Solche Rabattmarken findet man nach wie vor auf Verpackungen von Artikeln des täglichen Bedarfs. Früher konnten die Punkte bei den zugehörigen Verlagsunternehmen – hauptsächlich für Bücher – eingelöst werden. Heute ist das Sortiment vielfältiger: Spielzeuge, Bastelwaren, Haushaltsartikel können mit einer bestimmten Anzahl Punkte für vergleichsweise wenig Geld bezogen werden.

Jetzt ist noch ein Verlag übrig geblieben: die Bea+Poly Verlags AG mit Sitz in Brugg. Ende Juni verkaufte Nestlé die Mondo Verlag AG an Bea. Dies bedeutete die Schliessung des Mondo-Büros in Vevey, von der 19 Mitarbeiter betroffen sind. Folglich muss, wer seine Mondo-Punkte einlösen will, seit Anfang August in einem Bea-Katalog blättern.

Der Name «Mondo» bleibt bestehen. «Das könnte sich aber innert der nächsten zwei bis drei Jahre ändern», sagt Bea-Geschäftsführer Werner Bosshard. Momentan ist er der Ansicht, noch vom hohen Bekanntheitsgrad des Namens profitieren zu können. Mondo ist bei 18 Marken vertreten. Die Anzahl Kunden, die in den vergangenen zwei Jahren bei Mondo eingekauft haben, schätzt Bosshard auf 180000. Nach dem Kauf von Silva im Jahr 2007 und Avanti 1996 ist Mondo das dritte Rabattsystem, das Bea übernommen hat.

Früh vom Buch weggekommen

Mit dem Gründungsjahr 1970 ist der Brugger Bea-Verlag jünger als Silva und Mondo. 42 Jahre später lohnt es sich nur noch für Bea, ein aufwendiges Rabattsystem aufrechtzuerhalten. Den Grund, heute als einziger überlebender Sammelprämien-Verlag dazustehen, sieht Bosshard in grossen und schnellen Innovationsleistungen. Sehr früh habe die Bea-Geschäftsleitung die aufkommende Digitalisierung erkannt und begonnen, nach Alternativen zum Buch zu suchen. Spielwaren und Haushaltsartikel waren ein Erfolg. Grobe Marketingfehlentscheide seien ausgeblieben, so der Bea-Geschäftsführer.

Auch Nestlé sei mit Mondo in den vergangenen Jahren sehr innovativ gewesen. «Mondo legte auf das Design der Kataloge wert. Uns war vor allem wichtig, dass der Kunde den Preisvorteil gegenüber dem Grossverteiler sieht», führt Bosshard aus. Die Nähe zum Kunden sei generell wichtig, vor allem auch zu der richtigen Altersgruppe. «So ist uns auch bewusst, dass wir unter den 16- bis 25-Jährigen tendenziell nicht viele Punktesammler finden.»

Umsatz stieg jährlich um 5 Prozent

Die Zusammenschlüsse der Punkte-Verlage erwecken den Eindruck, dass diese gegenüber den Rabattsystemen der Grossverteiler veraltet sind. Dies sieht Bosshard anders: Cumulus und Supercard seien nicht unbedingt attraktiver für Kunden, da nur ein Prozent der Einkäufe rückvergütet werde. Wer hingegen Bea- oder Mondo-Punkte sammle, könne nach dem Kauf weniger Artikel bereits von einem beträchtlichen Preisvorteil profitieren. Bea steigerte laut Bosshard den Umsatz in den vergangenen Jahren um jeweils 5 Prozent.

Den Grossteil des Umsatzes macht Bea über Katalogbestellungen. Einkaufen kann man aber auch an der Aarauerstrasse 90 in Brugg, wo der einzige Direktverkauf betrieben wird. Das Sortiment besteht vorwiegend aus Spielwaren, jedoch wird man auch im Haushalts-, Bastel- und Campingbereich fündig.