Brugg

Mit einem Flohmarkt ein letztes Mal Leben in die Schreinerei bringen

Otto und Tabea Bühler werden an ihrem Stand die verschiedensten Sachen anbieten.

Otto und Tabea Bühler werden an ihrem Stand die verschiedensten Sachen anbieten.

Tabea und Otto Bühler organisieren an der Habsburgerstrasse einen Flohmarkt.

Sie müssten noch ein bisschen aufräumen, sagt Otto Bühler beim Rundgang durch die Werkstatträume, die ihm so vertraut sind. 20 Jahre lang führte er die Bühler Schreinerei AG mit viel Herzblut, bis er das Unternehmen vor zwölf Jahren einem Nachfolger übergab. Seit zwei Jahren stehen die Räume an der Habsburgerstrasse 4 nun grösstenteils leer. 2018 soll die Liegenschaft verkauft werden. Doch zuvor werden der Rentner und seine Tochter Tabea Bühler noch einmal richtig Leben in das Gebäude bringen: Am 11. und 18. November wird hier ein Flohmarkt stattfinden, geschützt vor Regen, Sturm und sonstigen Wetterkapriolen.

«Wenn, dann richtig»

Er sei einer, dem es schwerfalle, sich von seinen Sachen zu trennen. Manchmal müsse es aber sein, erzählt Otto Bühler. Dafür bietet sich ein Flohmarkt an. «Wenn, dann richtig», dachten sich die Bühlers und beschlossen, selbst einen auf die Beine zu stellen. Unterstützt werden sie dabei von Maya Hochstrasser, die für die Verpflegung sorgen wird. Sie wird Getränke sowie süsse und salzige Häppchen anbieten.

20 Stände sind für die beiden Samstage bisher gemeldet. Doch auch Anmeldungen von Kurzentschlossenen werden noch gerne entgegengenommen. Der Laufmeter kostet 10 Franken, die Einnahmen sollen die Kosten für die Werbung decken. Denn diese ist aufwendig: Flyer und Plakate müssen gedruckt und verteilt respektive aufgehängt werden. Auch über die sozialen Medien wird auf den Anlass aufmerksam gemacht. Zusätzlich hat Tabea Bühler Standbetreiber an Flohmärkten direkt angesprochen.

Die Kommunikation sei schon eine Herausforderung, meint sie. «Wo kann und darf man Plakate aufhängen?», habe sie sich gefragt und «Ist die Werbung über Facebook ausreichend?». Zudem sei es schwierig, die Zahl der Leute, die vorbeikommen werden, einzuschätzen. Für Tabea und Otto Bühler ist es das erste Mal, dass sie einen Flohmarkt organisieren, aber verkauft haben sie schon an einigen. Sie möge es zu feilschen und mit den Leuten in Kontakt zu kommen, sagt Tabea Bühler und ergänzt: «Es geht nicht darum, die Sachen möglichst teuer zu verkaufen. Hauptsache, jemand hat Freude an etwas, was du nicht mehr brauchst.»

Auch sie selbst wird herumstöbern. Vielleicht wird sie sich ein Buch kaufen, denn sie ist eine richtige Leseratte. Dementsprechend gross ist die Auswahl der Bücher, die sie an ihrem Stand feilbietet. Sie findet den Nachhaltigkeitsgedanken, der hinter Flohmärkten steckt, wichtig. Diese Überzeugung gibt sie auch an ihre Kinder weiter, die ein paar ihrer Spielsachen zum Verkauf anbieten werden und sich so einen Zustupf für ihr Sparschwein verdienen können. Otto Bühler hofft auf gute Begegnungen und dass vielen Leuten etwas gefällt. In einer Ecke hat er bereits einiges zusammengetragen, was er verkaufen möchte: ein altes Leuchtbild, einen Herrendiener, Regale, eine Mikrowelle und noch vieles mehr. Womöglich wird er auch selbst fündig werden. Ein Radio für seine Werkstatt könne er gebrauchen, äussert er.

Erinnerungen kommen hoch

Manchmal staune sie, was die Leute alles kauften, sagt Tabea Bühler und nimmt eine Holzscheibe mit deutlich erkennbaren Jahresringen in die Hand. Materialien wie dieses würden beispielsweise gerne von Floristinnen erstanden und als Dekorationsmaterial weiterverwendet. Ihr Blick fällt auf ein altes Holzschiff: «Mit dem habe ich doch als Kind gespielt!», ruft sie erfreut aus und strahlt über das ganze Gesicht. Auch bei Otto Bühler kommen Erinnerungen hoch. Er zeigt auf einen Eispickel und erzählt: «Der ist von 1916 und war mit mir schon auf einem Viertausender.»

Doch die beiden blicken nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Denn vielleicht werden sie nächstes Jahr bereits wieder bei der Organisation eines Flohmarkts mitwirken. Tabea Bühler kann sich gut vorstellen, «Flohmarkt Brugg» zu einem regelmässigen Ereignis für die Region zu machen, wenn auch an einem anderen Standort.

Flohmarkt Brugg Samstag, 11. und 18. November, von 9.30 bis 17 Uhr an der Habsburgerstrasse 4. Fragen können an flohmarkt-brugg@gmx.ch gesendet werden.

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