Die Verantwortlichen wollen im Medizinischen Zentrum Brugg (MZB) auch in Zukunft zweckmässige medizinische Leistungen auf ambulanter Basis anbieten und sich auf eine wachsende Region einstellen. Das MZB sei, sagen sie, eine Erfolgsgeschichte, alles andere als selbstverständlich.

Im Herbst 2003 gab der Regierungsrat bekannt, das damalige Bezirksspital Brugg schliessen zu wollen. Ein Schock. Viele wehrten sich mit Herzblut für den Erhalt – samt einer grossen Demonstration – allerdings ohne Erfolg. «Wir haben eins auf den Deckel bekommen», erinnert sich Otto H. Suhner, Verwaltungsratspräsident Medizinisches Zentrum Brugg AG. Der – wenn auch knappe – Entscheid des Grossen Rats sei eine Riesenenttäuschung gewesen.

Trotzdem: Eine Gruppe mutiger Unternehmer suchte eine Lösung, damit die Bevölkerung der Region Brugg nicht auf die medizinische Versorgung verzichten muss und erarbeitete ein Konzept für eine privatwirtschaftlich organisierte Klinik. Im September 2004 wurde die Medizinische Zentrum Brugg AG gegründet, das Kapital konnte durch rund 750 Aktionäre auf 3 Mio. Franken aufgestockt werden. Suhner spricht von einer beispielhaften Solidaritätsaktion und einem beispielhaften Zusammenstehen der Bevölkerung. Am 1. Juli 2005 schliesslich nahm das MZB in den Räumlichkeiten des ehemaligen Bezirksspitals den Betrieb auf.

Das MZB sei ein Beispiel dafür, was bei einer Spitalschliessung möglich sei und habe in der Schweiz wegweisenden Charakter, sagte der Verwaltungsratspräsident an einer Medieninformation zum 10-Jahr-Jubiläum am Donnerstag.

Medizinisches Zentrum Brugg: Ärzte geben an der Medienkonferenz zum Jubiläum Einblick in ihre Arbeit.

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Ungewissheit war ständiger Begleiter

Die Absicht sei es gewesen, eine vernünftige, umfassende, solide Gesundheitsversorgung zu erhalten, sagt Rainer Klöti, Vizepräsident des Verwaltungsrats. Es handle sich um eine Pionierleistung. Das Ziel sei erreicht worden, das Konzept habe sich – auch in einem schwierigen Umfeld – bewährt und soll deshalb beibehalten werden.

Die zwölf Mitarbeitenden der ersten Stunden hätten sich vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen stellen müssen, blickt Geschäftsführerin Susanna Mattenberger zurück. Die Ungewissheit, ob das Modell «ambulante Klinik» funktioniert, sei in der ersten Zeit ein ständiger Begleiter gewesen. Als privatwirtschaftlich organisierte, nicht subventionierte Klinik habe das MZB unter Druck gestanden.

Aber: Die Zahl der Operationen und Behandlungen konnte jährlich enorm gesteigert werden, bis auf 4000 in den Jahren 2012/13. Die Leistungen sind stetig ausgebaut, die Prozesse optimiert worden. Bis heute haben sich rund 20 000 Patienten im MZB behandeln lassen. Darauf dürften die Mitarbeitenden – die enormen Einsatz an den Tag legen – stolz sein, sagt Geschäftsführerin Mattenberger. Apropos Mitarbeitende: Die Zahl erhöhte sich auf mittlerweile 41. Das MZB engagiert sich überdies in der Ausbildung «von dringend benötigtem» Fachpersonal, schon neun Lernende haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

«Wir leisten einen Beitrag, um den Nachwuchs im Gesundheitswesen zu sichern», bestätigt Johanna Meier, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin Tagesklinik. Worauf ist die – laut Befragungen – hohe Patientenzufriedenheit zurückzuführen? Johanna Meier muss nicht lange überlegen: auf die persönliche, aufmerksame und kompetente Betreuung in einem angenehmen Umfeld. Die Vor- und Nachbetreuung erfolge im MZB aus einer Hand. «Der Patient wird begleitet, die Aufenthalte sind kurz. Das wird geschätzt.»

Gefeiert wird mit der Bevölkerung

Im MZB können viele Eingriffe kostensparend ambulant statt stationär durchgeführt werden, ergänzt der ärztliche Leiter Andreas Meyenberg. In speziellen Fällen werde den Patienten nach der Operation eine Übernachtung angeboten, obwohl diese von den Versicherungen nicht bezahlt werde. Das medizinische Spektrum ist, fährt Meyenberg fort, in den letzten 10 Jahren laufend erweitert und den Bedürfnissen der Bevölkerung angepasst worden, reicht von der Augenoperation über die Handchirurgie und die Operation bei Leisten- und Nabelbrüchen bis zur arthroskopischen Operation am Knie- und Schultergelenk oder zur Schmerztherapie.

Das zehnjährige Bestehen feiert das MZB zusammen mit der Bevölkerung mit verschiedenen Jubiläumsanlässen, unter anderem mit einem besonderen Auftritt an der Gewerbeausstellung Expo Brugg-Windisch im Oktober sowie mit Fachvorträgen für die Öffentlichkeit. Der nächste findet am Donnerstag, 9. April, 19 Uhr, zum Thema «Behandlung bösartiger Hauttumore» im Saal am Süssbach statt.