Brugg

Mit dem Vorhaben Vorstadt geht es voran – das sind die Pläne

Vorgesehen ist, die Kantonsstrasse auf einer Länge von rund 440 Metern zu sanieren und Platz zu schaffen für einen Radstreifen sowie einen neuen Gehweg.

Vorgesehen ist, die Kantonsstrasse auf einer Länge von rund 440 Metern zu sanieren und Platz zu schaffen für einen Radstreifen sowie einen neuen Gehweg.

Derzeit liegen in Brugg die Unterlagen auf für die geplante Erneuerung am nördlichen Rand der Altstadt.

Das historische Ortsbild wird aufgewertet, eine sichere Fuss- und Veloverbindung geschaffen: Brugg macht vorwärts mit der Sanierung «Vorstadt und Baslerstich» am nördlichen Rand der Altstadt.

Konkret vorgesehen ist, die Kantonsstrasse – auf der täglich im Durchschnitt rund 9500 Fahrzeuge verkehren – auf einer Länge von rund 440 Metern zu erneuern zwischen den Einmündungen Remigersteig und Ländistrasse. Im Abschnitt Vorstadt umgesetzt wird eine Kernfahrbahn.

Auf der Baslerstrasse braucht es mehr Platz

Um bergseitig Platz zu schaffen für einen Radstreifen und einen neuen Gehweg, wird die bestehende Stützmauer Baslerstrasse zurückgesetzt. Die neue Stützmauer weist eine maximale Höhe von knapp drei Metern auf und verfügt über ein Betonvordach bei der Bushaltestelle. Der alte Baslerbrunnen, ein halbrunder Nischenbrunnen, soll auf der Höhe des ehemaligen «Schützengartens» in die Mauer integriert werden.

Die Bushaltestellen «Brücke» werden neu gestaltet. Diejenige in Richtung Umiken wird nicht mehr als Busbucht, sondern als Fahrbahnhalt für zwei Gelenkbusse ausgebildet, diejenige in Richtung Casinobrücke wird ebenfalls als Fahrbahnhalt ausgebildet und verschoben in den Bereich vor der Kreuzung Aarebrücke. Das talseitige Geländer wird ersetzt und durchsehbar gestaltet.

Im westlichen Kreuzungsbereich ist ein zusätzlicher neuer Fussgängerstreifen geplant. Durch einen neuen Vorstadtbrunnen wird – als Gestaltungselement – der Platzcharakter des Zollplätzlis verstärkt, heisst es in den Unterlagen zum Bauprojekt. Überdies werden die Werkleitungen und die Beleuchtung erneuert.

Planer erwarten Reduktion der Geschwindigkeit

Die signalisierte Geschwindigkeit auf der Kantonsstrasse beträgt generell 50 km/h, steht weiter in den Unterlagen. «Durch die gestalterischen Massnahmen im Kreuzungsbereich sowie durch das Weglassen der Leitlinie der Kernfahrbahn im Bereich Vorstadt wird eine Reduktion der projektierten Geschwindigkeit erwartet.»

Die Anbindung an die Altstadt ist wie bisher mit einem Fahrverbot für Motorfahrzeuge belegt. «Einzig der öffentliche Verkehr und der Radverkehr dürfen die Brücke befahren. Ab dem Einmündungsbereich ist Begegnungszone signalisiert.» Während der Bauphase wird der Verkehr grösstenteils einspurig durch die Baustelle geführt.

Das Vorhaben hat eine lange Vorgeschichte: Bereits 2003 forderte eine Motion des damaligen CVP-Einwohnerrats Beat Ganz eine bessere Anbindung der Vorstadt an die Altstadt. Es wurde ein Vorprojekt und – zwischen 2010 und 2011 – ein Bauprojekt ausgearbeitet, allerdings auch aus finanzpolitischen Überlegungen zurückgestellt. Erst ab Ende 2015 kamen die Planungen wieder ins Rollen.

Im zweiten Anlauf hat’s geklappt mit dem Kredit

Für Gesprächsstoff gesorgt hat das Projekt im Einwohnerrat Ende Juni 2018. Der Kredit für den Ausbau der Kantonsstrasse wurde nach einer lebhaften Debatte abgelehnt. Auf Kritik stiess in erster Linie der geplante Bodenbelag im Bereich der alten Aarebrücke. Eine Pflästerung sei weder geeignet für betagte Personen noch für Menschen mit einer Behinderung, lautete die Meinung einer Mehrheit. Angenommen wurden lediglich die Kredite für die Abdichtung der Aarebrücke sowie für den Ausbau des Baslerstichs für den Fuss- und Radverkehr sowie den öffentlichen Verkehr.

Eine Fachgruppe analysierte in der Folge noch einmal die Anforderungen an den Bodenbelag und arbeitete weitere Alternativen aus. Zur Veranschaulichung liess die Stadt auf dem Trottoir bei der Alten Aarebrücke eine Musterpflästerung einbauen. Im April des letzten Jahres schliesslich hiess der Einwohnerrat in einem zweiten Anlauf die Variante «Moderna» sowie den Kredit von 811000 Franken gut.

Die Gesamtkosten für die Bauarbeiten des Strassenprojekts sind auf 4,8 Mio. Franken veranschlagt. Die Gesamtkosten für die Bauarbeiten des Werkleitungsprojekts schlagen mit voraussichtlich 2,4 Mio. Franken zu Buche. Die Projektpläne, der Landerwerbsplan sowie die Landerwerbstabelle liegen bis 11. Februar bei der Abteilung Planung und Bau öffentlich auf.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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