Regionalpolizei Brugg

Nach 37 Jahren: So wird ein Regionalpolizist in die Pension geschickt

Walter Krenn hat am Dienstag seinen letzten Arbeitstag bei der Regionalpolizei Brugg. Der Tag beginnt voller Überraschungen. Im Dabeisein seiner Arbeitskollegen wird er mit einer Harley zum Stapferschulhaus gefahren, wo ihn die Schüler herzlich empfangen.

Walter Krenn geht nach 37 Jahren und 9 Monaten im Dienst der Polizei frühzeitig in Pension. Der 63-Jährige war Wachtmeister mit besonderen Aufgaben. So hat er sich nebst der Polizeiarbeit während seiner Dienstzeit besonders im Bereich Verkehrsinstruktion an den Schulen in Brugg und Umgebung engagiert. "Vielen hundert Kindern in den Kindergärten und in den Primarschulen hat er mit seinem Team die Verkehrsregeln vermittelt und Veloprüfungen durchgeführt", sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg.

Mit der Harley zur Schule

Kein Wunder also, dass an seinem Abschiedstag die Kindergärtler und Schüler eine besondere Rolle spielen. Kurz vor 8.30 Uhr wird Walter Krenn beim Storchenturm in Brugg mit einer Harley abgeholt. In der Zwischenzeit stellen sich die Kindergärtler des Kindergartens Bilander und die Schüler des Stapferschulhauses in der Pestalozzistrasse und beim Schulhaus auf - Spalierstehen für ihren ehemaligen Verkehrsinstruktor. 

In Brugg wird Polizist Walter Krenn mit einer «Ruhestandsverkehrssicherheitsprüfung» aus dem Berufsleben verabschiedet.

In Brugg wird Polizist Walter Krenn mit einer «Ruhestandsverkehrssicherheitsprüfung» aus dem Berufsleben verabschiedet.

Dann das Knattern von einem Motor. Walter Krenn sitzt auf dem Sozius, winkt fröhlich den Kindern zu. Diese begleiten ihn bis zum Schulhaus auf Fahrrädern. Doch damit nicht genug. Die Kinder haben ein grosses Programm vorbereitet.

Schon stimmen sie das Lied "De Töff vom Polizist dä het es Loch im Pneu an". Gelächter von allen Seiten, auch Walter Krenn ist amüsiert. Gerührt blickt er in die Runde, lauscht dem Lied. Am Ende des Lieds erhält er drei Rollen Kaugummi, "um den Pneu in Zukunft flicken zu können", sagt Schulhausleiterin Barbara Iten.

Kinder drehen den Spiess um

Doch damit noch nicht genug. Die Kinder drehen an diesem Tag den Spiess um. Zuerst muss Walter Krenn korrekt über einen Fussgängerstreifen gehen (was er natürlich souverän meistert), anschliessend wird sein Velo von einem Schüler, der Polizist spielen darf, geprüft. Auch hier: alles korrekt, selbstverständlich! Zum Schluss muss Walter Krenn mit dem Velo einen Parcours abfahren. Ein Töggeli hat er umgefahren, allerdings war die Strecke sehr eng abgesteckt.

"Unglaublich", entfährt es Walter Krenn immer wieder. Er ist sichtlich gerührt ob dem grossen Unterhaltungsprogramm, das die Kinder für ihn vorbereitet haben. "Die haben das super gemacht", sagt er nach den weiteren Vorführungen. "Es ist ein wunderschöner Tag."

Ein geschätzter Kollege

Walter Krenn hat ursprünglich Koch gelernt. Als junger Polizist war er damals zuerst für die Lebensmittelkontrolle und später auch für die Bewilligungsverfahren bein Anlässen und im Gastronomiewesen zuständig. Bei unzähligen Festivitäten wie Rutenzug, Fasnacht, Römertag oder dem Brugger Stadtfest war Walter Krenn für die Organisation der Sicherheit und des Verkehrs verantwortlich. "Ebenfalls sorgte er bei vielen Einwohnerratssitzungen für die Sicherheit des Rates", ergänzt Repol-Chef Heiner Hossli. "Im Team der Regionalpolizei war er ein sehr geschätzter und beliebter Kollege, der mit seinem grossen Erfahrungsschatz immer mit Rat und Tat zur Seite stand."

Die Reportage zum letzten Einsatz von Walter Krenn am Brugger Rutenzug lesen Sie hier.

Meistgesehen

Artboard 1