Bezirk Brugg
Nach 19 Jahren: Regionales SVP-Zugpferd tritt nicht mehr zur Grossrats-Wahl an

86 Kandidaten von neun Parteien buhlen bei den Wahlen im Herbst um elf Grossratssitze in Aarau. Neue Gesichter dürfte es vor allem bei der SVP geben.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
SVP-Grossrat Richard Plüss aus Lupfig engagierte sich von 1997 bis 2016.

SVP-Grossrat Richard Plüss aus Lupfig engagierte sich von 1997 bis 2016.

AZ

Am 23. Oktober finden die Gesamterneuerungswahlen für die 140 Sitze im Grossen Rat des Kantons Aargau statt. Von den 11 bisherigen Mitgliedern aus dem Bezirk Brugg kandidieren zwei SVP-Politiker nicht mehr. Der 62-jährige Richard Plüss aus Lupfig engagierte sich während 19 Jahren im Kantonsparlament und konzentriert sich künftig auf sein Amt als Gemeindeammann. Vor vier Jahren war Plüss mit rund 1000 Stimmen Vorsprung auf den Zweitplatzierten der am besten gewählte Grossrat im Bezirk Brugg. Dem einzigen Vertreter aus dem Eigenamt war es offenbar gelungen, mit seiner Politik – für die Natur, für Ausbildung und Arbeitsplätze sowie für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs – bis weit über die Parteigrenzen hinaus Stimmen zu holen. Hans Peter Schlatter, 67 Jahre alt, tritt bereits nach seiner ersten Amtsperiode zurück. Nach dem Rücktritt des Rinikers Jörg Hunn war die Gemeinde mit SVP-Mitglied Schlatter für weitere vier Jahre in Aarau vertreten.

Neun Parteien mit insgesamt 86 Kandidaten treten im Bezirk Brugg mit einer eigenen Liste zu den Wahlen an. Einzig die BDP (3 Kandidaten) und die EDU (6 Kandidaten) können keine vollständige Liste mit 11 Bewerbern vorlegen. Der Frauenanteil beträgt im Durchschnitt 40 Prozent. Am höchsten ist er mit 66,6 Prozent bei der BDP, gefolgt von den Grünen (54,6 Prozent) und der EDU mit 50 Prozent. Bei der Altersstruktur fällt auf, dass 50 der 86 Kandidaten zwischen 41 und 60 Jahre alt sind. Zur jüngsten Kategorie bis 20 Jahre gehören 3 Bewerber.

Aktuell vertritt nur eine Frau den Bezirk Brugg in Aarau: die Schinznacher Apothekerin Martina Sigg. Ihre Partei, die FDP, sowie die Grünen verloren vor vier Jahren zwar Stimmenanteile, konnten die Sitzzahl aber halten. Trotz leichten Verschiebungen änderte sich an der Sitzverteilung auf die sieben Parteien 2012 nichts. Mit Listenplatz 4 sicherte sich Martin Brügger aus Brugg als Neuling den zweiten SP-Sitz hinter Dieter Egli aus Windisch. Brügger wurde Nachfolger von Rita Boeck.

Drei Wechsel sind bereits erfolgt

In der laufenden Amtsperiode erfolgten mehrere Rücktritte: Seit Januar 2014 sitzt Robert Obrist aus Schinznach für die Grünen im Grossen Rat. Er löste den früheren Brugger Stadtrat Christoph Brun in Aarau ab. Bei den bevorstehenden Wahlen im Herbst kandidiert Obrist zusätzlich für den Regierungsrat – als möglicher Nachfolger von Susanne Hochuli. Im November 2014 folgte für die EVP Roland Frauchiger, Gemeindeammann in Thalheim, auf Sämi Richner aus Auenstein. Im März 2015 löste der Grünliberale Markus Lang aus Brugg seinen Einwohnerrats-Kollegen Adriaan Kerkhoven im Kantonsparlament ab.