Fasnacht
Mit Larven und Laternen: Die Rrätz-Clique steht für Basler Tradition in Brugg

Im Bastelkeller werden die Larven und Utensilien für die bevorstehende Fasnacht wieder auf Vordermann gebracht. Dass die komplette Ausrüstung selber gefertigt werden muss, ist für die Rrätz-Clique selbstverständlich.

Manuel Hediger
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So wird die Rrätz Clique am diesjährigen Umzug teilnehmen
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Irmgard Hediger präsentiert eine Waggis Larve
Die Brugger Rrätz-Clique steht für Basler Tradition
Hermann Hediger mit einer Parkgeier Laterne
Hermann Hediger mit einer Gärtner Maske
alti dante und dame aus der larvensammlung

So wird die Rrätz Clique am diesjährigen Umzug teilnehmen

Manuel Hediger

Inmitten von Regalen mit Farbdosen, Malschürzen, Karton, Kleister, Nieten und Negativformen aus Gips stapelt sich im Bastelraum der Rrätz-Clique in Brugg das, was für ihr bewegtes und buntes Wesen sinnbildlich ist: Larven und Laternen in allen Farben basierend auf den verschiedensten Sujets. Einzelne Mitglieder probieren gerade ihre Masken an, damit diese für die Fasnacht noch rechtzeitig angepasst werden können.

Hier im Keller unter der Turnhalle des Stapferschulhauses treffen sich die rund 25 Mitglieder des Tambouren- und Pfeifer-Vereins Rrätz-Clique Brugg zum Musizieren und Basteln. Nach dem Vorbild der Basler Fasnacht haben sich im Larven-Equipment zahlreiche klassische Figuren wie Gigolo, Piero, Harlekin, alti Dante, Waggis und Dame etabliert.

Blumentöpfe und Parkgeier

In früheren Jahren hat man auch Larven gemacht, die sehr nahe am jeweiligen Brugger Fasnachtsmotto sind. So ging man damals, als die Brugger Altstadt für den Autoverkehr gesperrt wurde, als Blumentöpfe und Gärtner.

Auch hat man 2011 eine Laterne dem Motto entsprechend mit einem Parkgeier bemalt. Die Laternentradition, welche aus Basel übernommen wurde, ist es denn auch, die dem Vereinslokal im Rot-Haus-schür Keller den Namen «Laternli» verleiht.

Dass die komplette Ausrüstung selber gefertigt werden muss, ist für die Rrätz-Clique selbstverständlich. Eine Originallarve koste im Fachgeschäft gegen die 1000 Franken, sagt Vereinspräsident und -gründer Hermann Hediger.

Das Handwerk des Maskenbastelns brachte er sich selber bei. Verbessert hat er sich immer wieder, indem er sich zusätzliches Know-how aus Büchern holte. «Es ist eine Wissenschaft», kommentiert er.

Inspiration während der RS geholt

Zwar bastelt die Clique heute nicht mehr jedes Jahr neue Larven, doch müssen sie vor den Einsätzen jeweils neu bemalt werden und wegen dem ständig wechselnden Mitgliederbestand angepasst werden. Das Nähen der Kostüme übernimmt Hermanns Schwester, Irmgard Hediger.

Den Bezug zur Fasnacht in Basel bekam Hermann Hediger, indem er in der Rheinstadt die RS als Schlagzeuger absolvierte. Während er mit dem Trommeln seit seiner Kindheit vertraut war, brachte er sich das Spielen auf dem Piccolo und das Pfeifen später selber bei. Fasziniert von der dortigen Tradition entschied er sich, eine Gruppe für die Brugger Fasnacht zusammenzustellen und so bekannte Basler Elemente einfliessen zu lassen.

So gründete er 1978 die Rrätz-Clique Brugg. «Rätze» heisst dabei nichts anderes als «Trommeln». Das zweite «r» im Namen dient dazu, die Verwechslungsgefahr mit dem noch älteren Basler Rätz Verein zu vermeiden.