Brugg
Mit regem Tausch und Unterhaltung zu «neuen» alten Kleidern

«Was in Basel seit Jahren wunderbar funktioniert, kann auch in Brugg ein Erfolg werden.» Das dachte sich die Bruggerin Verena Nyffenegger und stellte eine Frauenkleider-Tauschbörse auf die Beine. Und es hat funktioniert.

Vera Frey
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Die Initiantinnen: Maja Neumann, Verena Nyffenegger, Fabienne Braun, Myrta Grieder (von links). Fotos: Vera Frey

Die Initiantinnen: Maja Neumann, Verena Nyffenegger, Fabienne Braun, Myrta Grieder (von links). Fotos: Vera Frey

Von Verena Nyffeneggers Idee erfuhren Maja Neumann, Fabienne Braun und Myrta Grieder. Und sie waren sofort Feuer und Flamme. So konnten dank der Initiative der vier Frauen am vergangenen Samstag auf dem Platz der unteren Hofstatt Frauen jeden Alters und jeder Kleidergrösse einen neuen Weg zu einem neuen Outfit ausprobieren – und das ohne Verpflichtung gegenüber dem letzten Schrei und ohne Kampf um das beste Schnäppchen.

Viele nutzten die Möglichkeit, ihre nicht mehr genutzten Kleider loszuwerden. So reihte sich schon bald Kleiderständer an Kleiderständer; von Jeans- und Stoffhosen über Shirts und Pullover bis Schuhe und Handtaschen gab es alles, was das Frauenherz höher schlagen lässt. Zahlreiche Kleidungsstücke wechselten so im Verlauf des Tages die Besitzerinnen, welche ihre «neuen-alten» guten Stücke zufrieden mit nach Hause nehmen konnten.

6_Annegret Moser erzählt Geschichten zum Thema Kleider
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Ein weiters Ziel ist, dass die Geselligkeit nicht zu kurz kommen soll
2_Frauen jeder Altersklasse wühlen sich durch die Kleiderständer

6_Annegret Moser erzählt Geschichten zum Thema Kleider

AZ

Zur «Belebung der Brugger Altstadt», die neben dem eigentlichen Kleidertausch ein erklärtes Ziel der Veranstalterinnen war, gehört natürlich auch die Pflege der Geselligkeit. Dazu trug das Strassencafé mit Getränken und Kuchen, welches extra für den Anlass eingerichtet wurde, natürlich seinen Teil dazu bei, statteten die meisten Frauen der Kleiderbörse sonst doch nur einen kurzen Besuch ab, um sich umzusehen und mit ihren Wunschteilen wieder weiterzuziehen. Einen Grund zum Verweilen lieferte ab 12 Uhr dann auch die Brugger Kindergärtnerin und Geschichtenerzählerin Annegret Moser, die mit kurzweiligen Märchen und Erzählungen rund um das Thema «Kleider» die Anwesenden unterhielt und zum Nachdenken anregte. Dies tat sie zusammen mit ihrer Schwester unter anderem mit dem bekannten Märchen vom «Kaiser mit den neuen Kleidern» sowie einigen schweizerdeutschen Liedern.

Was mit den Kleidern soll, die am Schluss trotz grossem Interesse und regem Austausch noch an den Bügeln hängen geblieben sind, wussten die Initiantinnen vorerst nicht. «Die verbliebenen Kleider haben wir nun dem Brockenhaus Windisch gespendet», hat Verena Nyffenegger tags darauf mitteilen können. Von Windisch werden immer wieder nicht mehr gebrauchte Kleider nach Rumänien überbracht.

So oder so sind die vier Frauen zufrieden mit der ersten Durchführung des Frauenkleidertauschs. Sie können sich durchaus vorstellen, dass auch in Zukunft in Brugg Frauenkleider getauscht werden können.

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