Brugg
Nach 24-Stunden-Lauf und 128 Kilometern fühlt sich 72-Jährige noch zwäg

Zum ersten Mal hat sich die 72-jährige Rosmarie Marolf an den 24-Stunden-Lauf in Brugg gewagt. Sie ist begeistert.

Michael Hunziker
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Trotz Strapazen - das Lachen vergeht den Läufern nicht
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Maic Seegel aus Heidelberg belegt mit 238,3 Kilometern am 24-Stunden-Lauf den ersten Platz
Viel Lob gibt es von Teilnehmern und Zuschauern für das Brugger Laufwochenende
Kurz vor dem Ende werden die letzten Kräfte mobilisiert
Impressionen vom Laufwochenende
Ausdauersportler Simon Schmid aus Mönthal nimmt am 6-Stunden-Lauf teil
Initiant Fredi Büchler (rechts) ist zufrieden mit dem diesjährigen Brugger Laufwochenende

Trotz Strapazen - das Lachen vergeht den Läufern nicht

Michael Hunziker

Sie hat zwar einen 24-Stunden-Lauf in den Beinen, wirkt aber aufgeweckt und munter und strahlt mit der Sonne um die Wette am Sonntagmittag: «Ich bin sehr glücklich», sagt die 72-jährige Rosmarie Marolf aus Biel im Zielbereich des Brugger Laufwochenendes im Geissenschachen. «Ich fühle mich zwäg und kann lachen. Was will ich mehr?», fügt sie gut gelaunt in breitem Berndeutsch an.

Am frühen Morgen allerdings, da habe sie sich kurz hinlegen und erholen müssen, räumt sie ein. Vielleicht habe es daran gelegen, dass sie nur wenig im Magen gehabt habe. Oder am Wetter, das umgeschlagen habe. Nach zwei Stunden, einem Kaffee sowie dem einen oder anderen Schluck Wasser sei sie wieder bei Kräften gewesen – und weitergelaufen, als sei nichts gewesen.

128,861 Kilometer zurückgelegt

Am Schluss kommt Rosmarie Marolf auf 137 Runden, was einer Distanz von 128,861 Kilometern entspricht. Die Ausdauersportlerin ist keine Unbekannte in Brugg, hat schon siebenmal den 12-Stunden-Lauf absolviert, in diesem Jahr nun – auch wenn es sie erst etwas Überwindung gekostet hat – zum ersten Mal der 24-Stunden-Lauf. Voll des Lobes ist sie für den «wunderschönen» Rundkurs sowie für die Arbeit der Organisatoren und Helfer. «Alle sind so nett und hilfsbereit, alle geben sich solche Mühe. Es ist wirklich der Plausch, hier zu sein.»

Solche Worte schmeicheln natürlich Fredi Büchler, den Initianten des Brugger Laufwochenendes. Auch er hat Grund zur Freude: «Das Wetter spielt mit, die Stimmung ist gut», fasst er zusammen. «Teilnehmer, Helfer und Zuschauer sind zufrieden, die Reaktionen sind positiv.» Ebenfalls erfreulich sei, dass es während den Läufen zu keinen Zwischenfällen gekommen sei.

Mehr Teilnehmer als Ziel

Rund 120 Ausdauersportlerinnen und -sportler aus verschiedenen Ländern gehen am diesjährigen Brugger Laufwochenende an den Start. 40 nehmen am 24-Stunden-Lauf teil, 14 am 12-Stunden-Lauf, 11 am 6-Stunden-Lauf, der Rest an den Staffel- und Sponsorenläufen. Den ersten Platz im 24-Stunden-Lauf sichert sich Maic Seegel aus dem deutschen Heidelberg, der auf 254 Runden kommt und 238,3 Kilometer zurücklegt. Jörg Destefani aus Windisch belegt als bester Schweizer mit 220,022 Kilometern den 3. Platz. Bei den Frauen schafft es Bridget Brady aus Belgien mit 206 Runden oder 192,867 Kilometern auf den ersten Platz.

Bei den Teilnehmerzahlen, sagt Initiant Büchler, liege durchaus mehr drin. Ziel sei es, vor allem auch bei den Staffel- und Sponsorenläufen in Zukunft eine Steigerung zu erzielen und das Feld zu vergrössern. Die Voraussetzungen seien vorhanden, ist er überzeugt. «Wir müssen einfach noch bekannter werden.»

Das Brugger Laufwochenende, versichert Büchler, werde jedenfalls weiterhin stattfinden. Trotz umfangreichen Vorbereitungen: «Es ist eine Aufgabe, die mich fordert und die mir grossen Spass macht», stellt er fest. Denn er selber sei in dieser Gegend aufgewachsen, habe in seiner Jugend viel Zeit im Geissenschachen verbracht und sei begeisterter Sportler. Zusammen mit den Helfern könne er den Läufern und Zuschauern etwas bieten, das ihm selbst gefalle. «Alle haben ein Lächeln im Gesicht. Das ist unbezahlbar.»

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