Schinznach
Mit der «Nachlese» geht es weiter, aber nicht gleich

Schlussnummer und Startschuss in einem: In der Aula des Oberstufenschulhauses Schinznach-Dorf hat die Vernissage zur 22. Ausgabe der «Nachlese» stattgefunden. Gefragt ist jetzt jemand, der das Layout übernimmt.

Irene Hung-König
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Sandra Wiederkehr verteilt die «Nachlese 2013» an die Mitwirkenden. IHK

Sandra Wiederkehr verteilt die «Nachlese 2013» an die Mitwirkenden. IHK

Irene Hung-König

Nostalgie pur in der Aula des Oberstufenschulhauses Schinznach-Dorf: Daniel Mischler setzt vorsichtig die Grammophon-Nadel auf die Platte, der Jazzklassiker «On the sunny side of the street» ertönt. Nebst diesem Reise-Grammophon aus den 40er-Jahren hat Daniel Mischler ein Haus-Grammophon mit imposantem Lautsprecher aufgestellt. «Das knistert so schön», meint ein Gast, als Louis Armstrongs «Blueberry hill» ertönt. «Natürlich kann man auch tanzen», lacht Daniel Mischler, der durch seine Eltern mit dem Jazz- und Swing-Virus infiziert wurde. Das Angebot bleibt jedoch ungenutzt.

Es ist die Vernissage zur 22. und gleichzeitigen Schlussnummer von «Die Nachlese» der Gemeinde Schinznach-Dorf. Seit Januar bilden Schinznach-Dorf und Oberflachs bekanntlich die Gemeinde Schinznach. «Es geht weiter, nicht gleich, aber ein bisschen schon», erklärt Ernst Rothenbach, der die Themen der «Nachlese 2013» präsentiert.

Seine Aussage kommt nicht von ungefähr: Die Macherinnen und Macher der «Nachlese», die das dörfliche Leben und Geschehen im Jahreslauf beschreiben, begleiten ihre Chronik weiterhin. «Bis auf den Druck haben wir alles selbst gemacht. Nun suchen wir jemanden, der das Layout übernimmt», sagt Ernst Rothenbach. Es freue ihn, dass Armin Käser und Danielle Stalder neu für Geschichten aus dem Ortsteil Oberflachs gewonnen werden konnten.

Ein Schinznacher in Sydney

Das Titelblatt der «Nachlese 2013» besteht aus den ehemaligen Wappen der Dörfer Oberflachs und Schinznach-Dorf und dem neuen der Gemeinde Schinznach. Inhaltlich kommt das Heft vielfältig daher: so erfährt man wie Koch Michael Amsler ursprünglich für sechs Monate nach Australien wollte. Daraus sind sechseinhalb Jahre geworden und Michael Amsler ist Sous-Chef im «Four Points Darling Harbour Sidney». Er betreut eine Küchenbrigade von 25 Köchen in zwei Küchen.

Rosmarie Zulauf erzählt in der «Nachlese 2013» von ihrer Leidenschaft, dem Aquarellmalen. Die Gäste der Vernissage konnten die zart schimmernden Blumenbouquets und Landschaften aus der Bretagne bewundern. Als Apéro-Häppchen wurde das im Heft beschriebene Jurapark-Brot von Roman Lehmann mit Rohschinken und Käse serviert.

«Die Leute erzählen sehr gerne»

«Ein solcher Rückblick ist eine gute Sache und bewirkt einen Zusammenhalt», meint eine Frau. Überhaupt hat man das Gefühl, fast jede und jeder der Anwesenden hat in irgendeiner Form zu einer «Nachlese» beigetragen. «Ich hab mal ein Vorwort geliefert», sagt der ehemalige Oberstufenlehrer Reinhard Vogt. «Die Chronik hat ein weites Spektrum und man hatte nie Mühe, dass jemand etwas erzählt hätte.»

Dem stimmt Redaktions-Mitglied Renate Lerch zu: «Die Leute erzählen sehr gerne, dann kann ich das auch aufnehmen. Wenn sie aber selbst etwas schreiben sollen, winken die meisten ab», sagt sie. So erfährt man in der «Nachlese» die Geschichte der 27-jährigen Hutmacherin Lilian Hartmann, die selbst gern Hüte trägt und vom Beruf der Hutmacherin immer noch fasziniert ist.

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