Mandach, Samstagmorgen, 9 Uhr: Noch ist das Teilnehmerfeld, das sich beim Start vor dem Gasthaus Hirschen versammelt hat, überschaubar.

Man sieht sich, man kennt sich. Die meisten hier waren schon bei der ersten Auflage der Aargauer Töffli-Tour 2016 dabei.

Von Anfang an fuhren auch Lorenz Füglister aus Nussbaumen und Djamila Ernst aus Rüfenach mit – er ist der Götti der 16-Jährigen.

Er fährt ein DKW, Baujahr irgendwann in den 1970er-Jahren, mit 2-Gang-Handschaltung, sie ein Puch Maxi S mit Automatik, das Anfang der 1980er-Jahre entstanden sein muss. 

Aargauer Töffli-Tour

Zur 4. Aargauer Töffli-Tour machten sich rund 60 Fahrer auf – unterwegs auf der 100-Kilometer-Strecke gab es einige Herausforderungen.

Das Mitmachen zählt

Und was schweisst das ungleiche Fahrerpaar zusammen? «Sicher die Faszination für die einfache Technik, die noch ganz ohne Elektronik auskommt», antwortet Füglister. Und auch dass es bei der Töffli-Tour nicht um Bestzeiten geht, sondern nur ums Mitmachen.

«Durchkommen ist sicher das grösste Erfolgserlebnis», meint Füglister, der für seine Töffli-Leidenschaft sogar Fahrten nach Österreich auf sich nimmt, um dort zum Beispiel am Ötztaler Mopedmarathon teilzunehmen – mit 238 Kilometern noch einmal mehr als doppelt so lang als die Aargauer Rundtour.

Wenige Minuten vor dem Start heisst es Helme auf

Wenige Minuten vor dem Start heisst es Helme auf

Schon zum vierten Mal bei der Aargauer Töffli-Tour dabei ist auch Christian Graf aus Mandach. Mit seinem Spezial-Töffli mit 4-Gang-Handschaltung und Doppelscheinwerfer Marke Eigenbau sieht er sich gut motorisiert für die Strecke, die Organisator Roger Schwegler baustellenbedingt einmal mehr umstellen musste.

16 Prozent Steigung

«Mit dem Benkerjoch und dem Kaistenberg haben wir sicher zwei Herausforderungen für Mensch und Maschine eingebaut», sagt er. Mit 16 Prozent Steigung hinauf zum Benkerjoch dürfte das stimmen.

Diesem Abschnitt schaut auch Victor Dössegger aus Hallwil mit Respekt entgegen. Er fährt eigentlich Töff, hat sich aber von Kollege Heinz Wüthrich überreden lassen, auf einen der Flitzer mit Zweitaktmotor umzusteigen.

Töffli-Tour Organisator Roger Schwegler machte sich als letzter auf die Strecke

Töffli-Tour Organisator Roger Schwegler machte sich als letzter auf die Strecke

Wüthrich hat ihm für heute eine Puch Velux organisiert, während er selbst mit seiner Sachs Tigra Caravelle aus den 60ern an den Start geht. Und Wüthrich ist sich sicher, dass er Dössegger fürs Töffli begeistern wird.

«Der kommt schon auf den Geschmack, da habe ich keine Zweifel.» Und dann wird es auch Zeit, in die Pedale zu treten und die Motoren warmlaufen zu lassen. Beim Start in Mandach um Punkt 10 Uhr ist das Geknatter der Zweitakter laut und das Benzin-Öl-Gemisch, das in den Motoren verbrannt wird, erfüllt das Dorf mit blauen Wölkchen.