Habsburg

Nach 41 Jahren: Schlossrestaurant hat neue Küche – Pächterin muss Kurzarbeit anmelden

Brayan Agramonte, Manager Schlossrestaurant Habsburg: «Zu unserer Freude  haben fast alle Gäste ihr Fest einfach verschoben und nicht annulliert. Das zeigt uns, dass sie mit unseren bisher erbrachten Leistungen zufrieden sind.»

Brayan Agramonte, Manager Schlossrestaurant Habsburg: «Zu unserer Freude haben fast alle Gäste ihr Fest einfach verschoben und nicht annulliert. Das zeigt uns, dass sie mit unseren bisher erbrachten Leistungen zufrieden sind.»

Der Kanton hat auf Schloss Habsburg 1,8 Millionen Franken in grundlegende Sanierungsarbeiten investiert.

Habsburg Passend zum Frühlingsanfang hätte das Schlossrestaurant Habsburg am Wochenende mit einer topmodernen Gastronomieküche in die neue Saison starten wollen. Doch das Restaurant, das dem Kanton Aargau gehört und von dem Hotel Aarehof Betriebs GmbH gepachtet ist, bleibt aufgrund der Corona-Virus-Pandemie bis mindestens am 19. April geschlossen.

«Wir haben alle betroffenen Gäste, die bereits bei uns reserviert hatten, persönlich telefonisch kontaktiert. Das war uns sehr wichtig», sagt Schlossherr Brayan Agramonte. «Zu unserer Freude haben fast alle ihr Fest einfach verschoben und nicht annulliert.» Das zeige ihnen, dass die Gäste mit den bisher erbrachten Leistungen zufrieden sind, was bestimmt auch ein Verdienst des ganzen Teams sei, so Agramonte. «Infolge der Renovation hatten wir bereits einen grossen Umsatzausfall. Die Mitarbeiterlöhne haben wir als Betreiberin für diese Zeit übernommen.»

Doch nun musste auch die Pächterin ihre Mitarbeiter für Kurzarbeit anmelden. Die Situation für das Unternehmen wird mit zunehmender Dauer kritisch. Dabei waren die Aussichten im November 2019 für das neue Jahr noch gut: Denn es wurde bekannt, dass für diesen Sommer erstmals etwa 1300 Gäste aus den Vereinigten Staaten im Schlossrestaurant erwartet werden, weil der US-Reiseanbieter «Tauck Vacations» den Besuch auf der Habsburg in sein Reiseprogramm aufgenommen hat. Was daraus wird, kann derzeit niemand sagen.

Die Bauarbeiten dauerten rund zehn Wochen

Der Palas der Habsburg, dem ein Museum über die Burggeschichte angegliedert ist, wird seit 1979 als Restaurant genutzt. Die Küchenanlage, die nun erneuert wurde, war also 41 Jahre alt. Vor allem im Bereich der Zu- und Ableitungen waren in der Vergangenheit vermehrt Reparaturen notwendig, die auch zu Betriebsunterbrüchen geführt haben. «Damit der Betrieb des Restaurants auch in Zukunft gewährleistet ist, war eine Renovation unumgänglich», so Sprecher Roland Hofer vom zuständigen Departement Finanzen und Ressourcen (DFR). In einem historischen Gebäude die gesetzlichen Vorgaben und die Nutzungsanforderungen unter Einbezug der denkmalpflegerischen Aspekte umzusetzen, sei immer eine Herausforderung.

Die Sanierung der Gastronomieküche mit den dazugehörenden Nebenräumen betraf diverse Leitungen und den Ersatz der Geräte in den Gebäudetechnikzentralen (Lüftung, Kälte, Sanitär). Die Bauarbeiten dauerten rund zehn Wochen und wurden für drei Anlässe unterbrochen (Habsburg-Rapport und zwei Hochzeiten). Die Gäste wurden laut DFR-Sprecher mittels Catering verpflegt. Rund 1,8 Millionen Franken betragen die Kosten für die Sanierungsarbeiten insgesamt.

Einen Lift gibt es im Schloss Habsburg nach wie vor nicht. Der Zugang zum Restaurant ist laut Sprecher Roland Hofer mit einer mobilen Rampe gesichert, ebenso sei ein Behinderten-WC vorhanden. In einem separaten Projekt will der Kanton den Zugang zu den Schlössern für Menschen mit Beeinträchtigung weiter verbessern. (cm)

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