Unschöne Szenen haben sich abgespielt am späteren Freitagabend in Brugg: Auf einem Parkplatz am Rosengartenweg kam es zu einem blutigen Streit zwischen Asylbewerbern. Die Patrouillen der Regionalpolizei sowie der Kantonspolizei nahmen sechs Eritreer im Alter von 16 bis 19 Jahren in Gewahrsam.

13. Mai 2017: 19-Jähriger nach Schlägerei notoperiert

Am Freitag 12. Mai 2017 kam es in Brugg zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Eritreern. Dabei wurde ein 19-Jähriger schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat ein Verfahren eröffnet. Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 19-jährigen Eritreer, sagt Sprecherin Fiona Strebel und ergänzt: «Er ist flüchtig und zur Verhaftung ausgeschrieben.»

Aus verschiedenen Unterkünften

Detaillierte Angaben, warum es zur Auseinandersetzung kam und warum die Situation unter den Landsmännern schliesslich eskalierte, macht Fiona Strebel keine. Dies sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Fest steht, dass die Asylbewerber aus verschiedenen kantonalen Unterkünften stammen.

Der Notruf ging am Freitag um 21.40 Uhr ein. Gemeldet wurde, dass eine Person blutend kollabiert sei. Am Rosengartenweg stiessen die Polizei sowie die Ambulanz auf die jungen Männer aus Eritrea. Bei einem 19-Jährigen wurde eine stark blutende Wunde festgestellt. Das Opfer musste noch in der gleichen Nacht notoperiert werden.

Der Mann sei ausser Lebensgefahr und ihm gehe es «den Umständen entsprechend», sagt Fiona Strebel. Auskünfte über die Tatwaffe – und ob diese bereits gefunden werden konnte – gibt sie aus ermittlungstaktischen Gründen keine. Es seien, führt sie aus, bereits diverse Personen befragt worden. «Weitere Befragungen stehen an.»

Polizei macht vermehrt Kontrollen

Das Areal am Rosengartenweg ist der Polizei als Treffpunkt bekannt, sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg. Abends halten sich dort, stellt er fest, auch andere Personengruppen auf. «Viele Problemfälle hat es bis jetzt aber noch nicht gegeben.» Es würden allerdings vermehrt Kontrollen durchgeführt. Auf die Frage, ob weitere Massnahmen ins Auge gefasst werden oder beispielsweise ein Rayonverbot ein Thema sein könnte, antwortet Hossli: «Wegweisungen gemäss Aargauischem Polizeigesetz werden im Zusammenhang mit Straftaten im Einzelfall geprüft und befristet gegen Straftäter ausgesprochen.»

Gemäss dem Fernsehsender Tele M1 schilderten Anwohner, dass es auf diesem Platz in der Nacht oft laut zu und her gehe und viel Alkohol konsumiert werde. Viele Einheimische machten deshalb einen Bogen um das Gelände in der Nähe des Friedhofs.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Aargau betrunkene Eritreer aufeinander losgingen. Anfang Jahr kam es an einer Party in Aarau und im vergangenen Herbst an einer eritreeischen Hochzeit zu wüsten Schlägereien. Wenn diese Männer dem Alkohol zusprechen, sinke die Hemmschwelle und es brauche nicht viel, dass es zu Auseinandersetzungen kommen könne, sagte Daniel Saridis, Mediensprecher der Kantonspolizei, gegenüber Tele M1.