Brugg
Nach Artikel in der az sprudeln die Spenden für das Hospiz

Die Palliative Care im Süssbach wird von sechs auf neun Zimmer erweitert: Zwei Artikel in der az haben auf das Hospiz aufmerksam gemacht und Private sowie Stiftungen zu Spenden mobilisiert.

Elisabeth Feller
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Freundlich und hell ist der Eingangsbereich im Brugger Hospiz. Liebe oder Lebe: Das Plakat lässt sich verschieden lesen.

Freundlich und hell ist der Eingangsbereich im Brugger Hospiz. Liebe oder Lebe: Das Plakat lässt sich verschieden lesen.

Alex Spichale

Im Brugger Hospiz Palliative Care dröhnen derzeit die Baumaschinen: Die Institution auf der dritten Etage des Pflegezentrums Süssbach wächst. Die Erweiterung von sechs auf neun Zimmer ist ein lang gehegter Wunsch des Hospiz, die mit Kosten von 195 000 Franken zu Buche schlägt. Diese will die vor vier Jahren nach Brugg gezogene Institution aus eigener Kraft stemmen, weshalb sie auf Spenden angewiesen ist. Die drei neuen Räume auf demselben Stockwerk sollen mit Sicherheit im Januar 2015 bezugsbereit sein.

Ein Artikel und ein Kommentar in der az haben einiges ausgelöst. «Wir bekommen sehr viele Anrufe von Menschen aus der Region Brugg-Windisch, die spontan spenden wollen und deshalb um Einzahlungsscheine bitten», sagt Rolf Tschannen, der zusammen mit Margrit Güntert Co-Geschäftsleiter von Hospiz Aargau ist. Aber nicht nur Private melden sich, auch Stiftungen.

Zum Beispiel eine aus dem Kanton Aargau, die nicht namentlich erwähnt werden will. Das Hospiz hatte diese vor einigen Monaten kontaktiert. Nach dem Erscheinen der Artikel rief prompt ein Vertreter der Stiftung an: «Jetzt spenden wir 80 000 Franken für ein komplettes Patientenzimmer.» Das bedeutet: Die Stiftung berappt den Umbau, die medizinische Einrichtung, das Bett, die Kochnische, den Tisch, die Stühle sowie noch anderes.

«Wertschätzung motiviert uns»

Aus Zürich wiederum meldete sich die Stiftung NAK-Humanitas, die soziale und gemeinnützige Projekt im In- und Ausland fördert und initiiert. Sie bat das Hospiz um Pläne und Unterlagen, um sich über die Erweiterung zu informieren. Tenor: «Hier handelt es sich um eine gute, humanitäre Sache, die wir unterstützen wollen.» Auch von da fliesst also Geld – wie viel, ist im Moment noch offen.

Rolf Tschannen freut sich über die unverhofften Reaktionen. «Wir alle, ob professionelles Pflegeteam oder freiwillig Mitarbeitende, erfahren von aussen eine Wertschätzung unserer Tätigkeit, die auf uns äusserst motivierend wirkt.» Nicht nur die Spenden erfreuen die Institution, auch die Verlängerung des Mietvertrages bis 2025 – mit der Option noch weiter verlängern zu können.

Bewegte Geschichte

Wenngleich die Erweiterung momentan Priorität geniesst, beschäftigt noch ein anderes Thema das Hospiz Aargau – das
20-Jahr-Jubiläum. Es wird am 30. Oktober im Stadtcasino Baden gefeiert mit Grussadressen der Ständerätinnen Pascale Bruderer und Christine Egerszegi sowie des Brugger Stadtammanns Daniel Moser. Bestimmt wird am Festakt die bewegte Geschichte des Hospiz aufgerollt werden.

Eine kurze Rückblende

Am 7. Oktober 1994 gründet Luise Thut den Aargauer Hospiz-Verein zur Begleitung Schwerkranker. 1998 wird die Luise-Thut-Stiftung gegründet zum Zweck der Mittelbeschaffung. 2005 wird ein Traum wahr: Im Juni wird das erste stationäre Hospiz im Aargau mit vier Betten eröffnet. Das Hospiz an der Reuss befindet sich in den Räumen des ehemaligen Klosters Gnadenthal in Niederwil. 2006 übernimmt Ständerätin Christine Egerszegi die Schirmherrschaft des Vereins; 2010 zieht das stationäre Hospiz nach Brugg in den dritten Stock des ehemaligen Spitals um. Die Luise-Thut-Stiftung finanziert den notwendigen Umbau – das Hospiz kann sechs Sterbende aufnehmen. 2013 zählt der Verein mehr als 700 Mitglieder, 13 Angestellte im stationären Hospiz sowie rund 70 Freiwillige, die ambulant und stationär tätig sind. Die Betten im Brugger Hospiz sind fast durchgehend ausgelastet. 2014 gibt es neben dem 20-Jahr-Jubiläum eine Hospiz-Briefmarke. Im selben Jahr wird der Trauertreff in Baden geschlossen und ein neuer in Brugg eröffnet.

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