Windisch
Mögliche Bauherren stören sich an Gemeinderatsantworten – und sprechen von einem Planungsfehler

Windischs SP-Vizepräsidentin Rosi Magon spricht über das Entwicklungsgebiet «Im Winkel» und präzisiert einen Antrag. Anfang Jahr sollten sich die Parteien zu einem Gespräch treffen.

Claudia Meier
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Die Firma E. Baschnagel AG (Mitte) möchte ihren Hauptsitz im Winkel vergrössern.

Die Firma E. Baschnagel AG (Mitte) möchte ihren Hauptsitz im Winkel vergrössern.

cm (16. Januar 2021

Dienstagabend entscheidet der Einwohnerrat Windisch an seiner Sitzung, ob die Motion der SP-Fraktion «Gemeinnütziger Wohnungsbau im Winkel» abgeschrieben wird, wie das der Gemeinderat beantragt. Zudem will sich der Gemeinderat vom Parlament verpflichten lassen, dass er eine lokale oder in der Region verankerte gemeinnützige Trägerschaft bei einem konkreten und realistischen Vorhaben unterstützt, insbesondere bei Verhandlungen mit dem Kanton.

Kanton sei grösster Grundeigentümer

Die Wohnbaugenossenschaft (WBG) Brugg-Windisch, die zusammen mit der WBG Industrie im Winkel etwa 80 Wohnungen realisieren möchte, ist gemäss deren Präsident Emil Inauen sehr überrascht, dass beim gemeinderätlichen Antrag zur Motion das Land im Winkel mit keinem Wort erwähnt wird, sondern in der Antwort total fünf Entwicklungsgebiete thematisiert und miteinander verglichen werden.

Rosi Magon (SP): «In diesem Antrag ist nur das Gebiet Winkel gemeint.»   

Rosi Magon (SP): «In diesem Antrag ist nur das Gebiet Winkel gemeint.»   

Michael Hunziker

Darauf angesprochen sagt Windischs Vizepräsidentin Rosi Magon (SP): «Da sich die Motion auf gemeinnützigen Wohnungsbau im Winkel bezieht, ist in diesem Antrag auch nur das Gebiet Winkel gemeint.» Es werde explizit auf mögliche Verhandlungen mit dem Kanton verwiesen, der in diesem Gebiet der grösste Grundeigentümer sei.

Noch ein Unternehmer hat Interesse am Landerwerb

In der neuen Wohn- und Arbeitszone (WA4) hat die E. Baschnagel AG grosses Interesse daran, ihren Hauptsitz zu erweitern. Doch das Vorhaben stockt. Rosi Magons Aussage an der Einwohnerratssitzung Ende Oktober 2020, wonach es zu Verzögerungen gekommen sei, weil es die beiden Hauptinteressenten bis heute nicht geschafft hätten, ihre Interessen innerhalb der zur Verfügung stehenden Fläche WA4 unterzubringen, ärgert Peter Baschnagel. «Seit dem Frühjahr 2020 ist bekannt, dass nur noch ein Unternehmen, nämlich die E. Baschnagel AG, Interesse an einem Landerwerb bzw. Landabtausch hat», teilt der Firmeninhaber mit. Als Gesprächspartner verblieben also nur noch die Gemeinde und der Kanton als Grundeigentümer.

«Wir haben die Ausgangslage vereinfacht»

Hat nicht auch die Firma Knecht Interesse an der WA4-Zone? «Wir haben schon früh gegenüber dem Kanton Interesse an einem Landerwerb gezeigt, und wir hätten dies auch heute noch», sagt Geschäftsführer Thomas Aebischer von Knecht-Immobilien. Als sich nach mehreren Vorschlägen abgezeichnet habe, dass keine Einigung über die Aufteilung der kantonalen Parzellen erzielt werden kann, habe Knecht im März 2020 einen Landerwerb nicht weiterverfolgt. «Wir waren und sind daher der Meinung, dass wir dadurch die Ausgangslage für die Beteiligten, insbesondere für die Firma Baschnagel, vereinfacht haben», so Aebischer. Knecht habe Pläne für die Weiterentwicklung des eigenen Areals. Bevor konkrete Aussagen gemacht werden könnten, stehe die Umzonung im Winkel an, deren effektive Umsetzung das Umfeld prägen werde.

Gestaltungsplan kommt vor Teilrevision der neuen BNO

Firmeninhaber Peter Baschnagel spricht von einem Planungsfehler bei der Grenzziehung der neuen WA4-Zone. Damit er sein Vorhaben realisieren könnte, bräuchte es eine Teilrevision der im Februar 2020 rechtskräftig gewordenen Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Zum Tragen käme erneut das im Baugesetz definierte Verfahren. Der Einbezug der Bevölkerung erfolgt hierbei im Rahmen einer öffentlichen Information und eines Mitwirkungsverfahrens.

Windischs Vizepräsidentin mag hier nicht von einem Planungsfehler sprechen. «Wegen der Planbeständigkeit wird in der Regel eine Revision frühestens nach fünf Jahren in Angriff genommen», sagt Magon. Im Winkel komme dazu, dass eine Gestaltungsplanpflicht vorliege. Die Erarbeitung dieser Planung habe nun Priorität. «Unsere Infos gehen von verschiedenen Interessenten aus», antwortet Magon auf die Frage, ob sie nicht wisse, dass nur noch ein Unternehmen an der WA4-Zone interessiert sei. Anfang Jahr sollten sich die Parteien nun zu einem Gespräch treffen.