Brugg

Mit Obligationen: In Brugg kann jeder seinen Teil zur Energiewende beitragen

Die Stadt stellt die Flächen – hier das Dach der Garderobe 1 im Stadion Au – zur Verfügung, die IBB sorgt für die Finanzierung und den Unterhalt der Photovoltaikanlage und speist die Energie in ihr Stromnetz ein. mhu

Die Stadt stellt die Flächen – hier das Dach der Garderobe 1 im Stadion Au – zur Verfügung, die IBB sorgt für die Finanzierung und den Unterhalt der Photovoltaikanlage und speist die Energie in ihr Stromnetz ein. mhu

Einen Beitrag an die Energiewende leisten, sich für erneuerbare Energien einsetzen – ohne selber eine Photovoltaikanlage besitzen oder bauen zu müssen: Die IBB Energie AG (IBB) sowie die Stadt Brugg machen es möglich.

Anleiheobligationen, lautet das Stichwort. Will heissen: Privatpersonen oder Unternehmen aus der Schweiz können sich ab diesem Jahr mit Obligationen von je 1000 Franken an den Anlagen für die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen beteiligen. Sie erhalten auf das investierte Kapital einen festen Zins von 2 Prozent über eine Laufzeit von 5 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist wird die Obligation zurückbezahlt.

Die Zuteilung erfolgt übrigens im Ermessen der IBB, Kunden werden bevorzugt. Derzeit ist die Rede von einem Gesamtbetrag von 500 000 Franken, eine Aufstockung auf 1 Mio. Franken ist möglich.

Federführung bei IBB

Anders gesagt: Die geeigneten Flächen auf den öffentlichen Gebäuden werden von der Stadt Brugg – oder den interessierten Gemeinden – zur Verfügung gestellt. Die IBB Energie AG generiert und investiert das Kapital, prüft und realisiert die Projekte, betreibt die Anlagen, speist die Energie in ihr Stromnetz ein und zahlt jährlich den Zins.

«Das Geld kommt aus der Region und bleibt in der Region», erklärte Eugen Pfiffner, CEO der IBB Holding AG, an einer Medienkonferenz am Montag. Er sprach von einem innovativen Ansatz, einem attraktiven Angebot und einem durchdachten Konzept. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dieses Beteiligungsmodell ein Bedürfnis darstellt und auf ein positives Echo stossen wird. Jedermann könne mitmachen, «es springen sogar ein paar Franken heraus». Die Strukturen seien schlank, der administrative Aufwand sei verträglich.

Strom für mehr als 40 Haushalte

Entstanden sei die Idee ursprünglich aus zahlreichen Anfragen von Kunden, so Pfiffner. Es handle sich zum Beispiel um Mieter, die keine Anlagen erstellen könnten, um Hausbesitzer, deren Liegenschaft sich nicht für eine Photovoltaikanlage eignet, um Kunden, die sich stärker engagieren möchten und die ihr Geld in «grünen» Projekten anlegen möchten. Das Begleitgremium Energieeffizienz und Klimaschutz der Stadt Brugg nahm das Anliegen auf. Denn, so Pfiffner, genau wie die IBB habe die Stadt grosses Interesse an der Umsetzung der Energiestrategie des Bundes.

Laut dem IBB-Chef wurden verschiedene Beteiligungsmodelle geprüft und die Dächer der städtischen Liegenschaften beurteilt. «Wir haben abgeklärt, auf welchen Gebäuden der Stadt Potenzial vorhanden ist und wo Photovoltaikanlagen einfach und rentabel realisierbar sind», ergänzte Philippe Ramuz, Geschäftsleiter Netz-Dienstleistungen bei IBB.

Auf den Dächern der Garderobe 1 im Stadion Au sowie auf den Schulhäusern Erle und Bodenacker sind ab Mai 2013 die Anlagen montiert worden, die Energie für mehr als 40 Haushalte liefern.

Die Übernahme weiterer Anlagen – auch in anderen Versorgungsgemeinden – ist gemäss IBB denkbar und wird geprüft. «Weitere spannende Projekte sind in Abklärung mit der Stadt.»

Vorstellung Anleiheemission Montag, 27. Januar, 19.30 Uhr, Stadion Au, Brugg; Anmeldung und Dokumentation unter www.ibbrugg.ch, event@ibbrugg.ch, Telefon 056 460 28 00.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1