Kurz vor den Sommerferien liess Bildungsdirektor Alex Hürzeler die Katze aus dem Sack: Er will die Berufsschullandschaft im Kanton Aargau umpflügen.

Am Standort Brugg droht – je nach Variante – die vollständige oder teilweise Schliessung des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ). Bei dieser Institution drücken derzeit 1300 Lernende die Schulbank und jedes Jahr nutzen rund 2000 Personen das vielfältige Angebot der Abteilung Erwachsenenbildung.

Dieser Tage wurde ein Verein gegründet, der die Kräfte im Kampf gegen die BWZ-Schliessung bündeln will. Er heisst «Pro BWZ Brugg» und der Vereinszweck macht klar, worum es geht: «Erhalt und Weiterausbau des Berufsschulstandorts Brugg.»

Präsidiert wird der Verein von Max Zeier, Stiftungsratspräsident des Technoparks Aargau sowie Schulvorstandspräsident des BWZ Brugg. Als Kassier fungiert Andreas Heinemann, CFO von Brugg Cables. Die drei Beisitzer stammen aus der Politik: Bruggs Stadtammann Daniel Moser (FDP) sowie die Grossräte Franz Hollinger (Brugg, CVP) und Richard Plüss (Lupfig, SVP).

Regierungsrat Hürzelers Vorschläge kämen bei den Industrie- und Gewerbebetrieben der Region Brugg schlecht an, erklärt Vereinspräsident Zeier. Die Reaktionen seien teilweise heftig.

«Für diese Unternehmungen ist die Nähe zu den Bildungsstätten im Herzen des Kantons enorm wichtig.» Mit dem neuen Verein wolle man nicht nur gemeinsam gegen die Schliessung des BWZ kämpfen, sondern auch eine bessere Variante für die Neugestaltung der Berufsschullandschaft im Kanton Aargau erarbeiten, schreibt der Vorstand in einer Medienmitteilung.

Schon mit der Anhörung, die noch bis Ende September läuft, wolle man Bildungsdirektor Hürzeler in aller Klarheit signalisieren: «So nicht!» Die neu aufgeschaltete Website www.pro-bwz-brugg.ch informiert über die laufende Anhörung und die wichtigsten Argumente. (AZ)