Mülligen
Mülligen spricht sich für eine faire Finanzierung der Oberstufe aus

Die Jugendlichen aus Mülligen sollen weiterhin die Oberstufe in Windisch besuchen können. Die Stimmberechtigten entscheiden über den Gemeindevertrag sowie über die Schulgeldberechnung.

Michael Hunziker
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Seit Jahren ist Windisch Oberstufenstandort für die Schüler der Gemeinden im Eigenamt. Sandra Ardizzone

Seit Jahren ist Windisch Oberstufenstandort für die Schüler der Gemeinden im Eigenamt. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Geben neben Mülligen auch die Gemeindeversammlungen in Birr, Habsburg, Hausen, Lupfig und Windisch grünes Licht, treten die neuen Schulverträge per 1. August in Kraft. Für das Schuljahr 2015/16 beläuft sich das Schulgeld pro Realschüler neu auf 6958 Franken (bisher 6664 Franken); bei den Sekundarschülern ist neu die Rede von 6853 Franken (bisher 5669 Franken), bei den Bezirksschülern von 6440 Franken (bisher 5543 Franken).

Standort bleibt auf Kosten sitzen

Windisch ist seit Jahren Oberstufenstandort für die Schüler der Gemeinden im Eigenamt. Anders gesagt: 45 Prozent der Schüler am Oberstufenstandort Windisch stammen aus den Partnergemeinden. Die Zusammenarbeit klappe bis heute vorzüglich und ohne nennenswerte Friktionen, auch wenn nie formalschriftliche Verträge abgeschlossen wurden, ist in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung festgehalten. «Ein Gütezeichen für die Zufriedenheit aller Beteiligten.»

Allerdings: Die Grundlage für die Berechnung der Beiträge pro Schüler bildet die Schulgeldverordnung, die 1998 letztmals angepasst wurde. «Im Vergleich zu einer Vollkostenrechnung werden dabei die Betriebs- und Anlagekosten bei Weitem nicht gedeckt», steht im Traktandenbericht. Zudem trage die Standortgemeinde das volle Investitionsrisiko. Insgesamt belaufe sich der finanzielle Malus auf 320 000 Franken pro Jahr.

Intensiv, aber fair

Aus diesem Grund sind Verhandlungen über eine Verbands- oder Vertragslösung geführt worden – mit folgenden Zielen: partnerschaftliche Finanzierung und Transparenz über die Verteilung der Kosten; verbesserte Information und Kommunikation; nachhaltige Lösung für alle Partnergemeinden und die Standortgemeinde. In mehreren Workshops und in bilateralen Gesprächen wurde schliesslich ein Kompromiss gefunden. Die Gemeinden bevorzugten eine Vertragslösung und es wurden die Details rund um die Finanzen ausgearbeitet und die offenen Punkte geklärt.

Die Verhandlungen seien zwar intensiv, aber stets fair gewesen, heisst es in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung. Die Erarbeitung des Vertrags habe ein Entgegenkommen von allen erfordert. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe zeigen sich überzeugt, dass jetzt eine für alle Gemeinden gute Lösung vorliegt.

Ebenfalls zur Diskussion stehen an der Gemeindeversammlung am Freitag, 5. Juni, zwei Kreditabrechnungen, zwei Einbürgerungen, der Beitritt zum Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg sowie die Rechnung 2014. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 617 238 Franken ab. Unter «Verschiedenes» wird über das Projekt «Tagesstrukturen Mülligen» informiert.

Gemeindeversammlung Freitag, 5. Juni, Mehrzweckhalle; 19.45 Uhr Ortsbürger; 20 Uhr Einwohner.

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