss bis zur kompletten Hochzeitsdekoration. Damit habe man nur gute Erfahrungen gemacht, sagt Heuberger. «Die Leute schätzen den direkten Kontakt, da unser Laden bedient ist, und wir so, neben einem Schwatz, auch Infos über unsere Produkte weitergeben können», ergänzt Heuberger.

Der Aufwand dafür gestalte sich riesig, aber es lohne sich, lautet das Fazit. Mit Dieben hatten die Inhaber des Walternhofs bis anhin nichts zu tun. «Unser Laden hat Öffnungszeiten und ist bedient. Das ist der beste Schutz», ist Heuberger überzeugt.

Kunden schätzen Beratung

Ähnlich schützt sich auch die Familie Pfister in Bözen. «Den Laden schliessen wir ab, wenn er nicht gerade bedient ist», sagt Reto Pfister. Im Laden zu kaufen gibt es Wein, Natura-Beef, Traubensaft, Süssmost, Mostbröckli, Wurstwaren und Brot. Selbstbedienung gibt es nicht, «da Wein und Natura-Beef zwei Produkte sind, mit denen man relativ schnell auf hohen Geldbeträgen ist», wie Pfister erklärt. «Zudem lassen sich unsere Kunden gerne beraten bei der Fleischauswahl.» Wichtig sei weiter der direkte Kundenkontakt.

Auf dem Zelglihof in Rüfenach setzt die Generationengemeinschaft nur im Sommer auf Selbstbedienung, beispielsweise bei Früchten. «Hier kommt es sicher vor, dass nicht alle ehrlich sind und zu wenig Geld in die Kasse legen», heisst es auf Anfrage der AZ. «Aber es gibt auch Kunden, die dafür mehr Geld als nötig einlegen. Das gleicht sich aus.

Grundsätzlich setzt man aber beim Zelglihof ebenfalls auf einen bedienten Laden. «Wenn man dort steht, verkauft man mehr», zeigt sich die Generationengemeinschaft überzeugt. Zudem würde auch bei ihnen bei Produkten wie Wein und Fleisch rasch viel Geld zusammenkommen, was sich für Selbstbedienung nicht eigne.

Und so sieht die Situation im Fricktal aus: Auch Langfinger mögens regional