Lupfig

Mittels Steuerung: In Scherz werden die Strassenlampen schlau

Topmodern ist die Beleuchtung an der Habsburgstrasse am Ortsausgang Scherz.

Topmodern ist die Beleuchtung an der Habsburgstrasse am Ortsausgang Scherz.

An der Habsburgstrasse in Lupfig ist eine öffentliche Beleuchtung mit einer intelligenten dynamischen Steuerung realisiert worden.

Die Gemeinde Lupfig setzt auf eine topmoderne öffentliche Beleuchtung. Die Absicht ist klar: Der Energieverbrauch und die unerwünschten Lichtemissionen sollen gesenkt, die Lebensdauer erhöht werden. An der Habsburgstrasse im Ortsteil Scherz hat die Abnahme der ersten Anlage stattgefunden, die eine präzise, intelligente, dynamische Steuerung aufweist. Anwesend am Mittwochabend
waren Vertreter von Behörden sowie der Brugger Energieversorgerin IBB.

Roland Bodenmann, Vizeammann in Lupfig und Lichtplaner von Beruf, erinnerte an das Jahr 2014. Damals sei in Scherz der Bestand hoch gewesen an alten Quecksilberdampflampen. Die Suche nach einem Ersatz sei nicht ganz einfach gewesen. Er habe sich zu dieser Zeit daran gestört, dass zugunsten einer hohen Energieeffizienz LED-Beleuchtungen realisiert wurden mit sehr hellem weissem Licht. Bodenmann, der sich mit Umweltschutz beschäftigte, wusste: Die – nachtaktiven – Tiere stören sich daran. Der Fachmann suchte deshalb eine Leuchtquelle mit einem tieferen Blauanteil.

Nur bei Bewegung werden die Leuchten eingeschaltet

Im April 2015 konnte er eine erste Musterleuchte einsetzen mit einer Farbtemperatur von 2000 Kelvin – also mit einem orangen Licht. Verwendet wurde keine klassische LED-Leuchte, sondern eine sogenannte RGB-Leuchte, erklärte Bodenmann und sprach von einer Nischentechnologie. Überzeugen konnte er den Gemeinderat. Dieser entschied, diese Lösung bei der öffentlichen Beleuchtung umzusetzen.

An der Habsburgstrasse sind die optimal ausgerichteten Leuchten mit einem elektronischen Teil – einem sogenannten Street-Controller – sowie einem Bewegungsmelder ergänzt worden. Vereint werden also die Möglichkeiten der aktuellen Technik. Oder wie es Bodenmann ausdrückte: Mit dieser Kombination könne die Leuchte schlau gemacht werden. Ab 22 Uhr wird die Beleuchtung gedimmt und nur noch bei Bewegung hochgefahren. Ziel sei es, auf diese Weise 30 bis 40 Prozent Energie einzusparen.

Auch andere Gemeinden können sich überzeugen

Wie lichttechnisch vorgegangen werden soll, stehe fest. Jetzt werde abgeklärt, wie der Gesamtersatz der Beleuchtung erfolgen soll in Lupfig, fuhr Bodenmann fort. Die Strassenbeleuchtung an der Habsburgstrasse, eine Pionier-Anlage, dient als Grundlage. Auch andere Gemeinden, die Leuchten beschaffen müssen, könnten sich von der Idee und der Funktionsweise bei einem Augenschein überzeugen. Erzielt werden könne dann allenfalls ein positiver Effekt beim Einkauf.

Kurz: Die neue öffentliche Beleuchtung sei gut für die Natur und gut für die Anwohner, fasste Bodenmann zusammen. Philippe Ramuz, Geschäftsleiter Netz-Dienstleistungen bei der Brugger Energieversorgerin IBB, freute sich über die Zusammenarbeit mit dem Fachmann sowie über die gefundene Lösung, bei der für die IBB die Bereiche Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund standen.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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