Brugg
Nach 25 Jahren Schuften: nur die Mobiltelefone sind ihm ein Gräuel

Willi Kohler, Bereichsleiter Liegenschaften und Anlagen bei der Stadt, feiert sein 25-Jahr-Arbeitsjubiläum. Im Mai vor 25 Jahren trat er seine Stelle an. Damals war er das jüngste Mitglied im Team, heute sei er selbst ein gestandener Mann, so Kohler.

Michael Hunziker
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Willi Kohler an seinem Arbeitsplatz. Regelmässig ist er auch ausserhalb des Büros anzutreffen. mhu

Willi Kohler an seinem Arbeitsplatz. Regelmässig ist er auch ausserhalb des Büros anzutreffen. mhu

«Ich habe einen absolut interessanten Beruf», sagt Willi Kohler. Der 57-Jährige betreut in Brugg die Sportanlagen, das Schwimmbad und den Friedhof genauso wie die vielen Mietwohnungen der Stadt – alles in allem ein Volumen von gegen 250 Millionen Franken.

Alleine die Schulanlagen schlagen mit rund 100 Millionen Franken zu Buche. Kohler ist Bereichsleiter Liegenschaften und Anlagen in der Abteilung Planung und Bau. In dieser Funktion hinterlässt er in der ganzen Stadt gut sichtbar seine Spuren.

Im Mai vor 25 Jahren trat er seine Stelle an. Damals war er das jüngste Mitglied im Team, heute sei er selbst ein gestandener Mann, sagt Kohler. Hinter den Brillengläsern blitzt der Schalk in seinen Augen. Dass er so lange in Brugg geblieben sei, habe sich einfach so ergeben.

«Das hing auch mit der jeweiligen Lebenssituation zusammen.» Und natürlich mit seiner Tätigkeit: «Meine Aufgaben sind vielseitig, die Arbeit erfüllt mich mit Genugtuung. Ich bin sehr zufrieden. Einen Wechsel habe ich nie gesucht.»

Brugg habe, fährt Kohler fort, eine ideale Grösse. In kleineren Ortschaften sei der Bauverwalter ein Allrounder, in grösseren Gemeinden ein Spezialist. Bei ihm stimme die Mischung. «Ich habe meine Spezialgebiete, trotzdem sehe ich die Zusammenhänge.»

Es begann mit dem Kindergarten

Ursprünglich erlernte Kohler den Beruf des Hochbauzeichners beim Schweizerischen Bauernverband. Danach absolvierte er eine Zusatzlehre als Maurer und besuchte die Bauführer-Schule. Bei einem Unternehmen im Säuliamt habe er während vier Jahren interessante Aufträge – auch der öffentlichen Hand – ausführen dürfen.

Danach kehrte er zu einem Baugeschäft nach Brugg zurück, wo er in erster Linie für den Wohnungsbau zuständig war. So zeichnete er verantwortlich für die Überbauung Wildenrain samt Kindergarten – genau in jener Zeit, als die Stelle bei der Stadt ausgeschrieben wurde.

«Als Bauführer habe ich mit den Arbeiten am Kindergarten Wildenrain begonnen, als Bauleiter in den Diensten der Stadt habe ich das Projekt abgeschlossen», fasst Kohler zusammen.

«Es gibt in Brugg kein Schulhaus, an dem ich in der Folge nicht irgendeinmal in irgendeiner Form mitgearbeitet habe», sagt er. Er erhielt Einblicke in den baurechtlichen Bereich – also die Baubewilligungsverfahren – und absolvierte die Bauverwalterausbildung.

«Ich konnte ein grosses Beziehungsnetz aufbauen, vom Planer bis zum Architekten und bis zum Handwerker.» Sein Wissen stellte Kohler immer wieder auch als Mitglied von Kommission zur Verfügung, unter anderem in seiner früheren Wohngemeinde Villnachern. «So konnte ich meine Erfahrung einbringen.»

Vielleicht konservativ ...

Das Arbeitsjubiläum sei eine gute Gelegenheit, einmal zurückzuschauen, sagt Kohler. «So wird einem bewusst, was alles passiert ist, was sich verändert hat und was man geleistet hat.» Bei seinem Stellenantritt sei die EDV kein grosses Thema gewesen, Computer seien damals «bessere Schreibmaschinen» gewesen.

In seinem Büro hätten ein Zeichnungstisch und ein Regal mit Ablagefächern gestanden. Heute teilt sich Kohler den Raum mit einer Mitarbeiterin. Mit den grösseren Brocken wie der Mehrzweckhalle Mülimatt oder dem Campus seien die Stellenprozente angepasst worden.

Trotz Veränderungen hat Kohler an einem Grundsatz festgehalten. Regelmässig verlässt er sein Büro und sucht das Gespräch vor Ort. «Ich schätze den persönlichen Kontakt, die direkte Kommunikation», sagt er und räumt mit einem verschmitzten Lachen ein, dass er kein Freund von Mobiltelefonen sei.

Vielleicht sei er konservativ. Aber er habe mit dieser Einstellung gute Erfahrungen gemacht. «Wenn jeder die Ansprüche des Gegenübers genau kennt, entsteht ein Vertrauensverhältnis.»

Bewegung als Ausgleich

Als Höhepunkte in seiner beruflichen Karriere bezeichnet Kohler die Schulhausbauten. Als Beispiel nennt er das Schulhaus Langmatt, «eine schöne Anlage». Dieses Projekt habe er zusammen mit dem Kanton begleitet, vom Wettbewerb – «das war hochspannend» – bis zur Einweihung. Auch das Schulhaus Bodenacker habe Freude bereitet. «Ich baue gerne mit Holz.»

Er habe das Privileg, mit guten Architekten zusammenspannen zu dürfen. «In Brugg ist das Niveau hoch und es besteht ein ausgezeichnetes Einvernehmen.» Ebenfalls als positiv empfindet Kohler, dass die Stadt – nicht zuletzt wegen der erfreulichen finanziellen Lage – auf Qualität und nachhaltiges Bauen setzt.

«Ich konnte stets auf Unterstützung und Verständnis zählen.» Auch bei der Ausstattung werde Wert auf gute Materialen gelegt. Alleine bei den Schulanlagen werde über eine Million Franken pro Jahr umgesetzt. In Zukunft, davon ist Kohler überzeugt, werde es nicht an Herausforderungen fehlen. «Die laufende Schulraumplanung geht in die Umsetzungsphase. Das wird spannend.»

Als Ausgleich zu seiner Tätigkeit ist Kohler, der frühere Leiter von Jugendriege und Turnverein, gerne in Bewegung. Den Arbeitsweg beispielsweise legt er mit dem Velo zurück. Ebenfalls engagiert er sich im Salzhaus. «Kultur bedeutet mir viel.» Auch in diesem Bereich sei Brugg mit dem vielseitigen Angebot einmalig.

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