Brugg/Windisch

Museum und Legionärspfad wird als Einheit fungieren

Das Vindonissa-Museum wird 2017 in die Museumslandschaft Aargau integriert und besser vermarktet. Das hat aber auch berufliche Konsequenzen: die Leitungsstelle im Vindonissa-Museum wird auf 40 Prozent reduziert.

Der Bekanntheitsgrad von Vindonissa soll national gesteigert werden. So will es der Kanton. Regierungsrat Alex Hürzeler hob an der Jahresversammlung in Brugg zunächst die grossen Verdienste der Gesellschaft Pro Vindonissa (GPV) um die Erforschung von Vindonissa hervor.

Seit 1897 hat sie sich dieser Aufgabe mit Engagement gewidmet, hat Ausgrabungen durchgeführt zu Zeiten, als es noch keine Kantonsarchäologie gab. Und sie hat die Funde im 1912 von ihr erstellten Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Kanton Aargau sei der GPV zu grossem Dank verpflichtet, so Hürzeler. Nach der Gründung der Kantonsarchäologie in den Fünfzigerjahren entwickelte sich eine Partnerschaft, eine der längsten und erfolgreichsten im Kanton.

GPV bleibt Eigentümerin

Die getrennten Organisationen Vindonissa-Museum und Legionärspfad können aber aus heutiger Sicht nicht mehr befriedigen. Deshalb möchte das Departement Bildung, Kultur und Sport das Vindonissa-Museum mit dem Legionärspfad zusammenführen und auf den 1. Januar 2017 unter das Dach von Museum Aargau aufnehmen.

Damit lassen sich Synergien gewinnen, die Vermittlung der Geschichte von Vindonissa erfolgt künftig aus einer Hand, das Marketing wird verstärkt zwecks Erhöhung des Bekanntheitsgrads und der Besucherzahl, der Kundendienst wird gemeinsam betrieben. 

Als Folge der Zusammenführung wird die Leitungsstelle im Vindonissa-Museum von heute 100 auf 40 Prozent reduziert, was aber, so Hürzeler, keinen Abbau von Leistungen zur Folge hat.

«Durch eine Verbesserung der Effizienz in der Leistungserbringung und die Akquisition von zusätzlichen Drittmitteln – unter anderem vom Swisslosfonds – soll eine stärkere Ausstrahlung von Vindonissa erreicht werden.» Dem bisherigen Museumsleiter René Hänggi stattete der Regierungsrat seinen Dank für den grossen Einsatz ab.

Kulturchef Thomas Pauli zeigte sich überzeugt, dass mit der Integration bei Museum Aargau eine zusätzliche Befruchtung entsteht und die nationale Ausstrahlung verstärkt wird. Die Qualität werde nicht geschmälert.

Zunächst ist eine Reorganisation in Zusammenarbeit mit der GPV vorzunehmen. Man schätze auch künftig das grosse Engagement der GPV. Deren Mitglieder nahmen positiv von der neuen Entwicklung Kenntnis.

Amphitheater wird nicht verkauft

Die Gesellschaft Pro Vindonissa bleibt Eigentümerin der Museums-Liegenschaft, kommt für den Unterhalt auf und wird nach den Worten Hürzelers weiterhin Unterstützung in Forschung und Verwaltung leisten. Wie der Präsident der Gesellschaft, Walter Tschudin, erklärte, wird der künftige Wirkungskreis noch genau aufgelistet.

Auf Anfrage hin erklärte Regierungsrat Hürzeler, dass ein Verkauf des Amphitheaters durch den Bund – die Meldung hatte grosse Wellen geworfen – nie ernsthaft zur Diskussion gestanden sei. Dieses sei ein nationales Kulturgut, das im Bundesbesitz verbleiben müsse und werde, der Bund habe keine Verkaufsverhandlungen eingeleitet.

Der geschäftliche Teil in Kürze: Genehmigung von Jahresbericht und –rechnung; dank Erhöhung der kantonalen Museumsmiete deutliche Verbesserung der finanziellen Lage. Wiederwahl des Vorstandes, unter anderen mit Walter Tschudin als Präsident, Sabine Deschler-Erb als Vizepräsidentin, Urs Widmer als Aktuar und Luciano Passardi als Revisor.

Wahl von Manuela Weber als Redaktorin der Jahresberichte und von Markus Born als Revisor. Ehrung und Verabschiedung von Dani Käch (15 Jahre lang Betreuung der Jahresberichte) und von Walter Kalt (seit 1991 als Revisor tätig).

Jürgen Trumm ging an der Versammlung noch auf aktuelle Grabungen ein. Dabei gab er bekannt, dass man bei einer Liegenschaft an der Dorfstrasse in Windisch, gegenüber der Bossartscheune, auf den Standort des Osttores des Legionslagers gestossen ist.

Es sind allerdings nur noch Bodenstrukturen vorhanden. «Über 110 Jahre lang hat man den Standort gesucht, nun sind wir sehr glücklich und wissen auch, dass es sich um ein Rundtor analog dem Westtor gehandelt hat.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1