Lupfig

Muskeln und viel Schweiss an der Kantonalen Steinstossmeisterschaft

Geselliges Kräftemessen fand sich an der Aargauer Kantonalen Steinstossmeisterschaft. Wussten Sie, dass eine der ältesten Sportarten der Welt ihren Ursprung in der Schweiz hat?

Schweissperlen glitzern auf den Stirnen der Sportler, ohne Erbarmen brennt die Sonne auf den Sportplatz bei der Mehrzweckhalle Breite in Lupfig. Ein lauter Schrei ertönt und ein Steinbrocken fliegt durch die Luft, um kurz darauf mit einem dumpfen Schlag auf dem Sand aufzutreffen. «Gültig!», ruft der Schiedsrichter und misst die Distanz des Wurfes: «Vier Meter und zwölf Zentimeter!» Schon steht der nächste Teilnehmer bereit, er hält erst den Stein über den Kopf, um ihn danach mit viel Anlauf in die gewünschte Flugbahn zu befördern.

Nicht nur für Männer

In mehreren Durchgängen treten die zahlreichen Teilnehmer gegeneinander an, von einer Rivalität ist jedoch nichts zu spüren. Zwischen den Wettkampfrunden sitzen die Sportler gemütlich zusammen oder schauen dem bunten Treiben der Schwinger zu, die sich nebenan gegenseitig ins Sägemehl befördern. Mittendrin stehen ein paar Jugendliche aus dem Dorf und spielen Basketball, halten ab und an inne und schauen fasziniert den jungen Frauen nach, wie diese die Steine auf den Sand werfen.

Organisiert wurde die Aargauer Kantonale Steinstossmeisterschaft vom Frauenturnverband Lupfig. Eingeladen waren Steinstosserinnen und Steinstosser aus der ganzen Schweiz, um sich in dieser kräfteraubenden Sportart zu messen. So versuchten sich nebst den Knaben und Männern überraschend viele Mädchen und junge Frauen am Steinstossen.

Traditionsreicher Sport

Steinstossen zählt zu den ältesten Sportarten der Menschheit und hat seinen Ursprung in der Schweiz. Schon im frühen Mittelalter übten sich Hirten und Sennen im Weitwurf der schweren Steinbrocken.

Der wohl bekannteste Wettkampf findet jährlich am Unspunnenfest in Interlaken statt – der dort gestossene «Unspunnenstein» hat ein Gewicht von über 80 Kilogramm.

Solch schwere Brocken wurden in Lupfig jedoch nicht auf den Sand befördert. Die meisten geworfenen Quader waren gerade mal zwölf Kilogramm schwer, nur wenige Männer versuchten sich am 40-Kilogramm-Stein

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