Brugg
"Moschtianlass": Von Hochstammbäumen und seltenen Vögeln

100 Bäume, 33 Apfelsorten, zwei Raubvögel, eine Mostpresse – so die Bilanz des erfolgreichen «Moschtianlasses» im Gebiet Unterhag.

Samuel Frey
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Bevor die Äpfel in die Presse kommen, werden sie gehäckselt.jpeg Mostanlass Brugg 2017
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Moschtianlass Brugg im Gebiet Unterhag
Die Gäste konnten alte und neue Apfelsorten probieren Mostanlass Brugg 2017
Der Imkerverein Unteres Aaretal verüsst den Besuchern den Nachmittag .jpeg Mostanlass Brugg 2017
Bei der Pfadi Brugg können die Kinder ein Insektenhotel basteln.jpeg Mostanlass Brugg 2017
An verschiedenen Ständen der Naturschutzorganisationen können sich die Gäste über den Unterhag informieren.jpeg Mostanlass Brugg 2017
Wenn die Vögel nicht da sind, helfen sich die Ornithologen selber.jpeg Mostanlass Brugg 2017
Ulrich Lüthi lässt seine Vögel auf von den kleinen Besuchern halten.jpeg Mostanlass Brugg 2017
Im Unterhag können die Besucher von Baum zu Baum gehen und sich informieren.jpeg Mostanlass Brugg 2017

Bevor die Äpfel in die Presse kommen, werden sie gehäckselt.jpeg Mostanlass Brugg 2017

Samuel Frey

Der Nebel hat sich gelichtet. Die Sonne scheint auf eine Gruppe Menschen, die sich auf einer Wiese mit vielen Hochstammbäumen im Halbkreis um zwei Vögel aufgestellt haben. Ulrich Lüthi, der die Greifvogelshow leitet, zieht einem der Vögel – einem Sakerfalken – die Haube vom Kopf. Der Raubvogel spreizt seine Flügel, sieht seine Beute und fliegt los. Er greift sich das kleine Stückchen Fleisch zielsicher aus dem Lederhandschuh einer Zuschauerin, bevor er sich gemütlich auf dem Handschuh niederlässt.

Aber die Raubvögel sind nicht der Grund, warum sich an einem Samstagnachmittag so viele Menschen im Gebiet Unterhag bei der Badi in Altenburg zusammengefunden haben: Es sind die Hochstammbäume. Unter dem Patronat der Landschaftskommission Brugg haben der Verein Birdlife Natur- und Vogelschutz Brugg und Umgebung und die Natur- und Vogelschutz-Vereine Brugg und Umiken eingeladen, um Eigentümer, Bewirtschafter und Interessierte im Unterhag zusammen zu bringen.

Ökologischer Lebensraum

An verschiedenen Ständen der Naturschutzorganisationen können sich die Gäste über den Unterhag informieren, an Führungen teilnehmen oder helfen zu mosten. «Durch den starken Frost im Frühling gab es dieses Jahr fast keine Äpfel im Unterhag. Darum mosten wir heute mit Äpfeln von Hochstammbäumen vom Sindelhof auf dem Bözberg», erklärt Gertrud Hartmeier, Mitglied von Birdlife und der Landschaftskommission.

«Der Unterhag besteht aus sehr vielen kleinen Parzellen mit unterschiedlichen Eigentümern, nicht jede Parzelle wird vom gleichen Landwirt bewirtschaftet. Es ist schwierig, alle an einen Tisch zu bringen, um den Obstgarten mit seinen alten Sorten zu erhalten», sagt Bernhard Barmet, Aktuar der Landschaftskommission.

Der Obstgarten im Unterhag soll insbesondere aus zwei Gründen erhalten bleiben: «Einerseits sind die Hochstämmer landschaftsästhetisch wertvoll und ein Naherholungsgebiet in Gehdistanz vom Stadtzentrum, andererseits bildet der Obstgarten einen ökologischen Lebensraum für viele bedrohte Insekten- und Vogelarten.»
«Es gibt Flächen, bei denen eine intensive Nutzung keinen Sinn macht. Die Bewirtschaftung von Biodiversitätsflächen ist ein wichtiger Zweig meines Betriebs», sagt David Brugger, einer der Unterhag-Landwirte.

Und Barmet fügt hinzu: «Durch die unterschiedliche Nutzung der Fläche sieht der Unterhag heute wieder ein wenig mehr wie früher aus, als in den kleinen Parzellen Brugger Familien das angebaut haben, was sie gerade brauchten.».

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