Die Strandbar in der Badi Villnachern war am Mittwochabend äusserst gut besucht, nicht alle Gäste fanden einen Sitzplatz. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil, stehend konnten die Besucher wunderbar zu den Afro-Klängen in Suaheli oder Luo mitwippen. Allerdings war die Stimmung im Publikum erst etwas verhalten – zumindest in den Augen der charismatischen Sängerin.

Sie meinte denn auch augenzwinkernd – es werde zum Glück kühler, je länger der Abend dauere. Es sei einfach «uhuere chalt». Dies möge wohl dafür verantwortlich sein, dass sich doch einige getrauten, die Hüften zu schwingen. Und dann verzauberte die Gäste sie erneut mit ihrer starken Stimme und mitunter sanften Tönen.

Veranstalter sucht nach Alternativen

Claudia Masika mischte traditionelle Lieder mit modernen Sounds, sodass daraus eingängige Kreationen entstanden. Begleitet wurde sie von ihrer Band, die mit Drums, Saxofon, Gitarre und Bass für die passende instrumentale Untermauerung des Gesangs sorgte. Und je länger der Abend dauerte, umso mehr taute das Publikum auf. Sehr zur Freude der Sängerin und der Veranstalter, die am Mittwoch zur letzten Mittwochsmusig in die Strandbar der Badi Villnachern einluden.

Die Barbetreiber Fernando Cassano und Trudi Schrottenholzer sowie der Mittwochsmusig-Initiator Roberto Caruso bedankten sich beim Publikum für ihre Treue und bedauerten zugleich, dass nun «Schluss, aus» sei. «Die Gründe dafür sind vielfältig», umschrieb Caruso das eher heikle Thema elegant. Darüber reden möge er nicht mehr wirklich. Einer der Hauptgründe sei jedoch, dass man sich vonseiten der Behörden nicht getragen fühlte.

«Wir haben ganz klein begonnen, sind über die Jahre stetig gewachsen. Mit dem Erfolg kam auch das Thema einer Kostenbeteiligung für die finanzschwache Badi auf den Tisch. Was wir nicht wirklich nachvollziehen können, da wir ohne Sponsoren die Anlässe nicht hätten durchführen können.» Wie auch immer, nun sei Schluss. «Wir geben jedoch alles, um eine Lösung, eine Alternative zu finden», versprach der 53-Jährige dem Publikum. Konkrete Pläne gäbe es aber noch keine.

Umfrage: Was sagen Sie zum Ende der Mittwochsmusig?

In den letzten acht Jahren haben bekannte Grössen wie etwa Heinrich Müller & Band, Sina, James Gruntz oder Marc Sway die Bühne gerockt. «Das Feedback der Künstler, in einem kleinen, aber feinen Ambiente auftreten zu können, war durchweg positiv», sagte Caruso. In der Strandbar einmal auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stehen zu dürfen, sei in der «Szene» beinahe ein Muss gewesen. «Für einen Moment war am letzten Abend schon Wehmut dabei», betonte Caruso.

Falls die Mittwochsmusig irgendwann an einem neuen Ort wieder aufleben könnte, müsste das Konzept jedoch anders daherkommen. «Das in Villnachern war einmalig und wird es auch bleiben.» Sagte es und machte sich auf, um sich seinen vielen anderen Projekten, etwa dem Mitorganisieren des 20-Jahr-Jubiläums vom Salzhaus Brugg oder dem Soundtrack komponieren für Michel Gammenthalers Liveprogramme zu widmen.