Windisch

Mit Jahrgang 1994 in den Einwohnerrat – ohne Volkswahl

Andreas Baschnagel, Pascal Schlegel und Bruno Schmid (von links)

Andreas Baschnagel, Pascal Schlegel und Bruno Schmid (von links)

Wegen fehlenden Kandidaten rutschten Andreas Baschnagel, Pascal Schlegel und Bruno Schmid kampflos in den Einwohnerrat von Windisch. Der erst 19-jährige Schlegel hofft, sich möglichst rasch zurecht zu finden.

Drei Kandidaten hat die SVP Windisch für den Einwohnerrat nachnominiert (die az berichtete). Es wird also nicht zu einer weiteren Volkswahl kommen. Was hat die drei bewogen, für die SVP an den Start zu gehen?

Andreas Baschnagel (Jahrgang 1983), eidg. dipl. Automobilkaufmann, ist überzeugt: «Wenn man etwas erreichen und verändern will, muss man sich einsetzen.» Er sei in Windisch aufgewachsen. Aus persönlichen aber auch unternehmerischen Gründen liege ihm die Zukunft der Gemeinde am Herzen.

Nach seiner langjährigen Ausbildung mit Abschluss eines eidgenössischen Diploms habe er schon Überlegungen angestellt, ob er bereits wieder eine zusätzliche Belastung auf sich nehmen wolle, räumt Baschnagel ein.

Aber: «Der Reiz, eine neue Aufgabe zu übernehmen, die Freude an der Politik und mein Interesse an der Gemeinde überwogen, sodass ich nach kurzer Zeit zustimmen konnte.»

Er ist sich sicher, dass er seine Ideen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse nachhaltig einbringen, persönlich seinen Erfahrungshorizont erweitern kann. Mitglied einer Ortspartei ist Baschnagel zurzeit übrigens nicht. «Die Parteizugehörigkeit im Dorf spielt meiner Meinung nach, abgesehen von der Grundrichtung, eine untergeordnete Rolle.»

Anmeldefrist knapp verpasst

Schon bei den Wahlen im November hat Pascal Schlegel (1994), Schüler, mit dem Gedanken gespielt, für den Einwohnerrat zu kandidieren. Just als er sich beim SVP-Vorstand meldete, war allerdings die Anmeldefrist abgelaufen.

Als dann klar wurde, dass drei Kandidaten nachnominiert werden können, musste Schlegel nicht zweimal überlegen. «Ich habe sofort zugesagt.» Auch wenn er, so der kleine Wermutstropfen, den Sprung in den Einwohnerrat natürlich lieber in einer Volkswahl geschafft hätte.

SVP-Mitglied Schlegel interessiert sich «grundsätzlich für Politik, speziell für die Ausländerfragen.» Mit den Vorgängen auf Gemeindeebene habe er sich bisher allerdings noch nicht intensiv befasst.

Er ist aber überzeugt, sich im Ratsbetrieb schnell zurecht zu finden und sich rasch in die verschiedenen Themenbereiche einarbeiten zu können. Wo er Schwerpunkte setzen will, lässt Schlegel offen.

Er wolle es auf sich zukommen lassen und freue sich in erster Linie darauf, sich für die Gemeinde einzusetzen, etwas bewirken zu können. «Mit liegt viel an dieser Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin.»

Bisher waren es ja genug . . .

Mitgestalten und sich in Entscheidungsprozesse einbringen: Das waren auch für Flugkapitän Bruno Schmid (1962) die Gründe, sich für den Einwohnerrat nachnominieren zu lassen. Er weiss, dass er sich exponieren wird, dass dieses Amt mit Aufwand verbunden ist.

Trotzdem: Aus seiner Sicht wäre es sehr schade, wenn auf bürgerlicher Seite mehr Sitze als Kandidaten zur Verfügung stehen «und somit das bürgerliche Gedankengut nicht im entsprechenden Umfang eingebracht werden könnte».

Überdies sei er überzeugt, so Schmid weiter, «dass die Milizstruktur das neutralste, effizienteste, günstigste und somit tauglichste System der Gemeindeführung ist».

Bisher habe er sich jedoch nicht dazu veranlasst gefühlt, zu kandidieren: «Es waren genügend Kandidaten vorhanden, die ihren Job gut machten. Jetzt präsentiert sich die Situation aber anders.»

In seinem Fall sei auch die Bereitschaft des Arbeitgebers, ihn für die Sitzungen frei zu stellen, erforderlich gewesen – «da ich einen unregelmässigen Arbeitsplan habe».

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1