«Seid ihr bereit?», fragt Regisseur Julien Cassez mit französischem Akzent. «Bien sûr», antwortet Bassist Beat Bundi, der auf Position vor dem Brugger Salzhaus steht. Bandkollege und Sänger Stefan Hartmann steht neben ihm, gibt zum x-ten Male den Refrain «ich ben e Spohtzünder» wider.

Daneben steht eine Vespa, dies als Zeichen dafür, dass das Mundart-Folk/Pop-Duo in Sachen Musik aufs Gaspedal treten will. Bislang seien sie eher gemütlich durch die Mundartmusiklandschaft getuckert und wollten jetzt Gas geben. Oder wie es auf ihrer Homepage heisst: «Uns gibts auf kleiner Flamme, schon ewig: aber jetzt köcheln wir mal auf mittlerer Hitze.»

Julien Cassez sucht den besten Platz für eine neue Kameraeinstellung, steht auf den Hofstattbrunnen und hält sich die rechte Hand an die Stirn, die Sonne blendet. «Kannst du stehen fürs Solo?», fragt er Beat Bundi. «Nein, ich kann auch sitzen.» Koffer, Stativ und Kamera werden nun doch vor dem Tor des Stadtmuseums platziert. «Wir brauchen das kleine Stativ», erklärt er seinen beiden Kollegen.

Immer und immer wieder der Refrain: Das Kamerateam inszeniert die Band in der Brugger Altstadt.

Immer und immer wieder der Refrain: Das Kamerateam inszeniert die Band in der Brugger Altstadt.

Dann nimmt er via Funk Kontakt mit dem Vespafahrer auf, um ihm zu sagen, wo er durchfahren muss. Motorengeräusch, der Fahrer mit brauner Lederjacke und Helm fährt an Beat Bundi vorbei. Diese Szene wird um die drei Mal wiederholt, Bundi hat sein Solo einige Male gespielt und kommt in Hemd, Blazer und Hut ins Schwitzen.

Nun wäre wohl ein Sprung ins kühle Nass toll, doch der Dreh im Freibad Windisch fand am Morgen statt. «Won i ha schwimme glehrt, ben i scho zähni gsi», singt dazu Stefan Hartmann.

Drehorte mit Bezug

Die Brugger Beat Bundi und Stefan Hartmann spielten früher zusammen in der Mundartband Echo Aaretal. Als diese Band aufhörte, machten Bundi und Hartmann weiter. Die neue CD hält Lieder wie «Spohtzünder», «Regina», «Herbst» und «z’Mailand & im Aargau» bereit.

«Spohtzünder» deshalb, weil es ja diese musikalischen Wunderkinder gebe. «Wir sind die anderen, welche mit grauen Haaren spielen», sagt Stefan Hartmann. Und das Musikvideo musste in Brugg und Region gedreht werden, weil sich jeder damit identifizieren könne.

Auch für Regisseur Julien Cassez lohnte sich der Aufwand, denn er konnte bei seiner ersten Regie-Arbeit im Musikbereich eine neue Kamera testen. Als Kameramann arbeitet er seit 15 Jahren für das Schweizer Fernsehen, meist im News-Bereich. Filme wie «The Wellington» mit Beat Schlatter in der Hauptrolle oder der Mysterykurzfilm «Dunstable Gazette» tragen seine Handschrift.

Die CD «Spohtzünder» ist bei Müller & Spring in Brugg erhältlich.