Windisch

Mit ihrer Musik haucht sie uns wohlig warm in den Winter

Von Jazz und Chanson über Pop bis Trip-Hop: Sabine Wiesli will sich nicht festlegen und mag es, Musikstile subtil zu durchbrechen

Sabine Wiesli

Von Jazz und Chanson über Pop bis Trip-Hop: Sabine Wiesli will sich nicht festlegen und mag es, Musikstile subtil zu durchbrechen

Die Zürcherin Sabine Wiesli stellt morgen Abend ihr Debütalbum «Years of Snow» im Windischer Diesellokal vor.

Ein Hauch zarter Wehmut umschmeichelt die Musik der Sängerin und Songwriterin Sabine Wiesli. Mit ihrer Band Câline veröffentlichte sie Anfang September ihr erstes Album «Years of Snow». Morgen Abend präsentiert sie die Songs aus ihrem Debütalbum im Diesellokal in Unterwindisch.

«Years Of Snow» ist lange gereift. Einige der Lieder entstanden schon vor mehreren Jahren. Während Wiesli den Wunsch eines eigenen Albums schon seit Jugendjahren hegt, gehen die Anfänge der Songs auf dem Album auf einen verlängerten Urlaub vor fünf Jahren zurück. «Andere nutzen diese Zeit für eine Reise. Ich habe mich zwei Monate zurückgezogen und an meinen Ideen gearbeitet», erinnert sie sich.

Damals ist ein Grossteil der Songs entstanden, rohe, un­geschliffene Entwürfe, die Wiesli in den kommenden Jahren begleiten sollten. Der Song, der dem Album seinen Namen gegeben hat, erzählt von den schneereichen Wintern, die sie in ihrer Kindheit erlebt hat. Nostalgie und leichtfüssige Weltbetrachtungen schwingen bei jedem der 13 Stücke mit.

Jazz und Chanson haben sich in Paris vereint

Aufgewachsen ist die 42-Jährige im thurgauischen Busswil. Heute wohnt sie in Zürich und arbeitete bis vor kurzem als Musiklehrerin an einer Sekundarschule in Uetikon am See. Nun hat sie sich eine Auszeit genommen, denn sie will sich komplett ihrer Musik widmen. Jazz und französische Chansons prägen die Mehrheit ihrer Lieder, aber auch Elemente des Pop und Trip-Hop sind zu hören.

Zweieinhalb Jahre lebte Wiesli in Paris. Dort besuchte sie einerseits eine Jazzschule, andererseits kam sie in Kontakt mit dem Chanson. «Die beiden Stile haben sich gemischt. Es fällt mir schwer, nur einem Stil treu zu bleiben», sagt sie. «Ich brauche die Abwechslung». Meist ruhig gehalten und sparsam instrumentiert mit Piano, Cello, Bass und Schlagzeug, stets geprägt von Wieslis warmem Gesang auf Englisch oder Französisch zeigen sich ihre Werke.

Inspiriert haben sie unter anderem Melanie de Biasio, Nina Simone oder Beth Gibbons, die Sängerin der Band Portishead. Festlegen will sich Wiesli nicht, aber das muss sie auch nicht. Sie komponierte die Musik und schrieb die Texte. Dass «Years of Snow» nicht nur veröffentlicht wurde, sondern auch Konzerte gespielt werden, verdankt Wiesli der Spielfreude ihrer Bandkollegen.

Das Werk ist ein Fotoalbum voller Erinnerungen

«Eigentlich wollte ich das Album nur für mich als eine Art Fotoalbum. Konzerte zu spielen, konnte ich mir anfangs nicht vorstellen.» Ihre Bandkollegen ermutigten sie, nun doch ihr intimes Werk der Öffentlichkeit zu zeigen und an neuen Songs für das nächste Album zu arbeiten.

Die Region Brugg kennt Wiesli gut. Sie hat an der FHNW Brugg-Windisch Französisch studiert und eine Freundin, die direkt am Diesellokal wohnt. Dieses kennt sie von eigenen Konzertbesuchen. «Das Ambiente der alten Fabrikhalle beeindruckt mich», sagt Wiesli. Nebst dem Auftritt morgen Abend präsentieren Câline ihr neues Album auch am 14.November in der «Unvermeidbar» in Baden. Die Plattentaufe von «Years of Snow» ist am 7.November im «Mimos» in Zürich.

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