Brugg
Musikschule Brugg startet Jubiläumsfeier – mit einem Aargauer Schriftsteller

1989 wurde die Musikschule Brugg gegründet. Ihren 25. Geburtstag feiert sie 2014 mit einem Festreigen. Der Auftakt findet an diesem Wochenende im Simmengut statt – mit dem Aargauer Schriftsteller Andreas Neeser.

Elisabeth Feller
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Der Schriftsteller Andreas Neeser lädt ins «Klanglabor» einZVG

Der Schriftsteller Andreas Neeser lädt ins «Klanglabor» einZVG

Sie wird in diesem Jahr 25 Jahre alt und befindet sich damit im besten Alter. Das muss ausgiebig gefeiert werden, sagt sich die Musikschule Brugg und lädt deshalb – übers ganze Jahr verstreut – zu vier grossen Anlässen ein. Am nächsten Wochenende steigt das erste Fest, das unter dem Motto «Literatur und Musik im Simmengut» steht. Gab es nicht schon Ähnliches? «Doch», bestätigt Jürg Moser vom Leitungsteam der Musikschule. «Literatur und Musik sind einander sehr nahe. Denken Sie nur an Goethe, auf dessen Lyrik sich so viele spätklassische und romantische Komponisten berufen haben.»

Nicht primär um Klassiker geht es der Musikschule jetzt, sondern um Begegnungen. Jürg Moser und das 30-köpfige Lehrpersonenteam – das 450 Schüler in 20 Fächern unterrichtet – wollen vornehmlich Menschen ansprechen, die noch nie in der Musikschule, dieser einladenden Villa Simmengut, waren.

Mit Begegnungen hat die Musikschule bereits Erfahrung. Schon zweimal lud sie in jüngerer Zeit – auf Anregung der Freunde und Freundinnen der Musikschule Brugg (FFMB) – zu solchen ein. Die erste Begegnung kreiste um das Kunsthandwerk, die zweite um Fotografien. «Und immer gab es dazu ganz viel Musik», betont Jürg Moser, «und das wird auch am 25. und 26. Januar der Fall sein.»

Seine Spannung gewinnt das Wochenende durch die vorgängig absolvierten Workshops, die Musikschüler sowie Lehrpersonen mit renommierten Literaturschaffenden wie Andreas Neeser, Doris Gautschi und Simone Schmid zusammenführten. Wie viel Musik steckt in der Sprache? Wie verwandeln sich Klänge in Worte? Diesen Fragen gingen Neeser und die Schüler nach. Ausgehend von ihren persönlichen Lieblingsstücken haben sie sich aufgemacht, eine ganz eigene Sprache für Musik zu finden – auf Hochdeutsch oder Mundart.

Jetzt werden die Resultate im «Klanglabor» präsentiert. «Da sind Holzblasinstrumente gefragt», sagt Moser. Über die folgenden Emma-Texte rätselt man einen Augenblick. Aber dann dämmert es. Die Brugger Autorin Doris Gautschi vereint unter «Emma» poetische Kurzgeschichten. Emma ist eine Kunstfigur und Wortsammlerin, die mit der Sprachbotanisierbüchse durchs Leben geht.

Ungewöhnliche Besetzung

Doris Gautschi, so Moser, lege Wörter mit Grossbuchstaben auf Notenständer – daraus entstünden neue Texte, auf die die Musiker reagierten. Mit «Musikalische Lesung: Flügel für den kleinen Dachs» kommen sodann auch kleine Gäste auf ihre Rechnung. Die Kolumnistin des «Tages-Anzeigers» liest eine pfiffige Geschichte, «die unsere poppige Abteilung fordert», so Jürg Moser.

Sein Lächeln verrät, dass er sogleich noch etwas erwähnt – die Besetzung. Sie ist mit Schlagzeug, klassischer und elektrischer Gitarre, Saxofon, Kontrabass, Harfe und Flügelhorn wahrlich ungewohnt. Moser: «Die Musiker nehmen sehr improvisatorisch Bezug auf den Text.» Spannung garantiert.

Literatur und Musik Simmengut; 25. Januar: 15, 16.30, 18 Uhr. 26. Januar: 11, 13 und 14.30 Uhr. Eintritt frei; www.musikschule-brugg.ch