Brugg
Musik mit Rohren, Steinen und Dosen

In der Projektwoche der Sekundarschule Brugg produzieren die Schüler eigene Instrumente.

Christine Fürst
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Urs Graf studiert mit den Schülern im Tonstudio in Baden einen Rhythmus ein.

Urs Graf studiert mit den Schülern im Tonstudio in Baden einen Rhythmus ein.

Abseits des Weges kraxeln die Jugendlichen im Dickicht herum. Abfall, vor allem Dosen, Steine und kleine Äste heben sie vom Boden auf. Die Schüler der Sekundarschule Brugg suchen am Limmatuferweg in Baden nach Gegenständen, mit denen sie Töne erzeugen können. Mit diesen Gegenständen wollen sie Musik machen. Musik?

Zwölf Kurse

Ja, im Rahmen der Projektwoche der Sekundarschule Brugg nehmen die Schüler an verschiedenen Projekten teil. Das Leitmotiv der zwölf Kurse ist: «In All Is Rhythm», also «überall ist Rhythmus». Je nach Kurs wird dieses Leitmotiv unterschiedlich umgesetzt.

«Akustik, Tontechnik und Wellenlehre» ist ein Kurs, der von den Oberstufenlehrern Andrea Corsi und Jürgen Hatt organisiert und geleitet wird. 31 Schüler zwischen 12 und 17 Jahren bauen zusammen mit einem Experten einfache Instrumente – sie basteln Flöten mit Kabelrohren. Die Schüler erzeugen mit einem Holzstab im Rohr, den sie hin und her schieben können, verzerrte Töne.

Besuch im Tonstudio

Zum Kurs gehört auch ein Theorieteil, in dem Andrea Corsi die physikalischen Hintergründe bei der Entstehung eines Tones erklärt. Jürgen Hatt ist für die musikalischen Übungen zuständig und studiert mit den Schülern einen Rhythmus ein, den sie mit ihren selbst gemachten Instrumenten spielen können.

Im Tonstudio 2ton in Baden bekommen die Schüler eine Einführung in die Welt der Tontechnik. Urs Graf, der Inhaber des Tonstudios, und Hanes Vettori, der Tontechniker, zeigen den Schülern, wie ein Lied vertont wird und welche Effekte mit welchen Methoden erreicht werden können.

Und dann ist es endlich so weit: Im Tonstudio können die Schüler ihr Lied vertonen, das sie auch am Nachmittag beim Publikum präsentieren werden. Dazu werden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe spaziert an die Limmat, wo sie nach Gegenständen sucht, die spezielle Töne ergeben. Die Schüler improvisieren Rhythmen mit Ästen, Steinen und weggeworfenen Dosen. Andrea Corsi leitet am Uferweg unter den verregneten Bäumen spontan ein Konzert ein. «Das Hauptziel ist, dass die Schüler lernen, einander zuzuhören und aufeinander einzugehen», sagt Andrea Corsi, «dies ist nicht nur in der Musik, sondern auch im Leben wichtig.»

Zurück im Tonstudio, suchen die Schüler ihre Instrumente aus den Rucksäcken und stellen sich im Kreis auf. Nach einer Einführung von Urs Graf schnappt sich jeder seine Flöte. Lippen netzen, Mund ansetzen und blasen. Jeder spielt genau nach den Anweisungen von Urs Graf, und Hanes Vettori vertont die Lieder am Mischpult. Der improvisierte Bass gibt den Grundrhythmus vor, die Solisten geben die Farbe zum Grundrhythmus und zwei Schüler erzeugen Töne mit ihren gesammelten Steinen. Wie eine richtige Band. Nach der Aufnahme hören sich die Schüler aufmerksam ihre Produktion an, die dann auch auf CD gebrannt wird. Mit dem Resultat ist Urs Graf zufrieden: «Ihr habt zusammen ein super Resultat geliefert – jeder war gut.»