Windisch

Mit Laufschuhen oder barfuss? Egal, sie rennen, bis die Sohlen glühen

Über 600 Mädchen und Buben haben sich am Samstag bei strahlendem Sonnenschein am Wettkampf «De schnellscht Aargauer» in Windisch beteiligt. Die besten Läufer dürfen am Schweizer Final teilnehmen.

Es ist eine jener Fragen, die die Leichtathletik seit jeher spaltet: Ist schneller, wer mit teuren Laufschuhen an den Start geht? Oder kommt schneller ins Ziel, wer sich barfuss an den Start stellt? Die ehemalige Spitzenläuferin Zola Budd aus Südafrika beispielsweise lief in den Achtzigerjahren ohne Schuhe in der Weltspitze mit und sorgte damit für Aufsehen. 

In der Neuzeit sind barfuss laufende Spitzenathleten sehr selten geworden. Ob die vom TV Windisch durchgeführten Rennen zum «schnellsten Aargauer» eine Trendwende darstellen? Möglich. Fakt ist, dass zahlreiche der Nachwuchstalente ohne Schuhwerk über die 60 oder 80 Meter lange Strecke sprinteten.

Klatschen, Schatten, Bratwurst

Bevor es zum Start ging, mussten trotz der sommerlichen Temperaturen erst die Muskeln aufgewärmt werden. Auch hier waren unterschiedliche Methoden zu bestaunen. Da war der Vater, der seinen Filius fast schon profimässig mit rhythmischem Klatschen und lauten Anweisungen auf den Lauf einzustellen versuchte. Da war aber auch die besorgte Mutter, die ihrer Tochter einen Sonnenschirm über den Kopf hielt und sie unmissverständlich dazu aufforderte, bis zum Lauf im Schatten zu bleiben. Speziell auch die Rennvorbereitung jener beiden Burschen, die in der einen Hand eine Bratwurst und in der anderen ein Glas Cola hielten und mit der grössten Ruhe Richtung Rennplatz schlenderten. Barfuss, versteht sich.

Sylvana Hacksteiner musterte die Szenerie mit einem Schmunzeln. Sie, die Tochter des ehemaligen Mittelstreckenläufers und Olympia-Teilnehmers Markus Hacksteiner, ist Trainerin bei der Leichtathletikriege des TV Windisch und seit Jahren im Organisationskomitee dabei. «Wir freuen uns jedes Jahr wieder darauf, diese Rennen um den schnellsten Aargauer durchzuführen», sagt sie und blinzelt in die Sonne. «Und dass wir solches Wetter haben, passt wunderbar.» Seit 2001 fanden die Wettkämpfe mit einer Ausnahme immer in Windisch statt. «Für uns als kleinen Verein ist es eine ideale Möglichkeit zu zeigen, dass wir existieren», meint Hacksteiner, «und natürlich spült die Festwirtschaft auch den einen oder anderen Franken in die Vereinskasse.»

642 Kinder der Jahrgänge 2000 bis 2006 rannten um den Titel des schnellsten Aargauers, beziehungsweise der schnellsten Aargauerin. Sie hatten sich an lokalen Ausscheidungen qualifiziert. Die Schnellsten in Windisch sicherten sich ein Ticket für den Schweizer Final vom 15. September in Langenthal.

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